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    „Faschistische Ergüsse“

    Der strahlende Daniel Alfreider mit einem weniger strahlenden Hans Berger

    Der strahlende Daniel Alfreider mit einem weniger strahlenden Hans Berger

    „A Bolzano parli in quella minchia di tedesco di merda“: Mit diesen Worten wurde Hans Berger von einem Radiojournalisten beschimpft. Warum der SVP-Senator die deutsche Botschaft von dem Vorfall informierte.

    TAGESZEITUNG: Herr Berger, in einem Radiobeitrag wurden Sie von einem Journalisten übelst beschimpft, weil Sie im Quirinal vor Fernsehkameras ein paar Sätze auf Deutsch sagten. Ihre Reaktion?

    Hans Berger: Ich habe mich darüber geärgert. Radio Zanzara ist zwar dafür bekannt, mit aggressiven Beiträgen Streit zu säen, das Recht, meine Muttersprache zu gebrauchen, lasse ich mir von einem Journalisten sicher nicht streitig machen.

    Landtagspräsident Roberto Bizzo bezeichnete die Aussagen als „vulgären Angriff“ gegen die ganze Südtiroler Minderheit und die Verfassung.

    Die Reaktion von Bizzo war korrekt und dankenswert. Wenn Fernsehsender aus dem deutschsprachigen Raum anwesend sind, habe ich bereits in der Vergangenheit Interviews in meiner Muttersprache gegeben, das ist ein Bekenntnis zu meiner Herkunft – in Rom merkt ohnehin jeder, dass wir nicht aus einer Gegend mit napolitanischem Akzent kommen. (lacht)

    Dieses Bekenntnis war Ihnen wichtig?

    Ja, und man kann sich nur darüber wundern, dass sich ein Journalist darauf versteigt, die Rhetorik der 30er Jahre zu übernehmen. Ich will diese Ergüsse jetzt nicht gerade faschistisch nennen, aber es erinnert schon an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Quirinal könnte ja auch der Daniel Alfreider Ladinisch reden, das wäre genauso möglich. Mattarellas Assistent hat uns ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir in in unserer Sprache sprechen dürfen.

    Das werden Sie auch in Zukunft tun?

    Wegen solcher journalistischer Untergriffe, wie sie bei „Radio Zanzara“ passiert sind, mache ich mir keine schlaflosen Nächte. Auf Sozialen Netzwerken habe ich speziell und fast ausschließlich von Italienern eine ganze Menge an Solidaritätsbekundungen bekommen. Außerdem habe ich die deutsche Botschaft von dem Vorfall informiert.

    Warum? 

    Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der deutsche Bundestag werden von dem Journalisten in nicht gerade hochachtungsvoller Form erwähnt. Die Botschafterin soll sich das anhören und eventuell eine Reaktion vorbereiten.

    Interview: Anton Rainer

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (20)

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    • watschi

      man sollte jetzt aber diesen vorfall nicht zu ernst nehmen und somit auch leider diesen unqualifizierten radiosender eine grosse bühne- und unbezahlte, unverdiente propaganda geben. man darf nicht vergessen, dass die deutsche sprache wegen der nazis in verruf geraten ist. zu viele italiener erinnert sie an das schreien der SS leute, das ja natürlich immer wieder in antikriegsfilmen äussert negativ herüberkommt. Umgekehrt hòrt man in südtirol auch nicht selten von dem „scheiss walsch“. deswegen…..

    • ahaa

      Roberto Bizzo hat eben nicht verstanden das er Berger gemeint hat.Tut mir Leid für ihn wenn er es nicht versteht.

    • markp.

      Deutsche Botschaft? Man kann es auch übertreiben und sich wichtiger halten als man ist. Das alles wegen einem hirnlosen Erguss eines Radiomoderators den kein Mensch kennt. Die deutsche Botschaft hat sicherlich wichtigeres zu tun. Das kann der Berger ruhig selbst übernehmen.

      • zusagen

        wenn sich ein Provokateur der übelsten Sorte – nein, ein italienischer Moderator – sich erlaubt andere derart runter zu machen, und wenn das bestimmte Leute dann auch noch lustig finden, dann muss man sich schon fragen in welcher Gesellschaft wir überhaupt leben.
        Ich bin gespannt ob darauf noch reagiert wird

        • markp.

          Wer hat sich lustig gemacht?

          Aber es geht auch um Sinnhaftigkeit so ein grosses Fass aufzumachen und gleich wegen eines quakenden Radiomoderators zur deutschen Botschaft zu rennen. Gegen die Hitlerdarstellung von Frau Merkel in ein paar Boulevardzeitungen ist der Erguss dieses Radiomoderators nur ein kleiner Furz.
          Mein Gott mit so einem Individum wird man doch selber fertig werden oder sollen wir die österreichische Schutzklausel ausgraben?

    • meintag

      Der Radiomoderator hat Zeit seines Lebens, die Rede war um die Fünfzig, nur italienisch gelernt und gesprochen. Höchstens ein Paar Brocken Englisch um in der Cinecittà durchzukommen reichten aus. Gebt solchen Charaktern nicht mehr Bild als zumutbar und die Sache ist vom Tisch denn Karriere macht er ohnehin damit nicht.

    • andreas69

      Manche Staatsbürger wollen halt den Einheitsstaat, in dem alles gleich ist (Sprache, Hautfarbe, Religion, Denkweisen) oder in dem sich alles andere, was nicht gleich wie die „Leitkultur“ ist, streng unterordnen muss. Andere Bürger und Bürgerinnen hingegen können auch „das Andere“ akzeptieren oder wünschen sich sogar Vielfalt in der Gesellschaft und Politik. Interessant, dass sich immer die Vertreter der Südtiroler Rechtsparteien über solche Ausrutscher aufregen, wenn sie doch die selbe Grundeinstellung gegenüber den Italienern hierzulande haben!

    • checker

      Bin absolut dafür, dass man die deutsche Sprache in Südtirol und evt. auch in Italien verwendet…die Frage ist immer: Was ist der Kontext? Wenn ich mit jemandem kommuniziere und der versteht es nicht, warum tue ich das?Das kann auch als Provokation aufgefasst werden, will ich das?Und das zu Recht. Jedes Land denkt im Prinzip so. Auch und GERADE die Deutschen, fahrt im Sommer an den Gardasee das werden die Touristen die Italiener immer in Deutsch ansprechen und wenns kein Würstchen und die Bild gibt, dann hängt der Haussegen schief. Andersrum müssen alle Touristen Deutsch sprechen wenn sie in Deutschland sind. Ich habe selber seit vielen Jahren mit Italienern tagtäglich zu tun (und auch mit Deutschen) und durchaus auch öfters Deutsch gesprochen…nur sollte man es in lockerem Ambiente machen und die Leute dann mit etwas Unterhaltung „mitnehmen“ da brauch es Fingerspitzengefühl.
      So wie es Berger getan hat, absoluter Blödsinn und dann auch noch zu den Deutschen zu rennen (wenn schon dann zu Österreich bitte), die sich um Andersdenkende einen feuchten Dreck scheren, das ist das Letzte!
      Ja, wir haben ein Sprachdefizit in Italien (auch in Südtirol bei den Deutschen), aber es bringt doch nichts in Rom in offizieller Unterhaltung die Sprache zu wechseln.
      Dass mich hier keiner falsch versteht: Es ist sehr wichtig, dass die LEute für ihre Rechte einstehen und ich bin der Meinung, dass die Leute dies zu wenig tun (schaut Euch die Pressefreiheit in Südtirol an, ist es nicht auch ein Schutz von MInderheiten, wenn nicht 1 Mann alle Zeitungen besitzt. Dies scheint aber keinen einen feuchten Dreck zu scheren.)

      • markp.

        Warum immer diese Verallgemeinerund DIE Deutschen und DIE Italiener.
        Ich zweifle den Wahrheitsgehalt nicht an aber weil 100.000 deutsche Touristen sich am Gardasee arrogant benehmen, sind alle 80.000.000 so?
        Ich bin in Deutschland auch mit rein Englisch sehr gut weitergekommen und habe sicherlich in meinem Leben arrogante Deutsche erlebt, so wie ich auch arrogante Italiener „qui siamo in Italia“ erlebt habe. Trotzdem sperre ich nicht die ganzen Nationen in eine Schublade. Alle Deutschen sind auch nicht Bildleser wie auch nicht jeder Italiener den Siegesplatz verehrt.
        Ich bin in Barcelona weder mit englisch noch italienisch weit gekommen. Das sind für mich dann Erlebnisse aber nie würde ich mich trauen zu sagen die ganzen Einwohner von Barcelona sind Sturköpfe. Gerade immer diese Verallgemeinerung stösst mir sauer auf.

    • checker

      Ich wollte auch nicht verallgemeinern, klar sind nicht alle gleich, auch wenn man sehr wohl Grundtendenzen beobachten kann…aber es geht hier auch nicht darum. Berger hat hier meines Erachtens die Kommunikation nicht verstanden…und ist vernagelt in seiner Ansichtsweise. Ich habe mir die Konversation angehört, für mich kommt die ganze Sache arrogant rüber…“lassen sie mich auch ein paar Worte in Deutsch sagen“, wer bitte geht denn in offizielle Treffen und macht denn sowas? Hier muss man ganz klar trennen, die Situation in Südtirol wo man die deutsche Sprache auch wirklich sprechen soll und darf (und auch einfordern soll) und die Situation im Rest von Italien.
      Denn wenn Berger missionieren will, dann soll er das nicht als Senator machen sondern privat.
      Beim Andern kommt dies definitiv schlecht an! Und zwar überall.
      Die meisten Italiener reagieren darauf verstört, und als Verständnis kommt rüber: „Jetzt kommt der Merkel Freund und will uns hier sagen was wir zu tun haben“. Probiert das in Frankreich zu tun, oder in den USA ! Dann fliegt ihr am nächsten Tag raus.

      • markp.

        Wegen Berger brauchen wir nicht diskutieren da gehe ich mit dir konform.

        Aber du hast eben im ersten Beitrag geschrieben in Deutschland müssen ALLE Touristen deutsch sprechen und die deutschen Touristen sprechen am Gardasee IMMER nur deutsch.
        Wenn du schon selber weisst, dass nicht jeder gleich ist, dann schreibs auch nicht. Ansonsten ist es Pauschalisierung der untersten Schublade.

    • franz

      Noch schlimmer ist wenn ein Außenminister nicht die englische Sprache beherrscht.
      Wie Alfano der total Versager als Innenminister, mit einer unkontrollierten Immigration ( 500.000 in 3 Jahren ) und entsprechender Kriminalität.
      Der Fall Shalabayeva, ist noch immer nicht ganz aufgeklärt.
      http://www.ilgiornale.it/news/politica/ora-prenda-lezioni-dinglese-e-leghista-fa-stizzire-alfano-1342585.html

    • franz

      Noch schlimmer sind Minister die Lügen.und nicht einmal einen UNI – Abschluss haben.
      Valeria Fedeli mente sul proprio titolo di studio, niente male per un neoministro all’Istruzione. Dichiara di essere „laureata in Scienze Sociali“, in realtà ha solo ottenuto il diploma alla Scuola per Assistenti sociali Unsas di Milano. Complimenti ministro. (……)
      Weitere Lüge Quando Valeria Fedeli diceva: „Se vince il no andiamo tutti a casa“
      http://www.huffingtonpost.it/2016/12/13/fedeli-ministro-istruzione-laurea_n_13607642.html

    • morgenstern

      Schutzmacht oh Schutzmacht komm uns zu Hilfe.

    • richard

      Na Herr Berger! so empfindsam? Denken Sie einmal ganz scharf nach, wie man im Rahmen des Tierschutzes vorgeht; die erbärmlichen Jagdangelegenheiten florieren lässt! Heimholen von Kompetenzen, zum Töten von Tieren für die Freizeit, als Hobby; in den Naturparks die Trophäenjagd gewährt! Alles Angelegenheit die nicht zum Schmunzeln sind, denn es werden Tiere getötet, zum Spaß, zum Vergnügen! Und dies auf fühl- und empfindsame Lebewesen, Hunde hetzen und nachtreiben, um angeschossene in Schmerz und Panik geratene Tiere nachzuspüren, um den Mitgeschöpfen dann den „liebvollen“ Gnadenschuss aus der Hand dieser Gesellschaft zu verpassen, deren Sie angehören!

    • goggile

      keinen pardon. Strafverfahren gegen diesen miesen jounalisten

    • ahaa

      Der Berger geht zur Merkel?Oha, was wird das wohl werden?Etwa ein kleines Telefonat für den Südtiroler und ein großer Arschtritt für Bizzo?
      Viva la Mamma

    • sepp

      ma berger moch die lächerlich moansch wos die deutschen denken lochen über di

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