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    Gsieser Umsetzer-Posse

    gsiesDer Streit darum, ob Gsies einen Umsetzer braucht, wird immer skurriler. Die Initiativgruppe organisiert einen Diskussionsabend, aber der Bürgermeister will nicht länger diskutieren.

    von Silke Hinterwaldner

    Elisabeth Bachmann ist mehr als erstaunt. „Diese übertriebene Eile ist nicht notwendig“, sagt sie, „vielmehr gäbe es zum Thema Umsetzer in Gsies noch sehr viel Diskussionsbedarf.“

    Deshalb hat sie zusammen mit ihrer Initiativgruppe Bürgerwelle für morgen Abend einen Bürgerabend in Gsies organisiert. Zu diesem Anlass wird Jörn Gutbier nach Gsies kommen, der über „alternative strahlungsarme zukunftsfähige Mobilfunktechnologien“ sprechen soll. Der Diskussionsabend soll noch einmal eine Debatte darüber anregen, ob es einen Umsetzer für St. Martin und St. Magdalena tatsächlich braucht.

    Einziger Wermutstropfen: Der Bürgermeister selbst wird nicht anwesend sein. Er hat die Bürgerwelle wissen lassen, dass so etwas „nicht zielführend“ sei. Auch die Verantwortlichen der Rundfunkanstalt RAS haben abgesagt.

    Das ärgert Elisabeth Bachmann und ihre Mitstreiter in der Initiativgruppe. „Wir wollen nur darüber reden, welcher für das Gsiesertal der beste Weg im Sinne der Bevölkerung ist“, sagt Bachmann. Immerhin: Ende nächsten Jahres soll das Tal mit Glasfaser versorgt werden, das schafft neue Möglichkeiten der Kommunikation.

    Die Gemeinde hat trotzdem entschieden, bereits 2017 mit dem Bau des Umsetzers bei St. Martin zu beginnen. In diesen Tagen wird eine letzte Entscheidung fallen: Der Umsetzer soll auf einem Grundstück der Fraktionsverwaltung entstehen, diese muss jetzt entscheiden, ob sie einverstanden ist. Die Meinungen innerhalb des Vorstandes gehen aber auseinander.

    Zur Erinnerung: 2012 hat sich die Bevölkerung bei einer Bürgerbefragung gegen einen Umsetzer im Tal entschieden, obwohl eine Mehrheit im Gemeinderat bereits dafür gestimmt hatte. Im Sommer dieses Jahres begann die Debatte wieder aufs Neue: Der Gemeinderat hat auf Betreiben von Bürgermeister Kurti Taschler wieder für den Bau des Umsetzers gestimmt. Mittlerweile sind alle wegweisenden Entscheidungen gefallen. Eine neuerliche Bürgerbefragung kommt für Bürgermeister Taschler nicht in Frage.

    WAS BISHER GESCHAH

    Am 26. Februar 2012 haben sich insgesamt 733 Personen an einer Befragung beteiligt, das sind immerhin 61 Prozent aller Wahlberechtigten. Das Ergebnis: 62 Prozent der Wähler haben sich gegen die Errichtung eines Umsetzers ausgesprochen.

    Am 26. Juli 2016 hatte der Gemeinderat von Gsies einen Beschluss gefasst, der für viele überraschend kam. Mit den Stimmen der SVP und drei Enthaltungen der Freien Liste Gsies stimmte man grundsätzlich für die Errichtung eines Umsetzers in der Nähe von St. Magdalena und St. Martin.

    In der Oktobersitzung des Gemeinderates wurde der Standort des Umsetzers definiert: ein Hügel taleinwärts rechts zwischen den Ortschaften St. Martin und St. Magdalena, rund einen Kilometer von St. Martin entfernt.

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    Kommentare (2)

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    • yannis

      selbst wenn man nicht Gsieser Bürger ist, oder gerade deshalb, wenn tatsächlich sehr bald Gsies ans Glasfaser Netz angeschlossen wird, ist der Bau einer Umsetzers mit seiner „bekannt veralteten“ Technologie, so überflüssig wie ein Kropf !
      Ferngesehen wird in Südtirol ohnehin zu fast 100% über Satellit und die RAI Bozen kann durchaus ins Netz gestreamt werden, oder für die die noch keinen 200 Euro PC haben, auf den Astra Satelliten geschossen werden.

    • jennylein

      Meines Wissens geht’s um einen Handyumsetzer…

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