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    Kompatscher erklärt den BBT

    bildschirmfoto-2017-03-23-um-11-37-30Dem BBT gilt das Interesse einer Delegation aus der Tschechischen Republik und Sachsen, die sich am Donnerstag bei LH Arno Kompatscher Informationen geholt hat.

    Der stellvertretende Verkehrsminister der Tschechischen Republik, Kamil Rudolecký, und der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, stehen an der Spitze zweier Delegationen von Verkehrsfachleuten, die sich in diesen Tagen in Südtirol und Tirol über das Jahrhundertprojekt Brennerbasistunnel informieren. Mit dabei ist auch der Europäische Koordinator für den TEN-V-Kernnetzkorridor „Orient/Östliches Mittelmeer“, Mathieu Grosch.

    Die Politiker und Verkehrsexperten wollen den Bau einer neuen Bahnverbindung zwischen Dresden und Prag mit einem Basistunnel zwischen dem sächsischen Heidenau und dem tschechischen Stradov voranbringen.

    Über Sinn und Zweck des BBT, und die Erwartungen an die neue Bahnverbindung informierte am Donnerstagmorgen Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher die Delegation. Er verwies darauf, dass der Brennerpass der für den Warenaustausch meistgenutzte Alpenpass auf der Nord-Süd-Achse sei. „Derzeit queren jährlich zwei Millionen LKW den Brenner mit den entsprechenden Belastung für die Bevölkerung und Umwelt“, sagte der Landeshauptmann.

    „Während derzeit zwei Drittel des Güterverkehrs mit rund 40 Millionen Nettotonnen Frachtgut über die Straße und ein Drittel über die Schiene abgewickelt wird, sollen dieses Verhältnis nach dem Bau des BBT umgekehrt werden“, schilderte Kompatscher. Er betonte in diesem Zusammenhang auch, dass die Preispolitik darüber entscheiden werde, ob Frächter auf die Schiene wechseln. „Auch über politische Begleitmaßnahmen zur nachhaltigen Verkehrsverlagerung wird diskutiert. Das Land Südtirol unterstützt bereits heute mit RoLa-Förderungen die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene“, führte Kompatscher aus.

    Vom BBT erwarte sich das Land demnach eine Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung, einen stärkeren Schutz des sensiblen Natur- und Erholungsraumes und schließlich auch die Entlastung der Straßeninfrastruktur und mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden, fasste der Landeshauptmann zusammen.

    Auch über den Beteiligungsprozess bei Planung von BBT und Zulaufstrecke informierte sich die Delegation. Minister Dulig, bedankte sich bei Landeshauptmann Kompatscher für den Austausch: „Wir möchten aus ihren Erfahrungen lernen, unser Projekt erfolgreich anzugehen und auch die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen.“

    Ein Bild der Südtiroler BBT-Baustelle wird sich die Delegation aus der Tschechischen Republik und Sachsen an der Baustelle in Begleitung des Direktors der BBT-Beobachtungsstelle, Martin Ausserdorfer, sowie des BBT-Koordinators Raffaele Zurlo machen. Bis jetzt wurden über 60 Kilometer ausgebrochen. Auf Südtiroler Seite sind bereits alle Baulose ausgeschrieben und vergeben, alle Baustellen aktiv.

    Damit der BBT voll leistungsfähig ist, müssen auch die Zulaufstrecken gebaut werden. Grünes Licht gab die Regierung kürzlich für das Baulos 1 auf Südtiroler Seite zwischen Franzensfeste und Waidbruck, das laut Planung gleichzeitig mit dem BBT fertiggestellt werden soll.

    Abschließend wird die Delegation in Begleitung von BBT-Vorstand Konrad Bergmeister die Baustelle im Tiroler Ahrental besichtigen. Auf Österreichischer Seite läuft gerade die Ausschreibung für das letzte Baulos. Innerhalb dieses Jahres werden somit alle Arbeiten vergeben sein.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (4)

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    • george

      Und wer glaubt, dass der BBT und die Zulaufstrecken 2026 fertig sein werden, ist ein Träumer. Und diese Träume werden uns enorm viel kosten, ohne Gewähr, dass auch wirklich jemals sich der Warenverkehr in den Tunnel verlagert und die Autobahn und die derzeitige Schienenstrecke entlastet.

      • andreas

        Mein Gott, jetzt bauen sie dir eine Strecke für dein heißgeliebtes Zugele und du bist immer noch nicht zufrieden.
        Wenn es nicht 2026 ist, wird es halt 2030, ja und?
        Bei Elfie haben sie den Termin auch um einige Jahr überzogen und hat am Ende das Zehnfache gekostet und BER wird wohl gar nie fertig und die Sonne geht trotzdem jeden Morgen auf. .

        • issy

          @andreas
          george hat recht, dass der Tunnel hauptsächlich zur Förderung der Bauwirtschaft gebaut wurde und nicht um die Verkehrssituation zu verbessern.
          Nicht mal der Euro-Tunnel zwischen Fr. und England nutzt großartig was, geschweige denn der BBT.

          Wenns wirklich um Verkehrsverbesserungen gegangen wäre, dann hätte man das Geld in Verbesserungen des Schienenverkehrs über Triest und andere Strecken investieren können, Details findet man bei Prof. Knoflacher.

          Den Grünen kann man viel vorwerfen, aber der Umweltschutz ist immer noch ihre Kernkompetenz, schade dass sie nicht dabei geblieben sind……

          • andreas

            Dass der BBT eine große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, weiß ich, da momentan die Diesel aber immer mehr ins Kreuzfeuer kommen und die Politik wohl handeln wird, sehe ich nicht so schwarz für den Tunnel.
            Die Mautpreise müssen nur so gestaltet werden, dass es sich nicht lohnt, nicht verderbliche Güter auf der Straße zu transportieren, alles eine Frage der Organisation.
            Es gibt genügend Transportunternehmen, welche die überladenen LKW vom Brenner bis Kiefersfelden auf der Schiene transportieren, da die Strafen in Österreich bei Überladung zu hoch sind.
            So lange der Transport eines vollen Sattels von Verona nach München keinen Tausender kostet und man um 17.00-18.00 Uhr in Verona laden kann und gegen 9-10 Uhr ist er in München, wird sich nichts ändern.
            Mit Fahrverboten und Mauterhöhungen lässt sich auch ein BBT auslasten.

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