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    Spritzen erlaubt

    spritzAuch 2016 erlaubt die Landesregierung neue Pflanzenschutzmittel in Trinkwasserschutzgebieten. Umweltverbände warnen vor Langzeitfolgen, in den Ämtern beruhigt man.

    Von Anton Rainer

    Richard Theiner ist weder Biologe noch Chemiker, deswegen will er auch „erst gar nicht fachlich über die Verordnung diskutieren.“ Interessant ist der Beschluss, den der Umweltlandesrat am vergangenen Dienstag in der Landesregierung vorbrachte, dennoch. Darin enthalten: Rund sieben Seiten an naturwissenschaftlichen Zungenbrechern – genauer gesagt, die „Positivliste“ all jener Pflanzenschutzmittel, die künftig in Trinkwasserschutzgebieten erlaubt sind.

    Regelmäßig, zuletzt etwa vor zweieinhalb Jahren, aktualisiert das Land in Zusammenarbeit mit der Laimburg und dem Amt für Gewässerschutz, die zugelassenen Spritzmittel, die in den besonders sensiblen Bereichen ausgebracht werden dürfen. „Weil der Markt immer wieder Neuerungen bringt“, erklärt Richard Theiner – aber auch weil wissenschaftliche Erkenntnisse einen differenzierteren Umgang mit den kontroversen Pflanzenschutzmitteln erfordern.

    Ein halbes Dutzend Fungizide, Pestizide und Insektizide ließ die Landesregierung etwa am vergangenen Dienstag aus der Liste „austragen“, zumindest zwei davon waren vorher als Teil der Gruppe der Neonicotinoide wegen möglicher Risiken für Honigbienen ins Visier der Umweltschützer geraten. Umgekehrt hieß es für rund doppelt so viele Pflanzenschutzmittel: Verwendung in Trinkwasserschutzgebieten ab sofort erlaubt. Mit dem Fungizid Propineb ist immerhin ein Mittel davon betroffen, für das es in Deutschland und Österreich derzeit keine Zulassung gibt.

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    Kommentare (7)

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    • yannis

      >>>„Weil der Markt immer wieder Neuerungen bringt“, <<<

      Könnte aber auch so sein wie dem Blutverdünner Marcumar, wo es jetzt die neue Alternative Xarelto gibt und sich sehr bald herausstellte dass es zwar sehr viel teurer ist aber in der Anwendung nicht ungefährlicher, vielleicht sogar gefährlicher ist.
      Da die Hersteller von Pharma-Produkten und Spritzmittel identisch sind wäre es nicht verwunderlich dass die NEUEN nur den Gewinn der Konzerne maximieren, der Umwelt aber keinen nennenswerten Vorteil bringen.

    • anarchoseppl

      Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch Shittirol..
      Jenes Spritzmittel darf verspritzt werden, welches von den Lobbisten in die Politik gebracht wird..
      Umwelt? Einflüsse auf Mesch-, Planzen- und Tierwelt..? das sind Märchen..

      Es werden nur Mittel zugelassen, mit welchen Schuler und Theiner bezirzt werden. Wir leben schwertkapitalistische Marktpollitik..

    • rota

      das Titelbild spricht Bände:
      brauner Streifen unter den Bäumen ( Sikkationsmittel vielleicht Roundup), grüner Streifen gegen Erosion, Fungizid Wolke hinter dem Traktor.
      Wann werden endlich die Boden -Luft und Grundwasserproben veröffentlicht. Bisher kennen wir nur ( bedingt) die Wirkungsweise der einzeln eingesetzten Mittel, nicht das Ergebnis der verschiedenen Kombinationen.
      Nach vier Jahren Test wird ein Mittel für unbedenklich oder schlecht befunden. Was ist wenn wie bei Roundup nach 8-9 Jahren die Abbauprodukte Krebs und andere Krankheiten auslösen?

    • schiesspulfer

      lm es gleche mit de Bauern, u 10 Uhr an weissen trinken und im Gasthaus sich aufregen, dass die Beiträge so schlecht sind. Aber dann, wenn sie arbeiten sollen, wollen sie nicht mehr spritzen.

      De sollen sich net so anstellen, spritzen ist zwar eine große Arbeit, muss aber gemacht werden. Ob es euch passt oder nicht.

    • meintag

      Theiner muss noch die Lobbys unterstützen da er bei den nächsten Wahlen anscheinend nicht mehr dabei ist.
      Da soll mir Theiner nochmal kommen mit ich mach es für die Gesundheit der Bevölkerung Südtirols.

    • rota

      noch ein Nachtrag zu einem Urteil welches hierin Südtirol bewusst oder unbewusst immer wieder verschwiegen wird:
      in der letzten November Decade 2016 hat der Europäische Gerichtshof die Sicherheitsbewertungen von Pestiziden , unter anderem auch Glyphosat, höher eingestuft als die Geschäftsgeheimnisse von Bayer und Monsanto. Demnach sollten auch Laimburg und Landespolitik beginnen offen und unzensiert über die Pestizideinsätze zu informieren.

    • pon

      wann werden wir endlich von diesen (Schein)Menschen befreit , die unsere Leute vergiften. Die schrecken vor nichts zurück, Henker sind das….. Greenpeace hat auch vergebens an die Herrschaften appeliert und keine Rückantwort erhalten. Wie ist es nur möglich , dass wir uns von hirnkranken vergiften lassen müssen? Die Bauern sind skrupellos wie ihre Führer: dabei ist ihnen die Natur zur ERHALTUNG überlassen worden, nicht zur Vernichtung….und es wird ja auch der Mensch dabei vernichtet!! Dies geh in die Holzköpfe nicht hinein, sie kennen nur Geld und Machtinteressen. Gott wird sie bald richten, das ist fix!

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