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    Vinschgau rüstet auf

    zug pfefferSchusswaffen, Pfefferspray und nun auch kugelsichere Westen: die Gemeindepolizisten im Bezirk Vinschgau gehören bald zu den am besten ausgerüsteten des Landes. 

    von Karin Gamper

    Im Vinschgau wird die Gemeindepolizei zwischen Graun und Kastelbell mit schusssicheren Westen ausgestattet. Darauf hat sich der Bezirksausschuss auf seiner Sitzung vom Dienstag geeinigt.

    „Wir waren zunächst alle etwas perplex, als dieser Vorschlag auf den Tisch gekommen ist“, erklärt der Präsident der Bezirksgemeinschaft und Bürgermeister von Laas, Andreas Tappeiner. Einzelnen Ausschussmitgliedern sind Zweifel gekommen, ob diese „Aufrüstung“ der Vinschger Gemeindepolizisten wirklich nötig ist. Doch dann wurde erklärt, weshalb die kugelsicheren Westen wichtig seien. Und der Ausschuss hat sich offensichtlich überzeugen lassen.

    Andreas Tappeiner: „Es ist so, dass die Gemeindepolizisten immer häufiger die Aufgaben von Carabinieri und Polizei übernehmen müssen“. Daher sei es auch gerechtfertigt, dass die Beamten die nötige Ausrüstung dafür bekommen. Also kein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Vinschgau? „Nein“, betont der Bezirkspräsident, „die Ausstattung mit einer kugelsicheren Weste dient in erster Linie dem Sicherheitsgefühl der Polizisten selbst“.

    Warum aber befindet die Bezirksgemeinschaft über die Ausstattung der Vinschger Gemeindepolizei? Der Grund liegt in einer übergemeindlichen Vereinbarung zur Ausübung des Polizeidienstes, die im Gebiet zwischen Graun und Kastelbell gilt.  Die Fäden laufen bei der Bezirksgemeinschaft zusammen. Die Gemeindepolizisten bleiben zwar Angestellte der Gemeinden, kommen aber auch in anderen Kommunen zum Einsatz. Über ein zentrales Abfindungsbüro am Sitz der Bezirksgemeinschaft in Schlanders werden die Strafbescheide abgewickelt.

    Vereinbart wurde am Dienstag auch, dass jede Gemeinde autonom entscheidet, ob sie ihre Polizisten mit Schusswaffen ausstattet. Derzeit besteht keine einheitliche Regelung. So verfügt beispielsweise die Gemeindepolizei in Schlanders, Laas und bald auch in Mals über eine Schusswaffe, Latsch ist noch ohne.

    In Laas ist die Gemeindepolizei seit jeher mit Schusswaffen ausgestattet. Im Jahr 2016 ist auch Pfefferspray dazugekommen. „In unserer Gemeinde steht eine Diskothek und die Beamten müssen nachts zwischendurch ausrücken, weil es zu Handgemengen kommt“, erklärt Tappeiner. Auch bei solchen Einsätzen würden sich die Polizisten mit entsprechender Ausrüstung sicherer fühlen. Wobei großer Bedarf bislang offenbar nicht bestanden hat: „Seit ich Bürgermeister bin, hat die Gemeindepolizei beispielsweise noch nie von der Schusswaffe Gebrauch gemacht“.

    Die kugelsicheren Westen werden mit einem Teil der Geldbußen erworben, die 2016 durch Strafbescheide eingenommen wurden.

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