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    Der Lugenbeitl 2017

    2017-goldenerlugenbeitl-klDer Dachverband für Natur- und Umweltschutz hat den „Goldenen Lugenbeitl 2017“ verliehen.  Preisträger sind die genehmigten Müllimporte aus dem Trentino.

    Am Donnerstagabend hat der Dachverband für Natur- und Umweltschutz im Sparkassensaal des Waltherhauses im Beisein der Delegierten der zahlreichen Mitgliedsvereine und Umweltgruppen seine diesjährige Jahreshauptversammlung abgehalten. Dabei wurde neben dem formalen Teil der Genehmigung der Finanzgebarung 2016 auch Rückblick gehalten auf das breit gefächerte Tätigkeitsprogramm des repräsentativsten Umweltverbandes in Südtirol.

    Die sowohl im Rückblick als auch in der Tätigkeitsvorschau geäußerten Sorgen und Befürchtungen der Delegierten betrafen zum allergrößten Teil das derzeit in Ausarbeitung befindliche Gesetz zu Raum und Landschaft, welches die beiden bestehenden Gesetze zur Raumordnung und zum Landschaftsschutz in einem einzigen Gesetz zusammenfassen soll. Dies ist durchaus angebracht, vergeht doch mittlerweile kaum mehr eine Woche, in der nicht von einem neuerlichen Raumordnungsskandal berichtet wird, weil findige Experten im mittlerweile unübersichtlichen Gesetz immer wieder Schlupflöcher finden.

    Zudem rühmt sich Südtirol immer noch mit seinem Landschaftsschutzgesetz, das bei seiner Verabschiedung 1970 sicherlich wegweisend war. Mittlerweile ist die staatliche Gesetzgebung im Bereich des Landschaftsschutzes in weiten Teilen deutlich besser und das Südtiroler Gesetz hinkt hinterher. Die große Befürchtung der gestern Anwesenden war vor allem, dass mit der Zusammenlegung der beiden bestehenden Gesetze der Landschaftsschutz nicht gestärkt und an die höheren staatlichen Standards angepasst werde, sondern weiter aufgeweicht würde. Mittlerweile ist der Eindruck entstanden, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit am Ausarbeitungsprozess eher einem Bazar gewichen ist, bei dem jene Lobby am meisten erhält, die am lautesten schreit. Sind die Zielvorgaben in den Leitlinien zum neuen Gesetz auch noch so ehrbar, im derzeit vorliegenden Entwurf findet sich wenig bis nichts mehr davon. Zahlreiche Ausnahmen für Interessens- und Bevölkerungsgruppen lassen erneut den Anschein von Anlassgesetzgebung entstehen. Transparenz und fachliche Inputs sind weder bei der Ausarbeitung noch im späteren Inhalt des Gesetzes erwünscht. Der Dachverband wird jedenfalls sehr genau verfolgen, wie der weitere Verlauf bis zur Einbringung des endgültigen Gesetzentwurfs in den Landtag gestaltet wird und welchen Interessen und Strömungen im Land weiterhin Vorzugsschienen eingeräumt werden.

    Abgeschlossen wurde der Abend mit der Verleihung des „Goldenen Lugenbeitls 2017“, einem Negativpreis ähnlich der „Goldenen Himbeere“ bzw. dem „Tapiro d’Oro“, den der Dachverband für Natur- und Umweltschutz heuer bereits zum sechsten Mal für gegebene und nicht gehaltene Versprechen verleiht.

    Diesjähriger Preisträger ist der Bozner Müllverbrennungsofen und die Müllimporte aus Trient. Jahrelang hatten unsere politischen Vertreter bestritten, dass der Müllverbrennungsofen zu groß dimensioniert sei und dass Müllimporte notwendig würden. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zum Müllimport von jährlich 15.000-20.000 Tonnen aus dem benachbarten Trentino durch die beiden Umweltlandesräte Theiner und Gilmozzi am 27.01.2017 wurde diese Tatsache, die der Dachverband und weitere Umweltverbände bereits seit über 10 Jahren immer wieder angemahnt hatten, nun quasi von offizieller Seite bestätigt.

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    Kommentare (9)

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    • tald

      So ein Unsinn, dem Müllverbrennungsofen den goldenen Lugenbeitl zu verleihen. Hat der Müllverbrennungsofen etwa gelogen?
      Ist der Dachverband für Natur- und Umweltschutz nicht imstande jene Personen ausfindig zu machen, die bei der Planung und Genehmigung des viel zu großen Müllofens das Sagen hatten? Es handelt sich wahrscheinlich um hohe Funktionäre und Politiker der Landesverwaltung sowie hochbezahlte externe Ingenieure, Techniker und Berater. Sind diese Personen nicht mehr auffindbar oder hat der Dachverband nicht die Schneid, diese Namen zu nennen?

      • george

        ‚tald‘,
        sind Sie nicht imstande das Bild zum „Goldenen Lugenbeitl 2017“ anzusehen? Dort geht ein Teil der Lügner deutlich hervor. Es fehlt eigentlich nur noch Theiner.
        Also hören Sie doch auf dem Dachverband bestimmte Kompetenzen abzusprechen, wenn diese bei Ihnen selbst fehlen.

    • gynne

      Da braucht es NUR EINEN NAMEN und zwar SVPD !!!!!!!!!!!!
      Da sieht man es genau, Südtirol ist doch ITALIEN geworden , DANK der SVPD !!!!!

    • andreas

      Diese Luschen vom Dachverband nimmt doch außer „george“ und noch so ein paar professionelle Plärrer niemand ernst.

      • george

        Die „Lusche“ andreas meint professionell zu sein, wenn er sich so abschätzig ausdrückt und ist selber von diesem Verband abhängig, weil die Natur dahinter steht. Und ohne dieser kommt auch die „Lusche“ andreas nicht aus. Und wenn, dann ist er der allererste „Plärrer“, sollte er einmal von der Natur/Umwelt eins auf die Haube kriegen, weil er deren Gesetze lädiert hat.
        @robby
        Lesen Sie doch die Sprechblase im Bild, dort sind die Hauptverantwortlichen genannt. Es fehlt eigentlich nur noch Theiner.

    • sepp

      Andreas des isch gleiche wie mit dir die nimp a niemand ernst

    • robby

      Auch ich hätte mir gewünscht dass der Dachverband für Natur- und Umweltschutz im Bezug auf den Skandal um den Müllverbrennungsofen Ross und Reiter genannt hätte. Der Ofen ist fürwahr nicht der Schuldige. Das sind schon eher unsere unfähigen politischen Entscheidungsträger und systemtreue Flaschen die sich mit ihrem schleimigen Verhalten persönliche Vorteile erhoffen.

    • erich

      Angriff ist die beste Verteidigung! Den Ober Lugenbeitl würde sich der Dachverband verdienen. Sind das keine Lügen mit denen man Baueinstellungen erwirkt und anschließend die Prozesse verliert.

    • tald

      Wurden die Verantwortlichen für den viel zu großen Müllofen zur Rechenschaft gezogen? Haben diese die Verantwortung übernommen und die Konsequenzen gezogen? Oder sitzen sie immer noch an den Schalthebeln? Das wäre der wahre Skandal. Nicht der überdimensionierte Ofen, der defacto jetzt eben irgendwie sinnvoll genutzt werden muß.

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