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    Das 16-Millionen-Stadion

    eishalleBruneck baut ein Eisstadion, das über 16 Millionen Euro kostet. Das Problem: Die Gemeinde könnte sich mit diesem Projekt finanziell übernommen haben.

    von Silke Hinterwaldner

    „Das neue Eisstadion“, sagt Hanspeter Niederkofler seufzend, „ist sicherlich ein schönes Projekt. Aber die Kosten für die Gemeinde sind happig.“

    Am Mittwoch wurde den Gemeinderäten von Bruneck das Vorprojekt für das neue Eisstadion in der Schulzone von Bruneck präsentiert. Nur: Die Kosten sind weiter gestiegen und der endgültige Höhepunkt ist wohl noch nicht erreicht.

    Derzeit werden die Kosten für das Stadion mit 16,5 Millionen Euro beziffert, allein die Gemeinde Bruneck muss weit über zehn Millionen davon selbst stemmen. „Das wird ganz bestimmt nicht leicht werden“, sagt der Grüne Gemeinderat Niederkofler, „wenn wir hier so viel Geld ausgeben, dann wird es an anderen Ecken fehlen.“

    Aber er weiß freilich auch, dass an der Entscheidung nicht mehr gerüttelt werden kann. Noch im Sommer soll ein Konzept zur Führung des neuen Stadions vorgelegt werden, um zu verstehen, welche Folgekosten auf Bruneck zukommen und welche Einnahmen man generieren kann. Die Ausschreibung der Arbeiten soll auch noch in diesem Jahr vorgenommen werden. Geht alles nach Plan, wird die neue Eissportanlage im Herbst 2019 aufsperren.

    Im Detail ist noch immer nicht ganz klar, was tatsächlich in den Hallen Platz finden wird. Zuletzt ist die Idee lanciert worden, auch eine Curling-Anlage einzubauen. Die Finanzierung dafür sollte über Landesgelder erfolgen.

    Daran, dass Bruneck eine neue Eissportanlage braucht, bezweifelt längst niemand mehr. Aber immer wieder tauchen Bedenken auf, wenn es um die Kosten geht. „Die Gemeinde hat sich zu stark exponiert“, sagt Niederkofler, „sie hat sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie Bruneck damit zurechtkommt.“

     

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    Kommentare (11)

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    • einereiner

      Also planen wir mal 25 Millionen ein.
      Schon bei 12 Millionen geplanter Kosten wurden mehrere Millionen vom Schultopf genommen (Eishockeyspielen ist ja wichtiger als die Bildung unserer Kinder), die GIS ist hoch und die Parkgebühren flächendeckend. Für die Sportzonen der Fraktionen wurden die Kassen der Eigenverwaltungen geplündert, 700000 kostet jedes Jahr der Aufenthalt eines italienischen Fussballclubs.
      Haben wir Brunecker wirklich Lust, dem Sport so viel Geld hinzuschieben?

    • roberto

      Die oben im Bericht zitierte Summe ist schlicht gesagt monströs. Diese enormen finanziellen Mittel in ein Eisstadion zu investieren und wo man jetzt noch zusätzlich kein Konzept bezüglich der Verwaltung und Führung dieser Sporteinrichtung hat, ist schlicht weg absurd. Die Folgekosten, wie Instandhaltung und Betrieb, werden heute nicht einmal ansatzweise erwähnt – was sollen sich dabei die Brunecker Bürger blos denken?
      Sieht man sich in Europa ein klein wenig um so findet man eine ganze Reihe attraktive Eishallen, die zwischen 8 und 9 Mio Euro gekostet haben und wo die Führung dieser Hallen allein in der öffendlichen Hand liegt. In diesen öffendlichen Komitees sitzen eben Personen mit sportspezifischen Fachkenntnissen mit Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Bevölkerung die das ganze finanziert.
      Bei euch in Bruneck drehen die Räder aber immer etwas anders. Die meisten Ausschussmitglieder eures Vereins bzw. GMBH sind nicht einmal finanzielle Teilhaber und entscheiden mit dem Geld anderer Leute über den sportlichen und finanziellen Werdegang.

    • noxxer

      die Zusage der Landesgelder hatte die SVP ja im september Landtags-Wahlkampf 2013 im Stadion gemacht. Damals mit großen Applaus der „gekauften“ Pusterer Fans.
      es gibt immer 2 Seiten der Medaille! 😉

    • wanderer

      …..dafür werden die Beiträge für die Tätigkeit der Vereine jährlich zusammengestrichen. Vereine welche keine großen Infrastrukturen haben und brauchen nagen am Hungertuch. Das Sport Budget wird von Großinvestitionen wie Stadion FC Südtirol (für 3 Südtiroler Fußballer und zahllosen alternden ex Italienpokalspielern), riesige Eispaläste mit ausufernden Folgekosten, enorme Kletterhallen usw. aufgefressen.

    • vagabund

      Leider wieder mal ein ausschließlich populistischer Artikel….
      wo natürlich nur eine Seite zu Wort kommt.

      Ach ja, bitte keine:
      – Fußballplätze bauen
      – keine sonstigen Sportplätze
      – keine neuen Sporthallen und natürlich die bestehenden auch nicht mehr sanieren
      (am besten alles abreißen)
      usw. usw.

      Man kann auch mal langsam einen Punkt setzen mit der Kritisiererei und Nörggelei….
      Peinliche Kommentare hier!!!

      • roberto

        Bis hierher hat sich noch kein Befürworter, mit konkreten und überzeugenden Argumenten, für den Bau der Eishalle Bruneck mit dieser Kostendimension gemeldet. Mit Verlaub, 16,500.000 € entsprechen ca. 1.000 € + Folgekosten pro Brunecker Einwohner, vom Neugeborenen bis zum alten „Dattergreis“.

        Sehr geehrte/r Herr/Frau „vagabund“ erklären Sie uns allen hier einmal, wie diese enorme Summe zustande kommt und warum diese Summe gerechtfertigt sein soll. Schießlich spricht man hier vom öffendlichen Geld – Steuern.

        Danke im Voraus

      • einereiner

        @vagabund
        deine Gedanken weiterspinnend….alles bauen was irgendeiner in Bruneck von der Gemeinde finanziert haben will und wir enden wie Griechenland.
        Die Menge macht das Gift.
        Zuviele Ausgaben sind Gift für die Haushaltskasse…Bruneck hat schon 50 Millionen Schulden, bzw. 100, wenn man die der Stadtwerke dazurechnet. Willst du noch mehr? 200 oder 500?
        Irgendwann geht der Komissar um…und das macht dann weniger Spass als Falco.

        • lois

          @einereiner
          Als Gemeinderat haben Sie das aktuelle „Einheitliche Strategiedokument“ (http://transparenz.gvcc.net/Transparenz/DlFile?rootType=allg&gemeinde=21013&id={0C29D6C4-9D5A-4F05-A3ED-AC5AC518DD34}&lang=de) mit Sicherheit gut studiert. Auf den Seiten 77-81 sind alle Sachverhalte bezüglich Schuldenstand der Gemeinde verständlich zusammengefasst. Daraus ist ganz klar ersichtlich, dass die Gemeinde Bruneck aktuell 45 Mio. € Schulden hat, von denen 35,7 Mio. tatsächliche Bankdarlehen sind. Die verbleibenden 9,3 Mio. sind Schulden aus dem Rotationsfond und somit letztendlich Verbindlichkeiten dem Land gegenüber (und damit weniger „problematisch“). Der wesentliche Punkt betrifft aber den Verlauf des Schuldenstands der Gemeinde der letzten Jahre: Beliefen sich die Schulden (Bankdarlehen) der Gemeinde 2008 noch auf gut 76,6 Mio., sind sie heute mehr als halbiert (plus Darlehen aus dem Rotationsfond), eine positive Entwicklung, die laut selbigem Dokument auch in den nächsten Jahren anhalten wird. Ihre Schwarzmalerei find ich deshalb alles in allem ziemlich übertrieben, zumal für das vorliegende Projekt Darlehen über 5 Mio. vorgesehen sind, welche alle aus dem Rotationsfond stammen… Wie Sie richtigerweise schreiben, macht die Menge das Gift, doch Angesicht oben genannter Tatsachen, kann in Bruneck davon derzeit keine Rede sein…

          • einereiner

            @lois
            Schulden sind Schulden, auch wenn sie dem Land geschuldet sind, müssen sie trotzdem bezahlt werden. Und du vergisst die Schulden der Stadtwerke. Nicht umsonst ist der Fernheizungs-Wärmepreis höher als der Durchschnitt und immer mehr Zweitwohnungsbesitzer bauen sich einen Kamin ein. Der Strom teurer und die Parkgebühren mittlerweile großflächig. Meine Vision einer Gemeinde ist es nicht, wenn der Bürger immer und überall abgezockt wird um Prestigebauten zu finanzieren. In der Südtiroler Privatwirtschaft kommt langsam die Erkenntnis, dass die Party vorbei ist….in der Brunecker Politik noch nicht. Versuch mal in Bruneck ein Lokal zu vermieten….du wirst dich wundern. Die Wohnungspreise gehen seit Jahren nach unten…..und keiner gibt es zu. Jetzt wärs Zeit zum Gegensteuern.

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