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    „Aus dem Wagen gezerrt“

    taxiDie Frau, die am 2. Dezember in Bozen von einem Taxifahrer attackiert wurde, hat mit Marco Mayr einen gewichtigen Strafverteidiger engagiert. Der ist davon überzeugt, dass sich der Taxifahrer auch der Nötigung schuldig gemacht hat. 

    Von Thomas Vikoler

    Der Zwischenfall am 2. Dezember auf der Bozner Palermobrücke, die Taxi-Affäre, wird zu einem Gefecht der Strafverteidiger. Gestern hat der bekannte Anwalt Marco Mayr den Auftrag erhalten, die 33-jährige Frau aus Kenia in einem Strafverfahren zu verteidigen. Es wurde aufgrund der Anzeige eingeleitet, welches der Fahrer des Bozner Nachttaxis Nr. 22 am 13. Dezember erstattet hat. Wegen Körperverletzung.

    „Ich finde, dass diese Anzeige verleumderische Züge trägt“, findet Marco Mayr. Ein paar Kratzer im Gesicht fielen nach dem, was sich der Taxifahrer alles geleistet habe, kaum ins Gewicht.

    Rechtsanwalt Mayr ist aufgrund der Aufzeichnungen des IPhones seiner Mandantin, das neun Minuten lang am Ufer des Eisacks lag (man hört den Fluss rauschen) fest davon überzeugt, dass der Taxifahrer, gegen den ein zweites Strafverfahren läuft, in einem regelrechten Furor seine Aggressionen an dem weiblichen Fahrgast ausgelassen hat. Weniger aus rassistischen Motiven, denn wegen der Beanstandungen der Frau zur eingeschlagenen Fahrtroute.

    Laut dem Anwalt der Frau ist Folgendes vorgefallen: Taxifahren und Fahrgast, die nebeneinander sitzen, streiten über den vermeintlich kürzesten Weg in die Palermostraße. Der Taxifahrer nennt die Frau „bastarda“ und droht, ihr die Zähne einzuschlagen. Während der Fahrt kommt es zu einem Handgemenge, während dem seine Mandantin den Taxifahrer die Kratzer im Gesicht zugefügt haben könnte. Das Taxi hält auf der Palermobrücke, der Fahrer steigt aus, geht zur Beifahrerseite und zerrt die Frau aus dem Fahrzeug.

    „Die Tonaufzeichnungen machen deutlich, dass sich der Taxifahrer in einem Zustand des aggressiven Zorns befindet“, bemerkt Anwalt Mayr. Den Schlag, der der Frau mutmaßlich das Nasenbein brach, habe ihr der Taxler wahrscheinlich auf der Brücke stehend verpasst.

    Die Vermutung seiner Verteidiger Alberto Valenti und Andreas Tscholl, die Verletzung sei nicht vom Taxler verursacht worden (weil im Polizeiprotokoll nichts von einem Nasenbeinbruch vermerkt ist), hält Marco Mayr für absurd.

    Er geht davon aus, dass sich der Taxifahrer dreier Straftaten schuldig gemacht hat: Körperverletzung, fortgesetzte Nötigung und Bedrohung. Eine Nötigung sei deshalb gegeben, weil der Mann seine Mandantin bereits während der Fahrt in einen Angstzustand versetzt habe. Der zweite Teil der fortgesetzten Nötigung: Das Zerren aus dem Auto. Der dritte: Der Taxifahrer entreißt der Frau das Handy und wirft es über das Brückengeländer. „Das lässt sich aus der Aufnahme zweifelsfrei ableiten“, sagt Anwalt Mayr, „es ging offensichtlich darum, zu verhindern, dass die Frau die Polizei anruft“.

    Dies erledigte schließlich der Taxifahrer selbst, was seine Anwälte als Indiz für seine guten Absichten sehen. Mayr vergisst nicht zu erwähnen, dass ein Bruder des Mannes bei der Straßenpolizei arbeitet.

    Der Anwalt ist der Ansicht, dass die Gemeinde Bozen den Fahrer des Taxis Nr. 22 hätte umgehend suspendieren müssen. Er will in dem Strafverfahren, das nach seinen Vorstellungen mit jenem gegen seine Mandantin zusammengelegt werden muss, auch einen Anwalt aufrufen, der den Taxler wegen Beleidigung angezeigt hatte. Man einigte sich außergerichtlich.

     

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    Kommentare (5)

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    • franz

      „Die Tonaufzeichnungen machen deutlich, dass sich der Taxifahrer in einem Zustand des aggressiven Zorns befindet“, bemerkt Anwalt Mayr.
      Logisch immerhin hat ihn die Frau , den Taxifahrer während der Fahrt das Gesicht zerkratzt, wie Anwalt Mayr einräumt.
      Ich vermute, der Taxifahrer hat daraufhin aus reiner Selbstverteidigung gehandelt.
      Als Anwalt müsste Mayr schon die Formulierung „in dubio pro reo“ kennen, Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“
      Die Unschuldsvermutung (auch Präsumtion der Unschuld ) ist eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens und wird heute von den meisten Ländern der Welt zumindest dem Anspruch nach anerkannt.
      Übrigens wo bleiben die ganzen Schreier der Grünen- Frauen bzw. vom Ehemann des “vermtulichen Opfers“ der wohl zu feig war bei der Demo in Bozen sein Gesicht zu zeigen, wenn es um die Sicherheit bzw. den Forderungen sicherere, strengere Strafen für kriminelle Immigranten Fantaiker des Islam Jihadisten und Terroristen geht ? Die uns gemäß Koran in die Luft sprengen den Kopf abschneiden oder mit einen Last Auto überfahren:
      ( Sure 2,191 Pa: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Sure 2,193 Pa: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird! )
      Abgesehen von den ganzen Kriminellen die jeden Tag in Bozen irgend welche Straftaten verüben
      Im Gegenteil sie sind gegen die Abschiebung die links-grünen naiven Gutmenschen und Frauenverbände
      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sammelabschiebung-nach-afghanistan-gruene-protestieren-14576389.html

    • watschi

      diesen artikel hätte man sich sparen kònnen. da es sich um den anwalt der frau handelt, muss die version ja pro fahrgast sein. entweder gibt es mindestens zwei unparteiische zeugen, ansonsten muss hier aussage gegen aussage gelten. ich fahre oft mit verschiedenen taxis, zu jeder tages-und nachtzeit und hatte nie probleme. vielleicht auch weil ich mich benehmen kann und diesen nicht ungefährlichen beruf respektiere

    • yannis

      Hochachtung vor den Taxichauffeuren, müssen diese doch unter latenter Gefahr für Leib und Leben ihr Brot zu jeder Tages und Nacht Zeit sauer verdienen.

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