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    Versammlung der Heimatfernen

    v.l. Waltraud Deeg, Erich Achmüller, Gabriele Morandell, Martha Stocker, Eugen Runggaldier

    v.l. Waltraud Deeg, Erich Achmüller, Gabriele Morandell, Martha Stocker, Eugen Runggaldier

    Die Südtiroler in der Welt haben sich am Samstag in Bozen zur Vollversammlung getroffen. Welche Themen dabei besprochen wurden. 

    Vertreterinnen und Vertreter der 25 Südtirol-Vereine aus der Schweiz, aus Liechtenstein, Österreich und Deutschland haben sich zur Vollversammlung der Südtiroler in der Welt in Bozen getroffen. Neben dem Tätigkeitsrückblick stand ein Referat der Volksanwältin Gabriele Morandell auf dem Programm. Sie informierte über die Arbeit der Volksanwaltschaft in Südtirol und zog Vergleiche und Parallelen zu den Ombudsstellen, Volksanwaltschaften, Patientenanwälten, Bürgeranwälten und Petitionsausschüssen im benachbarten Ausland.

    Die Arbeitsstelle für die Südtiroler in der Welt ist eine Dachorganisation für die 25 Südtirol-Vereine und -Verbände im deutschsprachigen Ausland, die ihr angeschlossen sind. Sie ist Interessensvertretung für die ausgewanderten Südtiroler und zugleich Verbindungsstelle zu Behörden und Institutionen.

    Der Vorsitzende der Arbeitsstelle für die Südtiroler in der Welt, Erich Achmüller, machte einen Rückblick auf die Tätigkeit im vergangenen Jahr. Die Arbeitsstelle feierte 2016 ihr 60-jähriges Bestehen und ist nach wie vor erste Anlaufstelle für alle Südtiroler, die im Ausland leben oder planen auszuwandern. Interessierte holen sich im Büro, das beim KVW in Bozen angesiedelt ist, Beratungen und Informationen zu Steuern, Rente, Rücksiedlung, Staatsbürgerschaft, Wohnbau, Erbrecht, GIS usw.

    1nbenanntDie Arbeitsstelle intervenierte auch bei politischen Entscheidungsträgern auf Landes- und Staatsebene und vertrat die Interessen der Heimatfernen. Im vergangenen Jahr war die Gemeindeimmobiliensteuer GIS ein Schwerpunkt; es ging um die Reduzierung der Steuersätze für pensionierte Heimatferne, die in Südtirol eine Immobilie besitzen. Aber auch in Grenzpendlerangelegenheiten, bei der Wohnbauförderung für rückkehrende Südtiroler in der Welt und bei den konventionierten Wohnungen gab es Interventionen.

    Generalvikar Eugen Runggaldier brachte in den Grußworten den neuen Seligen Josef Mayr-Nusser den Heimatfernen näher. „Heute in einer Woche wird um diese Zeit im Bozner Dom der Eidesverweigerer Josef Mayr-Nusser selig gesprochen“, sagte Runggaldier. Die Beschäftigung mit ihm habe gezeigt, wie schwierig die Zeit war und auch heute noch ist. Der Konflikt um die Entscheidung, was ist Heimat, die Sprache oder das Land, ist in Südtirol nicht aufgearbeitet worden.

    Runggaldier spannte den Bogen zur Situation heute und sprach den Wunsch aus, dass wir nicht zu Menschen werden, die anderen die Heimat nehmen. Er erinnerte an die Verantwortung aller den Flüchtlingen gegenüber, nicht nur bei der Erstaufnahme, sondern auch nach ausgesprochenem Asylrecht.
    Auch in den Grußworten der für die Heimatfernen zuständigen Landesrätin Martha Stocker ging es um das Thema Heimat. Historische Ereignisse und ihre Auswirkungen sind der Grund, „dass wir heute hier sind“, so Stocker. „Es hat Zeiten gegeben, in denen alles, was uns Heimat bedeutet, nicht zusammen bleiben durfte: Sprache, Ort und Kultur“.

    1unbenanntAuf der heurigen Vollversammlung stellte Volksanwältin Gabriele Morandell die Tätigkeit der Südtiroler Volksanwaltschaft vor. Die Volksanwaltschaft gibt es in Südtirol seit über 30 Jahren, Morandell ist die vierte Südtiroler Volksanwältin. Jährlich werden über 900 Beschwerden behandelt und rund 3000 Beratungen durchgeführt.

    Morandell erklärte die Tätigkeit der Südtiroler Volksanwaltschaft mit Beispielen aus den benachbarten Ländern. So gibt es bei uns keinen Patientenanwalt, auch dies wird von der Volksanwältin bearbeitet. „Aufgabe der Volksanwaltschaft ist die Beschwerdeprüfung, die Information, Beratung und Vermittlung bei Konflikten zwischen den Bürgern und der öffentlichen Verwaltung“, erklärte Morandell.

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    Kommentare (3)

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    • george

      Bin zwar in Südtirol, fühle mich aber trotzdem häufig recht heimatfern bei diesem System, das schon seit Jahren hier den Ton angibt.

    • franz

      “Runggaldier spannte den Bogen zur Situation heute und sprach den Wunsch aus, dass wir nicht zu Menschen werden, die anderen die Heimat nehmen. Er erinnerte an die Verantwortung aller den Flüchtlingen gegenüber, nicht nur bei der Erstaufnahme, sondern auch nach ausgesprochenem Asylrecht.“ [….]
      Man sollte auch nicht unkontrolliert hunderttausende illegale Flüchtlinge ins Land lassen dafür 4 Milliarden / Jahr ausgeben anstatt Arbeitsplätze zu schaffen, dass nicht jährlich 100.000 junge gutausgebildete Menschen abwandern müssen um sich im Ausland eine Arbeit zu suchen.
      Oder “Reduzierung der Steuersätze für pensionierte Heimatferne, die in Südtirol eine Immobilie besitzen. Aber auch in Grenzpendlerangelegenheiten, bei der Wohnbauförderung für rückkehrende Südtiroler in der Welt und bei den konventionierten Wohnungen gab es Interventionen.“ [….]
      Wie selbst Erich Achmüller, auf “rai südtirol“ betonte, viele pensionierte Heimatferne kommen nicht in ihre Heimat zurück weil sie in Italien ( Südtirol ) gegenüber anderen EU Staaten wie z. B Deutschland hohe Steuern zahlen.
      Im Gegenteil, viele Rentner wandern aus nach Portugal Bulgarien usw. wo Rentner keine Steuern bezahlen.
      Leider bezahlen Rentner in Italien horrende Steuern, während Unternehmen wie Google – Glückspielbetreibern ein Skonto von 75 % und mehr gemacht wird.
      Apropos Generalvikar Eugen Rungaldier spannte den Bogen zur Situation
      Rungaldier von der Katholischen Kirche meint auf rai südtirol 21.10.2016. 20:00, nicht der der Staat ist für die Aufnahme der Flüchtlinge in Südtirol zuständig wie zum Teil bewusst oder aus politischen Gründen behauptet wird sondern auf Grund des Autonomiestatuts das Land und kann demensprechen autonom entscheiden wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen.
      So gesehen könnte man anstatt 1700 Flüchtlinge aufzunehmen wie LH -Kompatscher meint aufzunehmen mit diesen Geld den pensionierte Heimatfernen die Rückkehr erleichtern.
      Es war Kompatscher selbst, der, im Anschluss an das Treffen mit Innenminister Alfano in Rom, zur Journalistin der hiesigen Rai “ Tagesschau rai südtirol 07.10.2016 20:00“ 1:00 “wörtlich gesagt hatte: “Um die Zahl 1.700 zu erreichen werden uns nur mehr weitere 250 Personen zugewiesen..”

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