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    Tödliche Manipulation

    Die Eofrut, Werner Casal (Fotos: VB33)

    Die Eofrut, Werner Casal (Fotos: VB33)

    Der Obmann und der Geschäftsführer der Traminer Obstgenossenschaft Eofrut müssen wegen des Todes ihres Angestellten Werner Casal im Februar mit einer Straf-Anklage rechnen.

    von Thomas Vikoler

    Das Förderband der Sortiermaschine wieder in Betrieb zu setzen, auf dem schwere Obstkisten transportiert wurden, war eine zeitaufwändige Angelegenheit. Bis zu 15 Minuten benötigte die – etwa wegen eines eingeklemmten Holzstücks – abgeschaltete Anlage, um wieder voll zu arbeiten.

    Wohl aus diesem Grund war der Sicherheitsschalter des Förderbandes in einem Magazin der Obstgenossenschaft Eofrut in Tramin manipuliert worden.

    Von wem, ist bisher nicht klar.

    Die Manipulation wurde im Februar dieses Jahres einem Eofrut-Angestellten zum Verhängnis:

    Der 56-jährige Werner Casal, der Leiter der Sortieranlage, wurde von einem Zubringerwagen erfasst und in der Anlage eingeklemmt. Er starb an den Folgen starker Brustverletzungen.

    Nun hat der Bozner Staatsanwalt Markus Mayr die Ermittlungen zu dem Fall abgeschlossen. Der Tatverdacht: Fahrlässige Tötung. Insgesamt vier Subjekte haben in diesen Tagen eine entsprechende Mitteilung erhalten und müssen mit einer Anklage rechnen.

    Es sind dies: Der Obmann der Obstgenossenschaft Eofrut Karl Ungerer, sowie Geschäftsführer Walter Thaler. Ermittelt wird auch gegen Eofrut als Gesellschaft sowie einer Firma namens Aweta. Letztere hatte die Sortieranlage geliefert und war für die Instanthaltung zuständig. Die Firma muss sich nun dafür rechtfertigen, wie es möglich war, dass der Sicherheitsschalter manipuliert werden konnte.

    Ungerer und Thaler werden verdächtigt, von der Manipulation am Sicherheitsschalter gewusst bzw. diese toleriert zu haben. Und zwar unter dem Aspekt der Kostenersparnis, die eine Vermeidung des häufigen Ein- und Ausschaltens der Sortieranlage mit sich brachte.

    Der Sicherheitsschalter war demnach aus dem Grund manipuliert worden, um eine Instandhaltung auch bei laufendem Betrieb zu ermöglichen.

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    Kommentare (1)

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    • ahaa

      Solche Fälle sind wohl die Regel.Ich habe in so manchen Betrieben zu tun.Haubstsächlich sind es kleinere Betriebe die irgendwo sparen müssen um schwarze Zahlen zu schreiben, weil der Chef sonst zuwenig verdient. 😉
      Ich würde mal ein Zeichen setzen.Das sollte in Südtirol umbedigt besser werden.
      Die Kontrollen sollen verbessert und mit Hausverstand angewändet werden.

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