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    „Tat wird verharmlost“

    taxiUlrike Oberhammer ist schockiert: „Es ist unverständlich, dass eine von der Gemeindeverwaltung eingesetzte Kommission, im Bezug auf den Gewaltvorfall in einem Bozner Taxi, einfach wegschaut.“

    Die Präsidentin des Landesbeirat für Chancengleichheit drückt in einem offenen Brief an Bürgermeister Renzo Caramaschi ihren Unmut über die Entscheidungen im Taxi-Vorfall.

    Ulrike Oberhammer zeigt sich schockiert über die Haltung und die Entscheidungen der Gemeinde Bozen bezüglich des Gewaltvorfalls in einem Bozner Taxi. „Es ist skandalös, dass eine von der Gemeinde eingesetzte Kommission angesichts der skandalösen Tatsachen einfach wegschaut.“

    Ulrike Oberhammer

    Ulrike Oberhammer

    „Werter Herr Bürgermeister,  

    vor knapp einem Monat haben sich in Bozen erneut über 1.000 Menschen am Lauf gegen Gewalt an Frauen beteiligt, welcher im Rahmen des Netzwerkes gegen Gewalt durchgeführt und von der Gemeinde Bozen koordiniert wird. Zudem hat die Stadt Bozen 2004 das Rosa Taxi eingeführt.

    Dies ist eine Iniziative, um den Frauen auch in den Abend- und Nachtstunden (zwischen 22.00 und 6.00 Uhr) Bewegungsfreiheit und -sicherheit zu gewährleisten. Beide Iniziative sind durchaus lobenswert und erfolgreich.

    Um so unverständlicher und skandalöser ist die Tatsache, dass mehrere Mitglieder einer von der Gemeinde als beratendes Organ eingesetzten Kommission sich angesichts einer vorliegenden Telefonaufnahme und ärztlichen Bestätigung, die unmissverständlich die gewalttätigen Äußerungen des Taxifahrers und die Verletzungen des Opfers belegen, einfach wegschauen.

    Damit wird die schwerwiegende Tat verharmlost, das Opfer nicht ernst genommen und der Täter geschützt, indem dieser nicht zur Verantwortung gezogen wird. Zudem wird die dadurch losgetretene Diskussion auf dem Rücken der Frau ausgetragen, die sich getraut hat den Übergriff öffentlich zu machen.

    Von ihr wissen mittlerweile alle, wo sie wohnt, wie alt sie ist, wie viel Kinder sie hat und vieles mehr. Über den Taxifahrer wurde jedoch tagelang stillschweigen bewahrt und nur langsam sickern ein paar Details durch. Auch hier wird der Täter mehr geschützt als das Opfer. 

    Gemäß Art. 36 der Taxidienstordnung der Gemeinde Bozen wird die Suspendierung der Lizenz für eine Zeitdauer von mindestens 2 Tagen und höchstens 6 Monaten bei allen Verstößen angewandt, die als besonders schwerwiegend gelten. Die entsprechende Entscheidung über die Anwendung der Straßmaßnahme trifft gemäß Art. 38 der genannten Verordnung der Bürgermeister.

    Sie als Bürgermeister, der als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger von Bozen gewählt wurde, haben somit die Aufgabe, auch die Sicherheit aller Frauen im Stadtgebiet zu garantieren. Die Aussetzung der Lizenz wäre im konkreten Fall, angesichts der Schwere des Vergehens, mehr als angemessen – auch als Zeichen, dass Gewalt gegen Frauen von der Stadtgemeinde Bozen nicht tolleriert oder verharmlost wird. Erst dann können alle Frauen wieder ohne Bedenken ein Taxi verwenden, so wie es für den öffentlichen Charakter des geleisteten Dienstes sein sollte. Es wäre auch ein wichtiges Zeichen für die zahlreichen Taxifahrer und –fahrerinnen, die ihre Arbeit ordnungsgemäß erledigen. 

    Die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft entheben Sie keinesfalls Ihrer Verantwortung als Bürgermeister von Bozen. Ich fordere Sie deshalb auf, Schritte zum Schutz der Frauen zu setzen und die sofortige Einziehung der Ermächtigung für den Personentransport des Taxifahrers, unter Berücksichtigung der Schwere des Vergehens, zu verfügen. 

    Im Namen des Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen spreche ich an dieser Stelle auch dem Opfer und allen Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, die größte Solidarität aus.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (9)

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    • meintag

      Anscheinend funktioniert das rosa Taxi nicht. Es wäre aber eine Marklücke wenn sich Taxifahrerinnen dafür melden würden. Warum wohl nicht?

    • franz

      Vor knapp einem Monat haben sich in Bozen erneut über 1.000 Menschen am Lauf gegen Gewalt an Frauen beteiligt, welcher im Rahmen des Netzwerkes gegen Gewalt durchgeführt und von der Gemeinde Bozen koordiniert wird. Zudem hat die Stadt Bozen 2004 das Rosa Taxi eingeführt.
      Dies ist eine Iniziative, um den Frauen auch in den Abend- und Nachtstunden (zwischen 22.00 und 6.00 Uhr)
      “Die ehemalige Grünen-Gemeinderätin in Bozen, Wally Rungger, für den kommenden Mittwoch zu einer Kundgebung gegen Gewalt gegen Frauen auf dem Taxi-Standplatz in Bozen aufgerufen.“
      Warum hört man von den Grünen Gutmenschen mit deren Willkommenskultur nichts wenn Afghanen, Nordafrikaner Frauen begrapschen, vergewaltigen, .wie in Köln Sylvester oder umbringen wie im Fall in Freiburg – oder weil sich nachst niemand im Bozner Bahnhofspark getraut.
      https://www.welt.de/politik/deutschland/article160335828/Europas-fatale-Systemluecke-im-Fall-Hussein-K.html )
      In Gegenteil , es sind die Grünen welche gegen die Abschiebung von solchen Verbrechern sind.
      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sammelabschiebung-nach-afghanistan-gruene-protestieren-14576389.html

    • josef.t

      Wenn es ein/e Angehörige/r der Verantwortlichen getroffen hätte, wäre
      sicher sofort gegen den „Herrn“ entschieden worden ?
      Immer diese Doppelmoral, die unsere Gesellschaft immer mehr spaltet !
      Der Bürgermeister mit seiner Kommission, werden wohl am 4. Adventsonntag
      für das Opfer beten ?

    • yannis

      Ihr habt recht, die „Grünen“ sollten doch selbst nur mal einen Monat in der sich als Taxi-Fahrer versuchen, wetten das es keiner von denen bis zum Ende schafft.
      Wie nannte einst meine Großmutter solche Genossen: „Dia san wia di Fockn, di gröschte Krofft hobsn in Riassl“
      (Die sind wie die Schweine die meiste Kraft haben sie im Rüssel)

      • ft

        Die „rechte“ Großmutter. Wie niedlich. Aber es gibt eben Leute die haben die
        Kraft im Rüssel, andere im Schweif, und andere im Hirn. Wo hat ihre Großmutter denn Sie untergebracht ?

        • franz

          ft
          Dein Kraft liegt sicher nicht im Hirn, weil Deine hohle Birne vermutlich aus einer Dunkelkammer besteht.
          Schon eher im Schweif, wenn sich gerade ein schwuler Flüchtling anbietet.
          Wenn es sonst keine Gelegenheit bietet , dann gehst Du wohl zu Tankstelle und steckst Dir den Zapfhahn in den A……
          “Geht ein Schwuler zur Tankstelle und steckt sich den Zapfhahn in den Arsch“.
          Kommt eine Oma vorbei und fragt: „Ist das NORMAL?“
          Antwortet der Schwule: „Nein SUPER“ 🙂 🙂

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