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    Die letzte Fahrt

    taxiDer Bozner Taxifahrer, der am 2. Dezember eine Frau aus Kenia ausgeraubt und verprügelt haben soll, wird am Mittwoch seine Lizenz verlieren. Jedenfalls vorläufig. Nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen ihn.

     Von Thomas Vikoler

    „Dann rufen wir die Polizei“.

    Diesen Satz sagt die Passagierin des Rosa Taxi gleich mehrmals. Ein Satz, der den Taxifahrer zusätzlich belastet, denn welchen Grund hätte die Frau, die Polizei zu rufen, wenn sie etwas zu verbergen hätte?

    Es geht um eine Szene, die sich am 2. Dezember gegen 2.00 Uhr früh an der Bozner Palermobrücke abspielte.

    Ein Taxifahrer bringt 33-jährige Frau – sie ist Biologin, stammt aus Kenia und ist mit einem Einheimischen verheiratet – vom Pfarrhof in Richtung Palermostraße. Weil der Fahrer eine Route wählt, die offensichtlich nicht die kürzeste ist, beschwert sich die Frau. Es kommt zu einem Wortgefecht im Taxi, das schließlich an der Palermobrücke anhält.

    Dort habe sie der Taxifahrer, so berichtet die Frau, verprügelt, ihr 50 Euro weggenommen und das Handy über das Brückengeländer geworfen. Der Mann der für 15 Tage krankgeschriebenen Frau findet das IPhone am nächsten Tag in den Büschen am Eisackufer – ein wichtiges Beweismittel in diesem unglaublichen Fall: Die Frau hat Teile des Wortgefechts zwischen ihr und dem Taxifahrer damit aufgezeichnet. Einige Sequenzen daraus: „Ich verprügele dich“. „Ich haue dir auf die Zähne“.

    Mit dem Vorgefallenen befasste sich am Montag auch der Bozner Stadtrat, wo das Verhalten des Taxifahrers entschieden verurteilt wurde. Maria Laura Lorenzini, als Verkehrsstadträtin für den Fall zuständig, sprach von einem Vorfall „von unerhörter Schwere“, der wohl rassistisch motiviert sei.

    Am Mittwoch wird sich die elfköpfige Bozner Taxikommission mit dem Fall befassen. Zur Diskussion steht ein vorläufiger Entzug der Taxi-Lizenz wegen Verstößen gegen das einschlägige städtische Reglement.

    MEHR ZU DIESEM FALL LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE AM DIENSTAG.

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    Kommentare (8)

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    • ach so…
      der fall ist „wohl rassistisch motiviert“.
      also nur halb so schlimm?
      und das von einer grünen…

    • watschi

      warum ist man immer rassistisch wenn man mit einem farbigen streitet? muss man ab jetzt immer jeglichen diskussion ausstellen, wenn es sich um einen farbigen hadelt um nicht des rassismus bezichtigt zu werden? gilt das auch umgekehrt, wenn ich von einem farbigen ausgeraubt und verprügelt werde? diese geschichte hätte sich auch mit einer weissen zutragen kònnen. wenn sich die schuld des taxifahrers herausstellt, soll er dafür bestraft werden, aber nur für die taten, nicht weil es eine schwarze war.

      • unteruns

        @ watschi bin 1 zu 1 deiner Meinung….

      • mannik

        Ihr Kommentar setzt beim falschen Aspekt an. Die Frage ist, ob sich der Taxifahrer auch so ausfällig geworden wäre, wenn der Fahrgast KEIN Farbiger gewesen wäre. Wenn er sich gleich verhalten hätte, dann ist der Taxifahrer ein Soziopath und für den Beruf nicht geeignet.Wenn er sich anders verhalten hätte stellt sich das Problem nicht, zeigt aber, dass der Übergriff sehr wohl rassistisch motiviert war, in dem Sinn, dass die Hemmschwelle im Umgang mit Farbigen offensichtlich niedriger ist.

    • goggile

      mich wuerde nicht wundern wenn der Taxifahrer ausländischer Herkunft ist. in unserer linksgruengerichteten Diktatur wird so was ja stets systematisch verschwiegen

    • prof

      Vielleicht hat sich der Taxifahrer nur so Verhalten weil er glaubte die Frau ist sowieso nur eine Gefälligkeitsdame, da hat er sich aber arg getäuscht.

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