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    „Keine Spielchen“

    Auf der Antersasc-Alm

    Auf der Antersasc-Alm

    Wie die Landesämter jene 188 Almen bewertet haben, die noch nicht durch Fahrwege erschlossen sind. Und warum der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in den meisten Fällen erst gar nicht diskutieren will.

    von Heinrich Schwarz

    Andreas Riedl, Geschäftsführer des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, ist verärgert: „In den Treffen mit dem Land hätte ich gerne die Liste aller noch nicht erschlossenen Almen ausgehändigt bekommen. Man sagte, eine Veröffentlichung der Liste sei nicht sinnvoll, da ansonsten jeder Almbesitzer gleich um einen Fahrweg ansuchen werde. Aber wenn das bis jetzt nicht passiert ist, wird es auch nicht so schnell der Fall sein. Eine Veröffentlichung wäre jedenfalls der ehrlichere Ansatz, damit jeder weiß, ob sich ein Ansuchen überhaupt auszahlt. Man hat aus politischen Überlegungen anders entschieden.“

    Um was geht es?

    Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler und Umweltlandesrat Richard Theiner haben zusammen mit den Interessensverbänden Kriterien für künftige Almerschließungen festgelegt. Eine Arbeitsgruppe wird auf Anfragen von Almbesitzern ein kostenloses Vorgutachten erstellen, aus dem hervorgeht, ob und unter welchen Bedingungen eine Erschließung möglich ist. Erst danach sollen offizielle Ansuchen gestellt werden.

    Von den 1.732 Almen in Südtirol sind 188 noch nicht durch einen Fahrweg erschlossen. 73 von diesen Almen befinden sich innerhalb von Schutzgebieten wie Naturparks oder Natura-2000-Gebieten.

    Andreas Riedl

    Andreas Riedl

    Einige der noch nicht erschlossenen Almen, die es in den letzten Jahren immer wieder in die Medien schafften, sind Antersasc im Gadertal, die Eppacher- und Tristenalm in Rein in Taufers, die Oberkaser und Bockerhütte im Spronsertal und die Durra-Alm von Senator Hans Berger.

    Die Landesabteilungen Forstwirtschaft sowie Natur und Raum haben bereits Bewertungen vorgenommen, ob Erschließungen der 188 betroffenen Almen vertretbar sind.

    Die Abteilung 28 (Natur und Raum) hält 132 Erschließungen für nicht vertretbar und 28 für vertretbar – darunter sechs in Schutzgebieten. In 28 Fällen sei eine tragfähige Lösung möglich. Laut Abteilung 32 (Forstwirtschaft) sind hingegen 67 Almerschließungen vertretbar, davon 24 in Schutzgebieten. In 17 Fällen spricht man von einem „vielleicht“, in 104 Fällen sieht man keine Chancen.

    Einig sind sich die beiden Landesabteilungen nur bei zwei Dritteln der Almen: 101 Erschließungen wurden übereinstimmend mit nicht vertretbar bewertet, 25 Erschließungen mit vertretbar. In den restlichen 62 Fällen gibt es widersprüchliche Bewertungen.

    „Die neue Arbeitsgruppe macht nur bei jenen Almen Sinn, wo eine möglichst tragfähige, realistische und schonende Erschließung möglich ist – sofern dies der Besitzer überhaupt anstrebt. Sinnlos ist es hingegen, über Erschließungsprojekte zu diskutieren, die bereits im Vorfeld von einer Landesabteilung negativ beurteilt wurden“, so Andreas Riedl, der betont: „Es wäre dann nur Beschäftigungstherapie, mit der man verhindern möchte, den Almbesitzern von vornherein reinen Wein einzuschenken.“

    Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz will erst nach Veröffentlichung der vollständigen Bewertungsliste mitarbeiten – „und zwar nur bei jenen Projekten, die von vornherein als vertretbar bewertet wurden bzw. bei denen eine tragfähige Lösung möglich ist. Für alle anderen Spielchen stehen wir nicht zur Verfügung“, so Riedl.

    Damit würden mindestens jene 132 Almen wegfallen, die von der Abteilung Natur und Raum negativ bewertet worden sind.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (7)

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    • bernharthans

      Müssen wir uns von Leuten wie Riedl und Co alles verbieten lassen, wer sind sie ,dass sie über das ganze Land entscheiden wollen, mit diesen Argumenten ist es nicht sinnvoll diese Personen nicht in die zuständigen Kommissionen zu nehmen. Der Bergbauer ist der grösste Umweltschützer,er bringt jedes Frühjahr die Almen wieder in Ordnung,befreit sie von Steinen und Geröll,welche Lavinen hinterlassen haben, er opfert für den erhalt deer Almen Zeit und Geld,denn nur schöne saubere Almen fördern die Landwirtschaft und den Tourismus.Es ist wichtig,dass Vieh auf den Almen weidet,denn nur so bleibt die Alm erhalten.Riedl und Co lasst die Bauern arbeiten und legt ihnen nicht dauernd Steine in den Weg, denn die Bauern haben es heute schon schwer genug.Landrat Schuler,dir sei gedankt für die Unferstützung.

      • meintag

        Wenns bei den Almbauern bleiben würde, Alles klar. Ausnahmen nur für Einsatzfahrzeuge im Notfall und eben für den Bauern persönlich. Almauf und Abtrieb wie Früher so wie die Jäger das erlegte Wild wie Früher zu Tal bringen.sollen. Ich kenne Heute bereits Einige die Aufgrund der Naheverhältnisse zur Gemeinde Dies Alles umgehen und über den Sommer mit Ausnahmeregelungen die bereits bestehenden Gebirgsstrassen in Beschlag nehmen.

        • bernharthans

          Ausnahmeregelungen wird es immer geben,aber der Hauptgrund ist das die Almen bewirtschftet werden und nicht verwildern dehalb braucht es Zufahrten, Ausnahmegegelungen werden nur von der Forstbehörde ausgestellt und nicht vom Bauern oder Gemeinden:
          aLMAUFTRIEB WIE FRÜHER WIRD ES SICHER NICHT MEHR GEBEN;DA SCHON DAS pERSONAL FEHLT::. Früher war einiges anders,früher waren auf eine Bauernhof 6 bis 8 Personen ,heute sinde es noch 3. Früher gab eine Kuh auch nicht 30 bis 40 liter Mich.

          • meintag

            Die Forstbehörde, Gemeinden und Fraktionen(welche du Bauern nennst) sind aber in sich so verzahnt(vernetzt und bauernschlau) dass diese Mafia ausgehebelt gehört.
            Zum Almauftrieb: man will immer wieder den Tourismus ins Spiel bringen. Also sind auch genügend Personen verfügbar. Es gibt soviele Freiwilige und Vereine. Südtirol besteht auch sonst aus Feierwilligen die jede Gelegenheit nützen um zu saufen. Also nix mit ist nicht möglich.

    • yannis

      >>>Almauf und Abtrieb wie Früher<<<
      wem sagst Du das, habe erst im September letztes Jahr im Pfossental erlebt wie der "Almauf und Abtrieb heutzutage abläuft.

      Es fahren ein paar Burschen mit schweren PickUps der Marke VW Amarok, Nissan Navara etc
      an der Almschenke vor und begeben sich erstmal in die Wirtschaft um wie es sich gehört ein "Polenta-Bier" aus der Nähe von Meran zu inhalieren.
      Anschließend werden ein Dutzend Schafe auf die Anhänger der PickUps verladen und es geht Tal auswärts. An der Gaststätte wo dann die Straße für "Jedermann" beginnt ist es dann unerlässlich noch mal Polenta-Bier nach zu tanken, bevor die Fahrt weitergeht.

      Also demzufolge scheint die "Schafwirtschaft" in dieser Gegend ein sehr "einträgliches" Geschäft zu sein, oder sind vielleicht doch nur die Subventionen einträglich ?

      • meintag

        Habe gehöhrt dass in der Schafwirtschaft Einiges an EU Beiträgen fliesst. Deshalb auch der grosse Anlauf. Wenn man bedenkt welchen Arbeitsaufwand die Kuhwirtschaft im Gegensatz zu Schafwirtschaft bringt erklärt sich auch die grosse Transhumanz jedes Jahr über das Tisenjoch ins Ötztal. Die übrige Zeit im Jahr ist die grösste Arbeit das Scheren und unregmässige Ausmisten.

    • yannis

      >>>EU Beiträgen fliesst<<<

      ergo auch von Steuergeldern jener die von der Schafwirtschaft NULL und NIX haben !

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