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    Die Provokation

    Roland Lang bei der Gedenkfeier

    Roland Lang bei der Gedenkfeier (Foto: Südtiroler Schützenbund)

    Mit Unverständnis nimmt der Südtiroler Heimatbund die Anfragen italienischer Politiker in Bozen und Rom wegen der Gedenkfeier für Kerschbaumer und dessen Mitstreiter zur Kenntnis.

    Der Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì in Bozen und der Senator Carlo Giovanardi in Rom haben wegen der Gedenkfeier für Kerschbaumer und dessen Mitstreiter Anfragen eingereicht. „Statt sich zu informieren, werden gebetsmühlenhaft Versionen zu den Anschlägen übernommen, die klar durch die Veröffentlichungen aus österreichischen sicherheitsdienstlichen Akten widerlegt sind“, ärgert sich der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang.

    In seiner Anfrage an den italienischen Innenminister schreibt der Senator von 361 Anschlägen mit Sprengstoff, Minen und Handfeuerwaffen und 21 Toten. Auch die Bezeichnung „Freiheitskämpfer“ für Kerschbaumer und seine Mitstreiter stört den italienischen Rechtspolitiker laut seiner Anfrage.

    Der vielseitige Politiker, so wechselte er bereits fünf Mal die Parteizugehörigkeit, möchte dann vom Innenminister in Erfahrung bringen, ob er über die Gedenkfeier informiert ist. Außerdem welche Schritte er zu ergreifen gedenke, um die gefährliche Wiederholung von separatistischen und antiitalienischen Feiern und Veranstaltungen mit Rechtfertigung des Terrorismus in der Provinz Bozen zu verhindern.

    „Die Anfrage des Senators zeigt deutlich, dass in Italien die Zeit des Südtiroler Freiheitskampfes, bedingt auch durch die ungeöffneten italienischen Archive, noch immer nicht aufgearbeitet wurde. Für die italienische Öffentlichkeit werden noch immer Schauermärchen über blutrünstige, neonazistische Terroristen verbreitet, die mit Sprengstoff, Minen und Maschinengewehren die armen Italiener in Südtirol vertreiben wollten“, so Roland Lang.

    In einer Pressemitteilung schreibt er weiters:

    „Kein Platz in dieser italienischen Geschichtsklitterung hat die Weiterführung der faschistischen Politik gegenüber den Südtirolern durch Italien nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch die weiterhin staatlich geförderte Zuwanderung von Italienern nach Südtirol, die ohne dem Freiheitskampf vollendete Tatsachen gesetzt hätte.

    Senator Carlo Giovanardi wird in den nächsten Tagen das Buch „La Strage del Passo di Cima Vallona“ sowie das zur Zeit nur in deutscher Sprache vorliegende Buch „Von der Feuernacht zur Porzescharte“ erhalten. In beiden Büchern geht der österreichische Militärhistoriker Oberst Mag. Dr. Hubert Speckner auf den wahren Verlauf von Vorfällen in den sechziger Jahren anhand der Auswertung sicherheitsdienstlicher Akten ein. Er fördert dabei Unglaubliches zutage!

    An der Begräbnis von Magnago nahm Carlo Giovanardi als Vertreter der italienischen Regierung teil. Er würdigte die Verdienste Magnagos, er habe aus Südtirol ein Vorzeigemodell in Europa geschaffen. Auf Deutsch fügte Giovanardi an: Ruhe in Frieden, in Deinem Land, unter Deinen Leuten.

    Ob er diese Ruhe in seinem Land, geehrt von seinen Leuten, auch dem Freiheitskämpfer Sepp Kerschbaumer gönnt? Anscheinend nicht.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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