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    Endabrechnung

    Der Südtirol-Landkrimi des ORF erzählt von einem leistungsorientierten Südtirol und macht nebenbei ungewollt deutlich, wie knallhart Grenzen in Europa zuschlagen, wenn’s ums Geld geht.

    von Renate Mumelter

    „Endabrechnung“ läuft derzeit in Bozen im Kino, am 22. Dezember dann im TV, danach 7 Tage  im ORF-Streaming (eher nicht). Schon ab 7. Dezember ist der Südtirol-Landkrimi im „Mutterland“ auf dem Filmportal Flimmit stream- und downloadbar. In Südtirol geht das nicht. Der ORF habe keine Italienlizenz gekauft, richtet Flimmit auf Anfrage aus. Die neuen Grenzen verlaufen im World Wide Web und haben mit Geld zu tun.

    Um Geld geht’s auch im Krimi selbst, zu dem dankenswerterweise Peter Probst das Drehbuch geschrieben hat. Er kennt Südtirol gut genug, um die üblichen Peinlichkeiten zwischen Amore und Cappuccino zu vermeiden. Isidor Wimmer hat dafür gesorgt, dass das Szenenbild schindelfrei stimmig bleibt.

    „Endabrechnung“ spielt in der Tourismuszone Burggrafenamt, es geht um Erfolg und um das, was passieren kann, wenn der vermeintliche Erfolg ausbleibt. Und es geht um Freundschaft.

    Die Endabrechnung ist ein sehr gelungenes schauspielerisches Duett/Duell zwischen Robert Palfrader und Harald Windisch. Der eine ist Commissario in Auszeit, der andere ist Hotelier im Ausnahmezustand. Eine alte Freundschaft verbindet die beiden. Palfrader ist ein sehr präsenter, trotzig überzeugender, glaubwürdig Südtirolerisch sprechender Kommissar.

    Windisch kann ihm als am Leben verzweifelnder gescheiterter Gastronom durchaus das Wasser reichen. Der Rest ist gute Garnitur.

    Es treten erfreulich viele Namen aus Südtirol auf, Thomas Rizzoli, Eva Kuen, Lukas Lobis, Martin Thaler, Deborah Müller, Katja Lechthaler, Peter Schorn, Florian Schwienbacher. Auch die Neue Südtiroler Tageszeitung kommt zum Zug: auf sie wird geschossen. Ebenso mit dabei die Tageszeitung Dolomiten und vor allem das ORF-Format „Südtirol heute“. Par condicio.

    Dieser Landkrimi ist gutes Fernsehen mit Tiefgang und mit zwei Hauptfiguren, die in Erinnerung bleiben.

    Endabrechnung (AT 2016), Regie: Umut Da?, Drehbuch: Peter Probst, Ausstattung: Isidor Wimmer, dem der Film gewidmet ist. Mit Robert Palfrader, Harald Windisch. Bewertung: Sehr gutes Fernsehen.

    Was es sonst noch gibt: „I Daniel Blake“ (SA, SO, Kaltern), „Auf Augenhöhe“ (SA, SO, Bozen), Filmfest ZeLIG (nur noch SA), „Sully“ von Clint Eastwood

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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