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    Fatales Überholverbot

    unfall-morandellNach den zwei schweren Lkw-Unfällen auf der Autobahn fordert der Frächter-Obmann im lvh eine Aufweichung des Überholverbotes.

    Zu gleich zwei Unfällen, einer mit tödlichem Ausgang, kam es am Mittwoch auf der Brennerautobahn, weil die Lkw-Lenker keine Ausweichmöglichkeit hatten.

    Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh macht auf notwendige Sicherheitsmaßnahmen aufmerksam.

    Auffahrunfälle von Lkws zählen zu den schlimmsten Verkehrsszenarien überhaupt. Fatal können in diesem Zusammenhang Verbote von Ausweichmanövern sein.

    Ein Beispiel: Trotz Einhaltung des Sicherheitsabstandes ist ein Lkw nicht in der Lage rechtzeitig zu bremsen, wenn ein anderer Lkw oder auch ein Pkw aus der Einreihspur mit 40km/h in die Autobahn einfährt. „Auffahrunfälle sind in diesem Moment vorprogrammiert. Bis 40 Tonnen zum Stehen kommen, braucht es seine Zeit, auch wenn der Lkw nur mit 60 km/h unterwegs ist“, erläutert Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh.

    Derzeit gilt auf der Brennerautobahn von Bozen Süd bis zum Brenner ein restriktives Überholverbot für Lkws, sodass viele Fahrzeuge in solch brenzligen Situationen keine Ausweichmöglichkeit haben.

    „Zumindest bei Einreihspuren von Autogrills oder Autobahneinfahrten sollte ein Ausweich- sprich Überholmanöver für Lkws möglich sein ohne dafür mit Führerscheinentzug für zwei bis sechs Monate sowie den Verlust von zehn Führerscheinpunkten und Geldstrafen über 300 Euro rechnen zu müssen. Mit einer Ausnahmeregelung für diese kurze Strecken könnte die Sicherheit für den gesamten Verkehr erheblich verbessert und Menschenopfer vermieden werden“, so Morandell.

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    Kommentare (10)

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    • unteruns

      Herr Morandell, fahren Sie diese Strecke ab und zählen Sie die LKW’s die den Sicherheitsabstand einhalten und welche nicht!! Ein beladener LKW hat bei Nässe einen Anhalteweg von rund 60 Mt.
      http://www.refrago.de/wie_lang_ist_der_bremsweg.html
      Wenn man also den Sicherheitsabstand einhält und noch fit ist, sollte ein Anhalten durchaus möglich sein.
      Leider ist es aber so, dass „Sicherheitsabstand“ für viele ein Fremdwort ist für zu viele.
      Ich würde vorschlagen, bei Nichteinhaltung den Schein abgeben und Sie werden sehen, solche Unfälle hören auf

    • So ein Schwachsinn, im letzten Moment dann vielleicht auf die Überholspur ausweichen und dabei womöglich noch zwei normale PKWs plattmachen, welche sich zufällig dort befinden.
      Wer regelmäßig auf dieser Strecke untewegs ist, weiss, was da abgeht, LKWs, welche bei 90 kmh bis auf 2 Meter auf die Stoßstange auffahren.
      Diese Verrückten sollten Höchstgeschwindigkeit und Mindestabstand einhalten (was auch rigoros von der Exekutive überwacht werden muss), dann ist das Thema gegessen

    • drago

      Ein Notmanöver stellt kein Überholen dar. Der Vorschlag von Morandell bei Einreihspuren Überholen zuzulassen, hätte den komplett entgegengesetzten Effekt. Die LKW’s könnten in diesen Bereichen zu regulären Überholmanövern ansetzen, was bei dazu führen würde, dass gleichzeitig alle drei Spuren von LKW’s besetzt wären (Überholspur, Normalspur, Einreihspur) und bei einem falschen Einreihmanöver (LKW auf Einreihspur fährt ohne Rücksicht auf die Normalspur oder LKW auf Normalspur hat Sicherheitsabstand mißachtet) drei LKW’s in einen Unfall verwickelt wären. Idiotisch. Hoffe nur Morandell wurde falsch zitiert.

      • drago

        Oder ich habe etwas falsch verstanden.

      • drago

        Wie auf STOL berichtet, bestätigt die Polizei, dass Notmanöver nicht verboten sind (das Befahren der Überholspur ist nicht verboten, Überholen ist verboten). Anscheinend ist Morandell mit einem sehr kurzen Gedächtnis behaftet, sonst würde er sich an die Zeiten erinnern, als LKW noch überholen durften und oft minutenlang aneinander vorbeikrochen und für Kilometer beide Spuren blockierten. Nicht zu reden davon, in welcher Art die LKW’s zum Spurwechseln ansetzen: meist ohne Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer und deren Gefährdung in Kauf nehmend. Nicht umsonst sind die schweren Verkehrsunfälle mit Beteiligung von LKW’s seit der Einführung des Überholverbotes deutlich gesunken. Aber in der Zwischenzeit ist es Standard, die eigenen Interessen über jene der Allgemeinheit zu stellen.

    • yannis

      Nun man muss nicht oft auf der A22 unterwegs sein um mit entzücken festzustellen dass die LKW Kolonnen so aussehen als ob nahezu alle mit einer sog. Abschleppstange verbunden wären.
      Ein korrekter Sicherheitsabstand sieht anders aus ! Was denken sich die Fahrer wenn sie 50 Meter zuwenig an Abstand einhalten, 50 Meter früher am Brenner oder in Modena ?

    • meintag

      Die Technik für die automatische Abstansregelung wäre bereits ausgetüftelt. Es fehlt aber am Gesetzgeber und der Frächtermafia. Dennn sind wir ehrlich wieviel wird in dieser Branche betrogen nur um schneller zu sein als der Andere.

    • sigmundkripp

      Ok, Herr Morandell reagiert mit dem Wunsch nach einer Notmassnahme, einem Bekämpfen von Symptomen. Ursächlich aber besteht das Problem der übervollen Autobahn. Zuviele LKW befahren diese enge Strecke. Um das zu beenden, sollte Herr Morandell eine höhere Maut verlangen, z.B. 80 cent/km statt nur 15 cent. Das würde sehr viele Umwegfahrten über den Brenner verhindern und viele LKWs auf die Bahn bringen sowie die Autobahn sicherer und „gesünder“ werden lassen. Nur Mut, Herr Morandell! Verlangen sie das Richtige!

    • gredner

      Seit das Überholverbot für LKWs eingeführt wurde, gab es weniger Unfälle und der Verkehr für PKWs ist wesentlich flüssiger geworden, ohne daß dabei die LKWs merklich langsamer wurden.

      Will Morandell das wieder rückgängig machen und mehr Unfälle sehen?!?

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