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    Niederlage oder Sieg?

    Josef Gostner

    Josef Gostner

    Showdown im Übernahmekampf um den börsennotierten Windpark-Betreiber Alerion: Edison hat das Bozner Unternehmen Fri-EL übertrumpft. Wie die Gostner-Brüder doch noch die Kontrolle erlangen wollen.

    von Heinrich Schwarz

    Der Kampf um Alerion, einen der größten Windpark-Betreiber Italiens, sorgt seit Wochen für Hochspannung und damit für ein breites Medienecho. Wer den Übernahmewettstreit gewinnt, ebnet sich den Weg, um zur italienischen Nummer eins in der Windenergie aufzusteigen.

    Es duellieren sich Eolo Energia – eine gemeinsame Gesellschaft des Konzerns Edison und der Fondsgesellschaft F2i – und das Bozner Energieunternehmen Fri-EL der Brüder Thomas, Josef und Ernst Gostner.

    Beide Gesellschaften haben – wie rechtlich vorgesehen – ein öffentliches Kaufangebot eingereicht. Das Angebot von Fri-EL bezieht sich auf 29,9 Prozent der Alerion-Aktien bei einem Preis von 2,60 Euro pro Aktie. Eolo Energia hingegen würde 100 Prozent der Aktien erwerben, allerdings zu einem geringeren Preis von 2,46 Euro pro Aktie.

    Heute endet die Annahmefrist für die Kaufangebote. Fri-EL und Eolo Energia sind aber bereits in den vergangenen Wochen auf Einkaufstour gegangen. Die Bozner haben bis Anfang November 31,33 Millionen Euro hingeblättert und 27,65 Prozent der Alerion-Aktien übernommen. Das bedeutet: Um das Ziel von 29,9 Prozent zu erreichen, braucht Fri-EL nur noch 2,25 Prozent. Somit bestand für andere verkaufsinteressierte Aktionäre das Risiko, nicht alle ihrer Aktien loszuwerden.

    Für das Duo Edison-F2i eine optimale Chance: Trotz des geringeren Preises stieg das Interesse der bestehenden Aktionäre, ihre Anteile an Eolo Energia zu verkaufen. Die Gesellschaft erwarb beinahe täglich neue Aktienpakete und kam bis gestern auf einen Anteil von 15 Prozent. Hinzuzuzählen sind weitere 16,03 Prozent, die F2i bereits an Alerion hält und die somit gebündelt werden können. Macht 31,03 Prozent.

    Damit ist es Eolo Energia gelungen, Fri-EL mit deren maximal 29,9 Prozent zu übertrumpfen. Nationale Medien sprechen demnach von einem Sieg von Edison.

    Doch so schnell ist es nicht getan.

    Eolo Energia hatte im Rahmen des öffentlichen Kaufangebotes eine Wirksamkeitsvoraussetzung eingebaut, wonach die Schwelle von 50 Prozent plus einer Aktie erreicht werden muss. So würde die Gesellschaft über die absolute Mehrheit an Alerion verfügen. Jetzt hat Eolo Energia allerdings erklärt, auf diese Mindestschwelle zu verzichten.

    Demnach wird die Gesellschaft alle Aktien kaufen, die bis heute ihrem Kaufangebot zugewiesen werden, auch wenn die absolute Mehrheit damit nicht erreicht wird. Ein Anzeichen dafür, dass das Duo Edison-F2i nicht mehr davon ausgeht, auf 50 Prozent zu kommen.

    Somit können sich nun die Gostner-Brüder berechtigte Hoffnungen machen, die vermeintliche Niederlage doch noch in einen Sieg zu verwandeln. Kommt niemand auf 50 Prozent, werden nämlich die Kleinaktionäre das Zünglein an der Waage sein, wenn die Gesellschafterversammlung von Alerion Anfang des nächsten Jahres einen neuen Verwaltungsrat wählt.

    Hält Eolo Energia etwa 40 Prozent und Fri-EL rund 30 Prozent, werden die restlichen 30 Prozent die Entscheidung fällen, wer die Kontrolle über Alerion übernimmt. Es wird darauf ankommen, wer das bessere Strategiekonzept für die Zukunft Alerions präsentiert. Ein Umwerben der Kleinaktionäre zeichnet sich ab.

    Während bei Eolo Energia noch nicht ganz klar ist, was die Gesellschaft mit Alerion vorhat – ob das börsennotierte Unternehmen etwa zerstückelt wird und einzelne Windparks in den Edison-Konzern eingegliedert werden –, hat Fri-EL bereits ein konkretes Grundkonzept vorgelegt.

    LESEN SIE IN DER FREITAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:
    – Was Fri-EL mit Alerion plant
    – Was Fri-EL-Geschäftsführer Josef Gostner zum Übernahmekampf sagt

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