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    Eisiges Vergnügen

    igluÜbernachten in einem Iglu bei plus 2 °C auf einem isolierten Eisbett: Dieses kühle Abenteuer bietet der Schnalser Hüttenwirt Paul Grüner auf 2.850 Meter Meereshöhe. Die Nachfrage boomt.

    von Karin Gamper

    Auf das Iglu gekommen ist Paul Grüner kurz vor der Jahrtausendwende: „Damals wollte jedermann den Jahreswechsel auf besonders originelle Weise feiern“, erinnert sich der Schnalser Hotelier und Wirt der „Schönen Aussicht“ zurück. Die Nachfrage überstieg damals das Angebot: „Ich hatte keine Schlafplätze mehr zu vergeben“. Und so geschah es, dass Paul Grüner einige Gäste in einem Schneeloch übernachten ließ, welches Kinder neben seinem Schutzhaus gegraben hatten.

    Das funktionierte so gut, dass Paul Grüner in den Folgejahren ein richtiges Iglu erbaute. Hierzu war anfangs ein Experte aus Lappland behilflich; mittlerweile beherrschen Paul Grüner und seine Mitarbeiter die Technik so gut, dass sie alleine zurechtkommen.

    Üblicherweise lässt der Hüttenwirt ab Anfang Dezember drei Iglus neben seinem Schutzhaus auf 2.850 Meter Meereshöhe errichten. „Heuer steht aber nur eines, weil es kaum Schnee gab“, erzählt Grüner. Etwa vier Tage lang arbeiten seine Mitarbeiter an einem Iglu. Hierfür wird ein spezieller Ballon aufgeblasen, der anschließend mit Schnee bedeckt wird. Die Inneneinrichtung ist spartanisch: ein Bett aus Eis und einige ausgefräste „Regale“.

    Im Innern des Iglus, so erklärt Paul Grüner, herrscht eine Temperatur von etwa – 1 °C. „Durch die Körperwärme steigt diese auf etwa plus 1 bis plus 2 °C, und zwar unabhängig von den Außentemperaturen“, weiß Grüner. Das Bett für zwei Personen ist ebenfalls aus Eis geformt, allerdings mit einem speziellen Material isoliert. Der Rest des Lagers besteht aus einer Matratze, einem Lammfell und einem besonders warmen Expeditionsschlafsack. Bad und Toilette befinden sich 20 Meter entfernt im Schutzhaus.

    Die Nachfrage boomt. „Es buchen vorwiegend Gäste aus Norditalien, die das Besondere suchen, aber auch viele Südtiroler“, berichtet Paul Grüner. Eine Nacht im Iglo samt Halbpension und Nutzung des Wellnessbereichs ist ab 120 Euro pro Person zu haben.

    Im Iglu übernachtet wird solange es die Außentemperaturen erlauben. Im Sommer schmilzt das eisige Lager dann dahin – um beim ersten Schnee und kalten Temperaturen wieder aufgebaut zu werden.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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