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    Späte Genugtuung?

    Karin Oberhofer

    Karin Oberhofer

    Die Biathletin Karin Oberhofer und der Snowboarder Aaron March könnten nachträglich eine Olympia-Bronzemedaille zugesprochen bekommen.

    von Artur Oberhofer

    Es wäre eine späte Genugtuung. Karin Oberhofer, die 31-jährige Biathletin, könnte nachträglich eine Olympiamedaille zugesprochen bekommen. Genauso wie der Snowboarder Aaron March.

    Der Hintergrund: Nach den Enthüllungen um das Staatsdoping der russischen Athleten bei den Olympischen Spielen 2014 von Sotchi hat das Internationale Olympische Komitee Disziplinarverfahren gegen 28 russische Athleten eingeleitet.

    Die Urinproben dieser 28 russischen Athleten sollen – laut dem sogenannten McLaren-Report – manipuliert worden sein.

    Die ersten Namen der mutmaßlich gedopten Athleten sind nun durchgesickert. Unter den verdächtigen Sportlern befindet sich auch die Biathletin Olga Vilukhina, die im Sprint-Rennen der Damen von Sotchi die Silbermedaille errungen hatte. Wenn Olga Vilukhina nun nachträglich die Medaille aberkannt werden sollte, würde Karin Oberhofer, die im Sprint Vierte wurde, auf den dritten Platz vorrücken – zumindest auf dem Papier.

    Die Biathletin aus Feldthurns hatte in Sotchi mit der Mixed-Staffel eine Bronzemedaille errungen. Es könnte also durchaus sein, dass Karin Oberhofer eine zweite Medaille zugesprochen bekommt.

    Karin Oberhofer erlitt in diesem Jahr einen schweren Schicksalsschlag. Ihr Vater, der bekannte Rollstuhlsportler Paul Oberhofer, ertrank im Februar am Gardasee.

    FIS Snowboard World Cup - Carezza - PGS - Aaron March (ITA) © Oliver Kraus

    Aaron March in Aktion © Oliver Kraus

    Auch der Eisacktaler Snowboarder Aaron March kann nach dem Dopingskandal auf eine Medaille hoffen. Der 30-Jährige hatte im Parallelslalom von Sotchi den undankbaren vierten Rang belegt. Nach Berichten mehrerer Medien soll auch der russische Olympiasieger und Gewinner des Parallelslaloms Vic Wild unter den Dopingsündern sein.

    Aron March war in Sotchi im kleinen Finale dem Österreicher Benjamin Karl unterlegen und verpasste somit eine Medaille.

    Die „Gazzetta dello Sport“ warnt allerdings: Selbst wenn den russischen Athleten Doping und somit Sportbetrug nachgewiesen würde, so bedeute dies noch nicht automatisch, dass auch die Ranglisten im Nachhinein abgeändert würden.

    Dennoch: Zumindest moralisch haben Karin Oberhofer und Aaron March Olympia-Bronze gewonnen.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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