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    Versenkter Kompromiss

    landtag bizzo zeller

    Doch kein Wunder: Wie Landtagspräsident Roberto Bizzo die Durchführungsbestimmung zur Toponomastik wohl endgültig zu Fall gebracht hat.

    Von Matthias Kofler

    Wer nach der letzten Sitzung der Sechserkommission von einem „Wunder“ (Karl Zeller) oder von der „Quadratur des Kreises“ (Francesco Palermo) sprach, weil es so schien, als würde nach langem Ringen auch Landtagspräsident Roberto Bizzo dem Kompromiss von Francesco Palermo zustimmen, wurde bei der gestrigen Sitzung eines Besseren belehrt. Auch der vom italienischen Alpenverein CAI mitgetragene Kompromiss reichte offensichtlich nicht mehr aus.

    „Die Einstimmigkeit in der Kommission hat gefehlt, weshalb wir uns entschieden haben, die Verhandlungen abzubrechen“, erklärt Senator Karl Zeller. Zwar sei man bereit gewesen, auf viele Forderungen Bizzos einzugehen – zum Beispiel auf die italienische Übersetzung der Namen Schloss Matschatsch und Hocheppan. Doch der PD-Politiker habe zu verstehen gegeben, dass er nicht für die Durchführungsbestimmung stimmen werde. Weil Kommissionspräsident Francesco Palermo am Ende nicht als einziger Italiener für den Kompromiss stimmen wollte, wurde die Sitzung abgebrochen.

    Unklar ist, wann der nächste Termin der Sechserkommission stattfinden wird.

    Die letzten Tage und Wochen waren gekennzeichnet von einem medialen Kesseltreiben gegen den Palermo-Zeller-Kompromiss, sodass das PD-Mitglied Roberto Bizzo nun kalte Füße bekam. Nachdem Bizzo in der Sitzung von Mitte Februar der Durchführungsbestimmung zugestimmt hatte, begann im Parlament eine Unterschriftensammlung, bei der so getan wurde, als würden in Südtirol alle italienischen Namen verschwinden. 102 Senatoren und weitere hundert Kammerabgeordnete unterschrieben das Dokument. Einige Unterschriften sorgten für Verwunderung, etwa die Unterschriften der beiden Senatoren der Autonomiefraktion, der Karl Zeller vorsteht.

    So lässt es sich erklären, dass der ehemalige PD-Landesrat nicht den Mut aufbrachte, einem Kompromiss zuzustimmen, der die Materie endgültig einer Lösung zugeführt hätte, bei dem es – so Palermo – weder Sieger noch Verlierer gegeben hätte.

    „Das ist eine Pflanzerei“, bedauert Zeller. Der SVP-Senator geht davon aus, dass die Durchführungsbestimmung nun endgültig zu Fall gebracht worden sei. Es sei äußerst unwahrscheinlich, dass der Ministerrat einer Lösung zustimme, die nicht von allen Mitgliedern der Sechserkommission getragen werde. Der Landtag tue deshalb gut daran, das vor dem Verfassungsgericht angefochtene Landesgesetz von 2012 abzuschaffen und bis auf Weiteres beim Ist-Zustand zu bleiben, meint Zeller.

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    Kommentare (10)

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    • einereiner

      Lieber Zeller, kriegst du nicht langsam das Gefühl, dass dich die Italiener nur pflanzen? Dass Italien nicht reformierbar ist, siehe Referendum? Liebst du die Italiener immer noch so, um in einem gemeinsamen Staate zu leben?
      Wir haben den Krieg verloren und als Strafe Italien dazubekommen. Aber langsam sollten wir sie in die Freiheit entlassen und ihnen ihren eigenen Staat gönnen.
      Los von Rom und zurück zu unserem Heimatland Österreich!

    • unglaublich

      Ich bedauere sehr, dass viel zu viele Italiener die Zeit nach dem 1. Weltkrieg als „nicht schlimm“ bzw. „Ok“ bewerten und damit keine Verantwortung übernehmen. Das steht einem definitiven friedlichen Zusammenleben im Weg.

    • sepp

      der Zeller viel blabal und ……. nix welche Meldung vor a paar Wochen wos der Zeller lei erreicht hot gor nix hot er erreicht liebe SVP dankt euren Partner PD

    • criticus

      Herr Zeller, Herr Achammer, bevor man den Bären erlegt hat sollte man sein Fell nicht verkaufen! Das ist der Dank des PD für die SVP-Italienfreundlichkeit bei der Wahlhilfe im Dezember! Seit Generationen muss mit der italienischen Politik um jeden Beistrich gestritten werden. Hoffe, dass die SVP endlich aufwacht und sich von diesem Staat verabschiedet!

    • andreas

      Mir haben gestern Italiener verärgert erklärt, dass wir Deutsche die letzten 8.000 italienischen Namen abschaffen und nur mehr deutsche Namen verwenden wollen. So richtig haben sie die Thematik wohl nicht verstanden und es scheint, dass sie sich massiv darüber aufregen und wohl deshalb einige zurückgerudert sind.

    • l.vetinari

      Da waren sich die deutsche und die italienische Rechte ja mal wieder einig. Einen Kompromiss wollen beide nicht. Lieber gemeinsam auf die Mitte schießen..

    • rota

      Haislraggler ( ommimmerd) halten die Kacke am Dampfen weil für ihr Berufsbild und Bildungsstatus keine andere bezahlte Beschäftigung zu finden wäre ( die Arbeiter der Kanalreinigung haben einen ehrenwerten Beruf ).

    • richard

      Der Herr Senator! Wollte wohl Geschichte schreiben?

    • checker

      Hört endlich mit diesem nervigen Thema Topon. auf, das ist momentan ein Nebenschauplatz (auvh wenn wir Recht haben). Konzentrieren wir uns auf die wichtigen Schlachten denn von denen gibt es momentan mehr als genug zu schlagen: Reallöhne, Steuern, die wirtschaftlich schwierge Lage Italiens, schauen, dass wir alle Gelder erhalten (es fehlen noch immer 3Mld. Euro) hochqualifizierte Arbeitsplätze, usw. Usw.
      Aber bei den wichtigen Themen, wie man beim Referendum gesehen hat, haben die Südtiroler dann wohl mehrheitlich für die eigene Abschaffung gestimmt…obwohl Magnago, Durnwalder und alle bisherigen LH’s bisher eine neutrale Haltung eingenommen haben….Das ist purer Aktionismus einer schwächelnden SVP, die mit der Top. nur eines erreicht: die Italiener im Lande gegen uns aufzubringen…nicht sehr schlau…

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