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    Die Ermittlung

    img_1836Zehn Tage nach dem Unfall von Atzwang ist die Leiche von Giulia Valentini zur Beerdigung freigegeben worden. Und gegen drei Personen, darunter dem Völser Bürgermeister Othmar Stampfer, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

    Von Thomas Vikoler

    Im Trentino, wo alle Opfer des tragischen Unfalls herstammen, sorgte das für erheblichen Ärger:

    Die Leiche von Giulia Valentini, 28, aus Baselga di Piné, war bis Montag nicht zur Beerdigung freigegeben worden. Dies im Gegensatz zu den Überresten des 23-jährigen Alessandro Conti aus Cavalese, der am Freitag ebendort beerdigt worden war.

    Beide sind am Samstag vor einer Woche nach einem Unfall an der Brücke bei Atzwang im Eisack ertrunken. Der Unfall forderte drei Verletzte.

    Am Montag Nachmittag gab die Staatsanwaltschaft Bozen (endlich) die Genehmigung zur Beerdigung von Giulia Valenti, die am Dienstag in Baselga di Piné stattfinden soll.

    Das in den Bach gestürzte Auto (Fotos: Taucher der Freiwilligen Feuerwehren)

    Das in den Bach gestürzte Auto (Fotos: Taucher der Freiwilligen Feuerwehren)

    Warum so spät?

    Die Staatsanwaltschaft hat relativ kurzfristig entschieden, eine Blutabnahme vornehmen zu lassen. Diese führte Pathologe Guido Mazzoleni gestern Mittag im Bozner Krankenhaus durch. Es soll geklärt werden, ob die junge Frau, die den abgestürzten Ford Fiesta lenkte, unter Einfluss von körperfremden Substanzen stand.

    Das ist eher unwahrscheinlich, denn Zeugen haben ausgesagt, die junge Frau habe keinen Alkohol getrunken, weil sie sich bereit erklärt hatte, den Firmenwagen zu fahren.

    Beim Versuch, einem auf die Atzwanger Brücke auffahrenden Wagen auszuweichen, hatte Valentini den Ford Fiesta auf die linke Seite der Brücke gelenkt. Dort durchbrach er eine Hecke und stürzte rund 15 Meter in die Tiefe.

    Weil dort das Wasser des Eisacks ungewöhnlich tief ist, ertranken Valentini und der neben ihr sitzende Alessandro Conti.

    Der Einsatz der Retter (Foto: FF Waidbruck)

    Der Einsatz der Retter (Foto: FF Waidbruck)

    Die Staatsanwaltschaft hat die, inzwischen mit einer Betonabsperrung abgesicherte Unfallstelle beschlagnahmen lassen. Hinterbliebene haben am dazugehörigen Metallzaun Blumen aufgesteckt.

    Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft auch formell Ermittlungen gegen drei Personen zum Tatverdacht der fahrlässigen Tötung aufgenommen. Das war vorhersehbar und ist in gewisser Weise ein zwingender Schritt. Es geht um die Klärung der Frage, ob die Sicherheit der Gemeindestraße von Atzwang nach Völs gegeben war oder nicht.

    Wie berichtet, ging die Straße vor rund 15 Jahren in Gemeindeeigentum über, in den Jahren 2008 und 2009 führte die Weginteressentschaft Absicherungsmaßnahmen durch, u.a. wurden neue Leitplanken angebracht. Allerdings nicht an der Atzwanger-Brücke, auf deren rechten Seite sich weiterhin alte Leitplanken aus der Zeit vor 2008 befinden.

    Nicht unweit Holzbrücke wird derzeit im Auftrag der Weginteressentschaft eine neue Brücke errichtet.
    Einen Ermittlungsbescheid der Staatsanwaltschaft erhalten haben der Völser SVP-Bürgermeister Othmar Stampfer, der derzeitige Obmann der Weginteressentschaft Christian Mair und der Projektant der Sicherheitsmaßnahmen Heinz Tschugguel. Stampfer wird von den Anwalt Alessandro Tonon vertreten, Christian Mair von Peter Paul Brugger. Martin Fill vertritt Heinz Tschugguel

    Für Peter Paul Brugger ist klar, dass niemand der Genannten strafrechtlich für den tragischen Unfall verantwortlich gemacht werden könne.

    Die Gemeinde sei nicht verpflichtet, schon gar nicht auf einer Straße mit Höchsttempo 60, jeden Straßenabschnitt mit Leitplanken zu versehen. „Das wäre technisch und finanziell gar nicht möglich“, so Brugger.

    Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Ermittlung gegen die drei Personen mit einer Einstellung endet.

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