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    Das zehnte Loch

    corvara-golfKann und soll eine Gemeinde einen Golfplatz besitzen? In Corvara hält die öffentliche Hand derzeit 20 Prozent an der Golf Alta Badia GmbH. Die Anteile werden jetzt veräußert.

    von Silke Hinterwaldner

    An einem idyllischen Plätzchen auf 1.700 Metern Meereshöhe gibt es auf dem Gemeindegebiet von Corvara einen kleinen Golfplatz, insgesamt neun Loch. Die Betriebszeiten reichen nur von Juni bis Oktober, danach wird es zu kalt zum Golfen.

    Für eine Tourismushochburg wie Corvara ist eine solche Anlage trotzdem ein gutes Angebot.

    Hotelgäste können dort ausspannen und ihrem Hobby frönen.

    Aber muss die Gemeindeverwaltung das auch unterstützen? „Nein“, sagt Bürgermeister Robert Rottonara, „es macht heutzutage keinen Sinn mehr, wenn öffentliche Verwaltungen sich an solchen privaten Initiativen beteiligen.“

    Vor rund zwei Jahrzehnten hatte man dazu noch einen anderen Zugang. Damals hatte sich die Gemeindeverwaltung von Corvara dazu entschieden, sich mit insgesamt 20,17 Prozent an der Golf Alta Badia GmbH zu beteiligen.

    Die öffentliche Hand hat damit die Anlage mitfinanziert, die seitdem vom örtlichen Golfclub geführt wird. Ähnlich die Situation beim an den Golfplatz angrenzenden Gemeinschaftsstall. Das Gebäude ist heute dem Verfall preisgegeben, aber ursprünglich sollten die Bauern aus der Umgebung dort ihr Vieh unterbringen können.

    Dieses Konzept hat zwar nie richtig funktioniert, aber die Gemeinde hält an dieser Gesellschaft, der Tanrüs GmbH, heute noch 5,09 Prozent.

    Sowohl die Golfanteile als auch die Anteile am Stall werden jetzt veräußert.

    Zum einen hat der Staat mittlerweile die Zügel bei Beteiligung an privaten Gesellschaften gestrafft und bringt damit die Gemeinde unter Zugzwang.

    Zum anderen findet es Bürgermeister Rottonara auch durchaus sinnvoll, Beteiligungen aufzukündigen, „denen heute die institutionelle Basis“ fehle.

    „Wir müssen auf die Bedürfnisse der Allgemeinheit schauen“, erklärt der Bürgermeister, „hier geht es ums Prinzip. Die öffentliche Hand soll aussteigen aus Projekten, die nur einigen zugute kommen – in diesem Fall dem Tourismus. Das kostet die Verwaltung nur unnötig Geld. Und der Rechnungshof kontrolliert scharf.“

    Der Verkauf der Anteile am Golfplatz und am Gemeinschaftsstall wird am Freitag in die Wege geleitet. Der Gemeinderat wird auf seiner Sitzung voraussichtlich einen entsprechenden Beschluss fassen.

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