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    „Großer Erfolg“

    Ressortdirektor Unterweger, Landesrat Schuler, Landeshauptmann Kompatscher, Landesjägermeister Marx (Foto: LPA/Maja Clara )

    Ressortdirektor Unterweger, Landesrat Schuler, Landeshauptmann Kompatscher, Landesjägermeister Marx (Foto: LPA/Maja Clara )

    Landeshauptmann Kompatscher und Forstlandesrat Schuler haben am Freitag über Inhalte und Auswirkungen der neuen Durchführungsbestimmungen informiert.

    „Die Südtiroler Jagd“, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher, „ist vorbildhaft und schützt die Fauna“.

    Dieses Argument habe auch das italienische Umweltministerium anerkannt und deshalb einer „ausweitenden Durchführungsbestimmung“ zugestimmt.

    Gemeinsam mit Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler und den Südtiroler Parlamentariern in Rom habe er mehrmals im Ministerium verhandelt, berichtete der Landeshauptmann, und richtete seinen Dank an alle daran Beteiligten, auch an die Jäger selbst.

    „Durch diese Durchführungsbestimmungen“, betonte Landesrat Arnold Schuler, besteht nun nach langen Verhandlungen größere Rechtssicherheit“. Die Genehmigung der Durchführungsbestimmungen zur Jagd am gestrigen späten Nachmittag bewertete er, wie auch der Landeshauptmann, als „autonomiepolitisch großen Erfolg und sehr wichtig für die Jagd“.

    In Südtirol, führte Landesjägermeister Berthold Marx aus, gilt das Revierjagdsystem, das sich vom System im Großteil Italiens wesentlich unterscheidet.

    „Die Jagd in Südtirol hat sich immer durch sorgsamen Umgang mit Wildtieren ausgezeichnet“, wies er hin. Auch die Art der Jagdausübung ist wesentlich anders. Südtiroler Jäger bejagen vorwiegend Schalenwild und Federwild; die Jagd mit dem Vorstehhund spielt eine völlig untergeordnete Rolle.

    Die Jagd auf Schalenwild unterliegt einer starken Reglementierung. Im Unterschied zum restlichen Staatsgebiet wird hier flächendeckend eine „caccia controllata“ – die Auslesejagd – ausgeübt mit dem Hauptziel, die ökologischen Gleichgewichte aufrechtzuerhalten. Diese Auslesejagd stimmt in ihren wesentlichen Punkten mit den Vorgaben für die Regulierung der Wildtierfauna laut dem staatlichen Jagdrahmengesetz überein. „Jagd ist Wildmanagement“, schloss der Landesjägermeister.

    „Wenn sich der Mensch zurückzieht, leidet die Artenvielfalt“, führte der Geschäftsführer des Südtiroler Jadgverbandes Heinrich Aukenthaler aus und legte Zahlen zur Jagd in Südtirol dar: Derzeit gibt es in Südtirol 6085 Jäger, was 1,3 Prozent der Bevölkerung entspricht, davon sind 335 Frauen, also 5,5 Prozent der Jägerschaft.

    Die Revierfläche umfasst 607.523 Hektar, rund 4200 pro Revier. Die Schalenwildabschüsse pro Jäger und Jahr belaufen sich laut Statistik, die seit 1953 geführt wird, auf 2,5, die Niederwildabschüsse auf 3,2. Der Schalenwildbestand wird auf 35.000 Rehe, 12.000 Stück Rotwild, 20.000 Exemplare Gamswild und 1500 Steinwild geschätzt. Wenn nicht gejagt wird, nehmen die Verbissschäden überhand, schloss Geschäftsführer Aukenthaler. Die Jagd sei für die Natur und nicht gegen die Natur, fügte der Direktor des Landesamtes für Jagd und Fischerei Luigi Spagnolli an.

    Nach langen und schwierigen Verhandlungen durch Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Arnold Schuler und die Südtiroler Parlamentarier in Rom sind nun in den Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut zwei Bestimmungen eingefügt: eine erlaubt es der Südtiroler Landesverwaltung, die Jagd in den Naturparks innerhalb der europäischen und internationalen Normen zu regeln.

    Weiters gilt nun eine Bestimmung, die es zulässt, bei den jagdbaren Arten zweifelsfrei von den staatlichen Vorschriften abzuweichen. Italienweit geschützte Wildarten können in der Region Trentino-Südtirol als jagdbar erklärt werden, sofern es ein positives Gutachten des staatlichen Institutes ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) gibt.

    Diese Abweichungsmöglichkeit ist einzigartig in Italien; sie könnte für einige Wildarten wie etwa Murmeltiere in Erwägung gezogen werden, also für häufig auftretende Arten, die auch in Südtirol einer Regulierung bedürfen, da sie große Schäden verursachen.

    Die derzeitige Handhabung mit Sonderabschüssen ist zwar möglich, bedeutet aber einen großen Verwaltungsaufwand. Der Schutzstandard wird aufgrund dieser Neuregelung nicht sinken.

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