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    Des Kaisers neue Kleider

    landtag lesen anzugDie Region spart bei der Dienstkleidung ihrer Mitarbeiter. Pförtner, Chauffeure und Co. erhalten künftig keine Socken mehr – und müssen ihre Kleidung „gewascht und gebügelt“ zurückgeben.

    Von Anton Rainer

    Ende des Jahres 2012 sorgte sich die Region noch sehr um die Mode ihrer Mitarbeiter. Als sich der damalige Präsident Lorenzo Dellai in einer Verordnung um die Dienstkleidung seiner Pförtner, Gehilfen und Chauffeure kümmerte, gehörte Sparsamkeit zumindest nicht zu den obersten Prioritäten. Getrennte Winter- und Sommeruniformen mit jeweils zwei Jacken und vier Hosen erhielt jeder Mitarbeiter, dazu zwei Pullover, fünf Hemden, einen Gürtel sowie sieben Paar Socken für Männer, 16 (!) Paar Strümpfe/Strumpfhosen für weibliches Personal und vieles mehr.

    Vier Jahre später, nun unter der Präsidentschaft von Landeshauptmann Arno Kompatscher, setzt die Region offensichtlich den Sparstift an: In einem Beschluss, den der Regionalausschuss am 21. Dezember 2016 getroffen hat, wird die „Beschaffenheit und Benutzung der Dienstkleidung des Personals“ für die kommenden Jahre geregelt – und in ihrem Ausmaß deutlich zusammengekürzt.

    Um Socken, Gürtel und Pullover müssen sich die Mitarbeiter künftig selbst kümmern, auch getrennte Winter- und Sommeruniformen wird es nicht mehr geben. Frauen können wie bisher aus „vier Röcken oder Hosen“ wählen, in jedem Fall aber Kleidung aus „Wollstoff.“ Arbeitsanzüge und Kittel gibt es nur mehr auf „begründeten Antrag“ – und auch die sogenannte „Galauniform“ muss Federn lassen. Letztere muss von Mitarbeitern der Region bei besonders feierlichen Anlässen getragen werden und hebt sich entsprechend von der Alltagskleidung ab. Während Jacke, Hose, Hemd, Krawatte und Mantel diesbezüglich auch künftig zur Verfügung gestellt werden, streicht die Region die bisher für die Galauniform vorgesehene Weste und ein Paar schicke Schuhe.

    Neue, penible Vorschriften gibt es dafür für Farbe und Pflege der regionalen Dienstkleidung: „Schwarze Schuhe“, so die Verordnung, sind ab sofort Pflicht, während die Farben der einzelnen Kleidungsstücke „nach Anhören von zwei Vertretern des Personals unterschiedlichen Geschlechts“ beschlossen werden. Für die Männer heißt es dafür: Bügeln lernen! Wer den nach den vorgeschriebenen zwei Jahren Nutzungsdauer möglicherweise nicht mehr einwandfreien Zustand seiner Kleidung seitens des Ökonomatsamtes überprüft haben möchte, muss seine Hemden, Hosen, Jacken und Co. „gewascht und gebügelt“ zurückgeben. Wird dem Antrag auf ein neues Kleidungsstück daraufhin stattgegeben, dürfen sich Wohltätigkeitseinrichtungen a la Caritas künftig per Dekret auf alte und mehr oder weniger modische Chauffeurs-Uniformen freuen – aufgenähtes Wappen der Region inklusive.

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