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    Vinschgau rüstet auf

    bzg-vinschgauDer Vinschgau hat mit den Flüchtlingsunterkünften in Mals und Schlanders seine Asylwerber-Quote großteils erfüllt. Dennoch wird der Bezirk vorsorglich um die Aufnahme in das SPRAR-System ansuchen.

    von Karin Gamper

    Über 40 Flüchtlinge sind in Mals untergebracht, weitere 40 werden in Kürze nach Schlanders kommen. Damit hat der Vinschgau die vom Land vorgegebene Asylwerber-Quote großteils erfüllt. „Nur noch etwa 20 Plätze fehlen noch“, rechnet Andreas Tappeiner, der Präsident der Bezirksgemeinschaft vor.

    Doch im Vinschgau glaubt eigentlich niemand daran, dass es damit getan sein wird. „Wir gehen davon aus“, so Tappeiner, „dass es sich hier um ein dynamisches Phänomen handelt.“ Im Klartext: es werden weitere Flüchtlinge nach Südtirol kommen, die in der Folge auf das ganze Land verteilt werden.

    „Daher möchten wir uns rechtzeitig rüsten“, so der Präsident. Wie die bisherige Erfahrung gezeigt hat, ist es alles andere als einfach, große Flüchtlingskontingente in einer Struktur bzw. Gemeinde unterzubringen. Deshalb wird sich der Bezirk am so genannten SPRAR-System der italienischen Regierung beteiligen. Dieses sieht vor: Gemeinden können einzeln oder im Verbund die Initiative ergreifen, ein geeignetes Gebäude für die Aufnahme von Asylbewerbern finden und mit einer geeigneten Trägerorganisation direkt beim Staat ein Projekt zur Integration dieser Flüchtlinge einreichen. Diese freiwillige Teilnahme wird vom italienischen Staat mit bis zu 35 Euro pro Kopf und pro Tag finanziert. Das SPRAR-System sieht dabei vor, dass die Gemeinden auch kleinere Gruppen von 5 bis 15 Asylbewerbern unterbringen und aufnehmen können. Im Gegenzug sind die teilnehmenden Gemeinden von der Zuweisung weiterer Flüchtlinge ausgenommen.

    Im Vinschgau kann man diesem Konzept einiges abgewinnen. Andreas Tappeiner: „Es ist in unseren Augen für die Integration sinnvoller und auch für die Gemeinden leichter zu verkraften, wenn die Flüchtlinge in kleineren Gruppen untergebracht werden“.

    Die Koordinierung würde die Bezirksgemeinschaft übernehmen. Innerhalb März sind daher alle Vinschger Gemeinden aufgefordert einen offiziellen Delegierungsbeschluss zu fassen. In Prad ist dies bereits bei der Ratssitzung am Dienstag geschehen.

    „Anschließend wird ein gemeinsames Programm erarbeitet, das in Absprache mit den Gemeinden die Unterkunftsmöglichkeiten, aber auch Integrationsmaßnahmen wie Sprachkurse oder Arbeitsvermittlung enthält“, erklärt Tappeiner. Das Programm müsse bis Juni eingereicht werden, wobei auch Mittel der EU zur Verfügung gestellt würden.

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