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Die Soul-Kitchen-Story

Das brennende Nachtlokal (Archivaufnahme)

Das brennende Nachtlokal (Archivaufnahme)

Kam es bei der Übergabe der Bozner Nachtbar Soul Kitchen im Jahre 2012 zu einem Betrug? Ein kurioser Prozess am Landesgericht.

von Thomas Vikoler

Im Oktober 2015 ging ein Teil der Räumlichkeiten der Nachtbar Soul Kitchen in der Bozner Industriezone in Flammen auf. Angeblich hatten Obdachlosen in den seit einiger Zeit ungenutzten Räumlichkeiten campiert.

Zur Vorgeschichte des Lokals gehört, jedenfalls aus der Sicht der Staatsanwaltschaft, ein Betrug.

Am 29. August 2012 kaufte der 50jährige Max Mocavero von einem gebürtigen Kroaten namens Skender Hrustich die Betriebslizenz samt Einrichtung.

Macavero hatte es offenbar eilig, denn während eines Krankenhausaufenthalts von Hrustich übernahm er kurzerhand den Betrieb des Lokals.

Der Stromvertrag mit den Etschwerken war da nicht auf den neuen Inhaber übertragen, die Stromrechnung musste Hrustich später aus der eigenen Tasche begleichen.

Der Vorbetreiber des gutgehenden Lokals beklagt insgesamt einen Schaden von 60.000 Euro.

Weil Mocavero, der neue Inhaber, nach der Unterzeichnung des Vertrages lediglich 5.000 Euro der vereinbarten 42.000 Euro Ablöse bezahlte, erstattete Hrustich Strafanzeige gegen ihn. Wegen Betrugs.

bildschirmfoto-2015-10-20-um-04-58-47-e1445309998657Der Fall wurde nun am Landesgericht vor Einzelrichter Michele Papparella verhandelt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Mocavero vor, nach der Zwangsschließung des Lokals (gegen den Eigentümer des Betriebsgebäudes lief ein Vollstreckungsverfahren) zahlreiche Möbelstücke aus dem Soul Kitchen entfernt zu haben. Trotz der vom Gerichtsvollzieher angebrachten Siegel.

Der Anwalt Martin Fill, der Mocavero verteidigt, bestreitet den Betrugsvorwurf. Wennschon handle es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit, sein Mandat habe wegen der zwangsweisen Betriebsschließung die weiteren Ablöseraten nicht bezahlen können. Getäuscht habe er Skender Hrustisch aber nicht.

Wie ging die Geschichte des Soul Kitchen weiter?

Ein chinesischer Unternehmer ersteigerte die Räumlichkeiten des Lokals im Rahmen des Vollstreckungsverfahren, konnte die vormals beliebte Bar aber lediglich für einige Monate führen.

Bis die Clochards dort einzogen und es bald darauf brannte.

Das Urteil im Strafverfahren wird voraussichtlich auf der nächsten Verhandlung im Juli ergehen.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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