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    Das Geschäft mit dem Christkindl

    christDie Südtiroler Christkindlmärkte wurden eröffnet. Sie sorgen jedes Jahr für einen Umsatz von weit über 30 Millionen Euro. Die Zahlen und Fakten.

    von Heinrich Schwarz

    Die Städte voller Busse, die Züge voller Italiener. Die Zeit des Christkindlmarkt-Tourismus hat begonnen. Die einen ärgert der Rummel, die anderen freuen sich.

    Am größten dürfte die Freude bei den Wirtschaftstreibenden sein. Denn die Christkindlmärkte sind ein Millionen-Geschäft. Hunderttausende Menschen kommen nach Südtirol und lassen ihr Geld hier liegen. Und die Entwicklung des Christkindlmarkt-Geschäftes zeigt kontinuierlich nach oben.

    Bereits vor neun Jahren hat das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) den „Wirtschafsfaktor Südtiroler Christkindlmärkte“ genauestens unter die Lupe genommen. Analysiert wurden die fünf originalen Christkindlmärkte: Bozen, Meran, Brixen, Bruneck und Sterzing.

    Das WIFO ist in Bezug auf das Weihnachtsjahr 2007/2008 zum Schluss gekommen, dass 401.500 Personen den Christkindlmarkt besucht haben. Rund zwei Drittel der Besucher waren Italiener – ohne Südtirol. Der erzielte Gesamtumsatz: 31,7 Millionen Euro. Davon betrafen 24,2 Millionen Euro den direkten Umsatz auf den Märkten, in den Geschäften und in den Hotels. Die restlichen 7,5 Millionen waren indirekte Umsätze in der gesamten Südtiroler Wirtschaft.

    Die Wertschöpfung belief sich auf 8,9 Millionen Euro. Auch die öffentliche Hand konnte sich freuen – und zwar auf 2,3 Millionen Euro an Steuer- und Gebühreneinnahmen, die durch die Christkindlmärkte entstanden.

    In den letzten Jahren wurde keine Studie mehr durchgeführt. Sehr wohl gibt es aber Einschätzungen. So sprach man im Vorjahr von 600.000 Besuchern. Entsprechend wird auch der Umsatz deutlich angestiegen sein.

    „Auch wenn keine neuen Daten erhoben worden sind, können wir natürlich bestimmte Trends in Bezug auf die Besucherströme beobachten“, sagt Marco Pappalardo, Leiter der Abteilung Communication beim Wirtschaftsdienstleister IDM. Die IDM koordiniert und bewirbt die fünf Original Südtiroler Christkindlmärkte.

    Und wie sehen diese Trends aus?

    „In den letzten drei Jahren konnten wir etwa verstärkt Ströme aus dem Norden beobachten. Die Alleinstellungsmerkmale, die wir präsentieren können, werden auch im Norden sehr stark gesucht. Südtirols Christkindlmärkte bieten eine originelle, authentische Weihnachtsatmosphäre kombiniert mit hochwertiger Gastronomie. Anderswo im Norden findet man etwa auch Kebap“, so Pappalardo.

    Was die Entwicklung der Märkte betrifft, so sagt der Tourismus-Manager: „Ich glaube, dass wir an den Wochenenden schon seit einiger Zeit eine relative Sättigung erreicht haben. Luft nach oben gibt es hingegen noch während der Woche.“

    Zu beobachten ist seit einigen Jahren auch, dass immer mehr Christkindlmarkt-Besucher nicht nur einen Markt aufsuchen, sondern gleich mehrere an einem Tag. „Wir können das zwar noch nicht mit Zahlen belegen, aber diese Einschätzungen sind definitiv da: Bozen-Meran-Brixen, Bozen-Meran oder Bozen-Brixen an einem Tag“, erklärt Marco Pappalardo.

    Die IDM verfolgt mehrere Marketing-Strategien, damit die Südtiroler Wirtschaft noch mehr vom Christkindlmarkt-Tourismus profitiert. Unter anderem wird in der Kommunikation mehr Wert auf Mehrtagestouristen gelegt. Zudem sollen die Angebote außerhalb der Stadtzentren erweitert werden.

    Dass es inzwischen in fast jedem Dorf ein Adventsangebot gibt, begrüßt man bei der IDM. „Auch dort ist das Angebot wirklich sehr authentisch. Und diese Atmosphäre wird nicht nur von Touristen, sondern auch von Einheimischen gesucht“, sagt Pappalardo, der hinzufügt: „Leider bezieht sich das Angebot zumeist nur auf das Wochenende. Die Originalen Südtiroler Christkindlmärkte, die wir als Speerspitze bewerben, müssen ein Regelwerk einhalten, das unter anderem ein tägliches Angebot vorsieht.“

    In einem Jahr werden wieder offizielle Zahlen zu den Südtiroler Christkindlmärkten präsentiert. Denn nach neun Jahren Pause wurde das WIFO heuer wieder mit einer Studie beauftragt. „Bis zum 6. Januar werden wir 1.600 Besucher befragen. Der Aufbau der Studie wird grundsätzlich wieder derselbe sein, allerdings mit methodischen Verbesserungen“, erklärt WIFO-Forscher Urban Perkmann. Die Auswertung werde zwar relativ schnell erfolgen, die Vorstellung ist aber erst zum Start der Christkindlmärkte im nächsten Jahr geplant.

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