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    Neben der Spur

    gsies-loipe-kamilla-photography-4Obwohl bisher in diesem Winter kaum ein Schneeflöckchen gefallen ist, gibt es im Gsiesertal 30 gut präparierte Loipenkilometer. Das ist mit großem Aufwand verbunden und auch in finanzieller Hinsicht in echter Kraftakt.

    von Silke Hinterwaldner

    Einen Monat lang ließ man es in Gsies schneien, was die Kanonen hergaben. Für die Produktion von Kunstschnee waren die Wetterverhältnisse gut, Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben fast immer gepasst. Danach haben die Bauern mit ihren Traktoren das kostbare Gut auf der Loipentrasse verteilt. Zu guter Letzt mussten nur noch die Loipen gespurt werden. Insgesamt 30 Kilometer.

    Mittlerweile ist es zum echten Kraftakt geworden, im Frühwinter den Langläufern eine gute Loipe zur Verfügung stellen zu können. Während der Einsatz von technischem Schnee auf den Pisten längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, zögert man bei den Loipen noch. Das hat einen einfachen Grund:

    Die Produktion von Kunstschnee und das Präparieren der Loipen sind teuer. Im Gegensatz dazu kostet eine Tageskarte oder ein Saisonausweis für die Loipen nicht viel. Auf diesem Weg können die entstandenen Kosten nie und nimmer wettgemacht werden.

    „Aber der Aufwand ist es uns wert“, heißt es im Büro des Tourismusvereines in St. Martin, „wir hier im Gsiesertal sind schließlich auf die Loipen angewiesen, das ist im Winter unser großes Kapital.“

    Dort macht man keinen Hehl daraus, dass die Kosten für dieses Winterwunder enorm sind, aber auch der Arbeitsaufwand ist beträchtlich. Nur so ist es möglich, das Gsiesertal zum einzigen Ort in Südtirol zu machen, in dem man wirklich gut langlaufen kann, auch wenn keine einzige Schneeflocke vom Himmel fällt. Für Gsies sind gut präparierte Loipen doppelt wichtig: Zum einen lockt man so Gäste an, die gern langlaufen. Und zum anderen bereitet man sich auf den berühmten Gsieser Tallauf vor, der jedes Jahr im Februar tausende von Sportlern anzieht.

    „Wir bekommen sehr viel Lob für unsere Loipen. Die Menschen kommen von weit her, um sich bei uns sportlich betätigen zu können. Aber auch die Einheimischen schätzen das Angebot sehr.“

    Hin und wieder kommen auch die Läufer der Nationalmannschaften, um in Gsies unter guten Bedingungen trainieren zu können. Mit Stolz berichten die Touristiker in Gsies, dass mittlerweile 30 Loipenkilometer mit sechs Meter Breite durchgehend präpariert sind. Es fehlt nicht mehr viel, dann sind auch ohne Naturschnee sämtliche Loipen im Gsiesertal fertig.

    Davon können andere Langlaufdestinationen nur träumen. Außerhalb des Gsiesertales können nur wenige Orte einige Loipenkilometer anbieten. Von Gsies aus kann man bis nach Welsberg und weiter nach Niederdorf oder zwischen Sexten und Toblach laufen. Außerdem einige Kilometer präparierte Loipe gibt es in der Biathlon-Hochburg Antholz.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (4)

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    • abnormal

      Jo, wirklich schian!!!!
      Ironie aus

    • marting.

      mit einem flughafen könnten wir jetzt gäste aus der ganzen welt einfliegen, dann könnten sie die braunen Wiesen bewundern.
      schade

    • roberto

      Man mag es drehen und wenden wie man will, ohne großen technischen und finanzellen Kraftakt ist der Ski-Tourismus bankrott. Zu lange hat das Tourismusmanagement der Provinz Bozen auf diesen Ski-Tourismus gesetzt, obwohl schon seit über 30 Jahren der klassische Winter immer kürzer und immer unzuverlässiger geworden ist. Der Klimawandel und die blinde Euphorie „bei uns gibt es immer Winter“ fordert nun seinen Tribut. Was bitte soll sich ein Tourist angesichts diese weißen Bänder in der graubraunen Landschaft denken – wohl das gleiche wie wenn er in der Karbik ins Hallenbad zu schwimmen und in das Solarium zu bräunen geht – das funktioniert nicht und der Steuerzahler soll es dann noch mitfinazieren.
      Bis vor zehn / fünfzehn Jaren galten die Lift- und Pistenbetreiber als die Lockomotiven für die Tourismuswirtschaft in den Alpen, heute stellen die meisten Betreiber Anträge für öffentliche Fördermittel und Steuervergünstigungen an. Das Strohfeuer ist nun verbrannt …………… 🙂

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