Du befindest dich hier: Home » Chronik » Suche nach dem Motiv

    Suche nach dem Motiv

    widum_von_niederrasen-mord-huber-kurt-carabinieriAm Freitag findet im Bozner Spital die Obduktion der Leiche des Mordopfers Kurt Huber statt. Die Ermittlungen gegen seine Ex-Frau werden intensiviert.

    von Thomas Vikoler

    Für einen vorsätzlichen Mord gibt es gemeinhin ein Motiv, das in diesem Fall allerdings schwer zu erkennen ist.

    Die Staatsanwaltschaft Bozen verdächtigt die 56-jährige Dzenana Mangafic, am Montag ihren Ex-Mann Kurt Huber, 71, in dessen Gemeindewohnung in Niederrasen erstochen zu haben. Dennoch und trotz mehrerer Schuldindizien – das Blut auf ihren Kleidern, ihre widersprüchlichen Aussagen zum Todeszeitpunkt – wurde die gebürtige Bosnierin am Montag nach einem mehrstündigen Verhör auf freien Fuß gesetzt

    Das lässt auf eine bekannte Ermittlungsmethode schließen: Die Tatverdächtige wird abgehört und beobachtet, die Ermittler hoffen auf zusätzliche Schuldindizien.

    Die Aussage der Frau, sie habe vor dem Auffinden der Leiche einen „schwarzen Mann“ aus der Wohnung flüchten sehen, stufen sie als Schutzbehauptung ein.

    Dennoch fehlt bisher – sollte Dzenana Mangafic tatsächlich die Täterin sein – ein plausibles Motiv.

    Kurt Huber war am Rollstuhl gefesselt und praktisch mittellos, seine Ex-Frau betreute ihn in der Wohnung und bezog das öffentliche Pflegegeld faktisch als Einkommen. Diese Einnahme entfällt mit dem Tod des Mannes. Eine größere Erbschaft war offenbar nicht in Aussicht, auch wenn die Frau angab, am Samstagabend mit ihrem Ex-Mann wegen eines angeblichen Sohnes Hubers aus einer früheren Beziehung gestritten zu haben.

    Immerhin soll am heutigen Freitag im Bozner Spital in Erfahrung gebracht werden, wann Kurt Huber gestorben ist.

    Laut dem Arzt, der die Leiche am Tatort untersuchte, trat der Tod Montagfrüh gegen 5.00 Uhr ein. Pathologe Guido Mazzoleni wird, im Rahmen eines Beweissicherungsverfahren, die Obduktion vornehmen.

    Dazu gehört auch, die Abfolge und Intensität der insgesamt sieben Messerstiche im Oberkörper-Bereich festzustellen.

    Ein wichtiges Element zur Rekonstruktion der Tat-Dynamik.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (1)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen