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    Doppelte Fernsehgebühr

    doksalperia-sitzDer Energieriese Alperia droht Familien wegen der vermeintlich nicht bezahlten RAI-Gebühr mit der Abschaltung des Stroms. Viele Haushalte haben die Abgabe aber bereits getätigt.

    von Markus Rufin

    In den letzten Tagen dürften viele Steuerzahler verdutzt gewesen sein, als sie ihre Briefkästen öffneten. Mehrere Haushalte erhielten einen rekommandierten Brief des Südtiroler Energieriesen Alperia, in dem auf den ersten Blick mit einer Abschaltung des Stromnetzes gedroht wird, sofern man nicht die Fernsehsteuer bezahle. Viele dieser Haushalte haben die Abgabe aber schon mit dem F24-Einzahlungsschein getätigt.

    Zur Erinnerung: Im Oktober 2016 sorgte die Nachricht für Aufregung, dass die Fernsehsteuer in Zukunft über die Stromrechnung bezahlt wird. Familien, die über 3 kW Strom verbrauchen, mussten die Summe über das Steuermodell F24 einzahlen. Jetzt wird diesen Familien vorgehalten, sie hätten die Fernsehsteuer noch gar nicht bezahlt. Aber darf Alperia überhaupt Mahnbriefe für die Fernsehsteuer ausstellen?
    Die Verbraucherzentrale Südtirol versucht, diese Angelegenheit zu klären. Gunde Bauhofer, Beraterin bei der VZS, erklärt im Gespräch mit der TAGESZEITUNG: „Wir sind gerade dabei, den Fall bei der Agentur für Einnahmen zu prüfen, warten derzeit aber auf eine Antwort. Wir hoffen, dass wir den Bürgern so schnell wie möglich Bescheid geben können.“

    Wie soll sich ein Kunde verhalten, wenn er eine Mahnung von Alperia bekommen hat? Bauhofer verweist auf die Homepage der Agentur für Einnahmen und ergänzt, dass es „grundsätzlich legitim ist, die Fernsehsteuer nicht nochmal zu zahlen, sofern sie bereits bezahlt wurde.“ Außerdem versichert die VZS-Beraterin, dass es unmöglich sei, dass es zur Abschaltung des Stromnetzes kommt, wenn die Fernsehsteuer nicht bezahlt wurde.

    Das garantiert auch der Energiekonzern selbst. Die Verantwortliche des Retail & Customer Service von „Alperia“, Francesca Scipione, bestätigt: „Es ist nicht vorgesehen, einem Kunden nur wegen einer unbezahlten Fernsehsteuer den Strom zu entziehen. Wir dürfen lediglich eine Erinnerung zuschicken.“

    Das steht auch so in den Briefen, die die Steuerzahler vor kurzem erhielten. Zwar wird zu Beginn des Schreibens damit gedroht, dass „nach Verstreichen von 3 Werktagen […] ohne weitere Vorankündigung […] die Einstellung der Lieferung“ erfolgt, weil „bis heute die Zahlung der auf der Rückseite angeführten Rechnung nicht aufscheint.“ Ein paar Sätze später aber heißt es, dass die Fernsehgebühr davon nicht betroffen ist. In diesem Fall würde die Agentur für Einnahmen sich mit dem Fall beschäftigen und evtl. Geldstrafen verhängen, „außer der Kunde hat bereits den Beitrag mittels Vordruck F24 überwiesen.“ Im Brief wird darauf nicht weiter eingegangen. In anderen Worten: Bei dem Brief, der eindeutig als „Mahnung“ gekennzeichnet ist, handle es sich lediglich um eine unverbindliche Erinnerung. Scipione betont: „Wenn die Fernsehsteuer mit dem F24 Einzahlungsschein gedeckt wurde, kann man den erhaltenen Brief auch wegwerfen und ihn unbeachtet lassen.“

    Laut Alperia kann es aber auch vorkommen, dass die Fernsehsteuer – trotz korrekter Einzahlung über F24 – auf der Rechnung eines Haushaltes, in Form eines Dauerauftrages, steht. In diesem Fall muss der Kunde den Zahlungsauftrag auf der Bank kündigen, ansonsten zahlt er den Rundfunkbeitrag zweimal. Wie soll der Südtiroler Steuerzahler also nun reagieren?

    Wichtig ist es auf jeden Fall, erhaltene Rechnungen noch einmal zu kontrollieren. Jene Bürger, die einen Brief von Alperia erhalten haben, sollen auf eine offizielle Mitteilung der VZS warten und noch nicht zahlen, auch wenn eine Frist angegeben ist. Die Pannenserie rund um die holprige Einführung der Fernsehgebühr ist damit um eine Episode reicher.

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    Kommentare (7)

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    • ahaa

      Fùr ein solches System brauch es wirklich viel Schule.Einfach làcherlich was sie sich leisten kònnen!

    • brutus

      …man sollte den Zuständigen für die Kundenbetreuung bei Alperia bei den Ohren nehmen. Wer so wenig Sensibilität gegenüber der zahlenden Kundschaft zeigt, sollte sich einmal bewusst werden, dass man es hier nicht nur mit Nummern, sondern Menschen zu tun hat!

    • rota

      ruft mal bei den Kundentelefonen an, entweder ihr seid der italienischen Sprache voll mächtig oder ihr wartet und wartet und wartet und wartet.
      Der Strom ist wieder in Südtiroler Hand, an der Geschäftssprache wird noch gearbeitet.

      • markp.

        Wenn du die Alperia meinst, dann bist du auf dem Holzweg. Da wartet man nicht lange und wird auch deutsch gesprochen. Die Alperia kann aber nichts gegen die Vorgänge der Rai. Für einen Telefontermin braucht man nur 24h vorher einen Telefontermin ausmachen und wird auch pünktlich kontaktiert. Einzig wo du recht hast ist, dass dieser nur in italienischer Sprache erfolgt.

        Der Alperia jedenfalls kann man nur die drohenden ersten Zeilen des Mahnschreibens vorwerfen. Für den Rest kann Alperia nichts für die Versäumlisten. Die bekommen sie von der Rai. Und auch das ganze Chaos hat der italienische Gesetzgeber und die Rai zu verantworten.

    • rota

      Alperia ist zwar nun in „deutscher Hand“ behaltet und beharrt dabei immer schön gewinnorientiert auf der Italienischen Gewohnheit Steuern auf Steuern zu kassieren. Die Kunden und die südtiroler Politiker billigen dies…

    • andreas

      Bin kein Freund der RAI und mag keine Behördengänge, doch beim Büro der RAI in Bozen ist eine sehr freundliche und deutschsprachige Frau, welche einem unkompliziert weiterhilft, hätte ich so nicht erwartet. Ich musste nur kurz die Gründe, warum ich nicht zahle, auf die Rückseite der Rechnung schreiben und diese wurde annulliert, da die Rechnung nicht berechtigt war.
      Die RAI hat auf Verdacht mal Rechnungen geschickt, 70 Euro hab ich bezahlt, da ich keine Lust hatte mich darum zu kümmern, bei den über 200 Euro bin ich dann zur RAI und die Rechnung wurde annuliert.

      • markp.

        Bei welcher Nummer hast du angerufen. Also bei jener, die mir die Alperia gegeben hat muss man stundenlang warten, um überhaupt durchzukommen.
        Dann bleibt nur bei prontolarai.it online einen Telefontermin vorzuschlagen. Da telefonieren sie auch pünktlich, aber nicht in deutscher Sprache.

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