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„Wolf hat keinen Platz“

Klausurtagung des SBB

Obmann Leo Tiefenthaler stellte die Schwerpunkte 2017 vor, im Hintergrund das SBB-Präsidium (von links: Sighard Alber, Gottfried Oberstaller, Karl Framba, Bernhard Burger, Hiltraud Erschbamer und Viktor Peintner).

Klausurtagung des Südtiroler Bauernbundes: Im Fokus für das Jahr 2017 stehen das neue Landesraumordnungsgesetz und der nationale Wolfsplan. 

Bereits im letzten Jahr hat sich der SBB intensiv mit der Ausarbeitung des neuen Landesraumordnungs- und Landschaftsschutzgesetzes beschäftigt. Eine Arbeitsgruppe hat eine Reihe von Verbesserungen ausgearbeitet und den politisch Verantwortlichen vorgelegt. „Dem Südtiroler Bauernbund geht es vor allem darum, den knappen Kulturgrund besser zu schützen. Dafür sollen leerstehende Gebäude zukünftig wieder genutzt werden. So könnte man das Grün schützen“, erklärte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Zudem wünscht sich der Südtiroler Bauernbund mehr Mitsprache für die Grundeigentümer. Auch sollen die Gemeindevertreter vor Ort mehr Entscheidungskompetenz erhalten. In den nächsten Wochen sind weitere Treffen mit dem Landesrat und der Landesverwaltung geplant.

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Klausurtagung des SBB

„Wir hoffen, dass möglichst viele unserer Vorschläge angenommen werden und am Ende ein gutes Gesetz beschlossen wird.“

Weniger Freude hat der SBB hingegen mit der Diskussion über eine Neuregelung des Landschaftsschutzes. „Da die Kompetenzen zwischen Bozen und Rom nicht ganz klar sind, ist es sinnvoller, die Regeln zum Landschaftsschutz so zu belassen, wie sie derzeit sind“, erklärte Tiefenthaler. Vor allem müssten die sog. Bagatelleingriffe, also kleinere Arbeiten, die die Bürgermeister genehmigen, erhalten bleiben. „Das ist eine effektive Maßnahme zur Verringerung der Bürokratie.“

Sorgen machen sich die Bergbauern über eine mögliche Präsenz von Wölfen im Land. Das würde die Almwirtschaft in Bedrängnis bringen. Sauer stößt den Bauern besonders die strenge italienische Regelung auf. Während nämlich in anderen Staaten auch ein gezielter Abschuss möglich ist, wenn z. B. Nutztiere in Gefahr sind oder die Population zu stark zunimmt, ist eine Entnahme in Italien de facto nicht möglich.

Stattdessen werden Vorsichtsmaßnahmen vorgeschlagen, die in Südtirol sicher nicht umsetzbar sind. „Wir können nicht Hunderte Herdenschutzhunde einsetzen oder unsere Almen komplett einzäunen. In einem Land wie Südtirol, wo noch so gut wie alle Almen bewirtschaftet und von Einheimischen wie Touristen in ihrer Freizeit genutzt werden, hat der Wolf keinen Platz.“ Er solle in jenen Gebieten angesiedelt werden, die nicht bevölkert sind, wovon es gar einige gebe.
Als guten Kompromiss wertet der SBB den Vorschlag für die Neuregelung der Almerschließungen, der derzeit auf dem Tisch liegt. Darin ist eine Kommission vorgesehen, die zu den Projekten ein Vorgutachten abgibt.

Zwar endet die derzeitige EU-Agrarperiode erst in drei Jahren, die Diskussionen über die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik von 2020 bis 2026 hat aber schon begonnen. „Wir haben uns bereits mit den Bauernverbänden aus Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Bayern getroffen. Weitere Treffen, u. a. mit Vertretern aus italienischen Regionen und weiteren Berggebieten, sind geplant. Ziel ist es, gemeinsam mit diesen einen Vorschlag für eine europäische Agrarpolitik auszuarbeiten, die die besonderen Bedürfnisse der Berggebiete ausreichend berücksichtigt.“
Stärker als bisher möchte der SBB mit den Konsumenten in Kontakt treten und auf die Bedeutung der Landwirtschaft sowie ihre Leistungen hinweisen.

sbb-klausur1Zufrieden war Tiefenthaler, dass es gelungen ist, die theoretischen Traktor-Auffrischungskurse als Online-Kurse anbieten zu können. Derzeit wird versucht, weitere Arbeitssicherheitskurse zukünftig als E-Learning-Kurse anbieten zu können.

Am Ende der Klausurtagung hat Tiefenthaler die knapp 200 Funktionäre aufgerufen, die bäuerlichen Familien in den Erdbebengebieten in Mittelitalien zu unterstützen. „Der Südtiroler Bauernbund hat dafür ein eigenes Spendenkonto eingerichtet. Mit den Geldern soll u. a. Futter für die Tiere angekauft werden.“

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