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    „Zu viele Tankstellen“

    Im Bild die Delegationen der Tankstellenvertreter Südtirols, Tirols, Italiens und Deutschland am hds-Sitz in Bozen (zweiter v.l. der Präsident der Tankstellenpächter im hds, Wolfgang Angerer, und dritter v.l. der Präsident der freien Tankstellen im hds, Haimo Staffler).

    Im Bild die Delegationen der Tankstellenvertreter Südtirols, Tirols, Italiens und Deutschland am hds-Sitz in Bozen (zweiter v.l. der Präsident der Tankstellenpächter im hds, Wolfgang Angerer, und dritter v.l. der Präsident der freien Tankstellen im hds, Haimo Staffler).

    Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol hat vor Kurzem am Verbandssitz in Bozen ein Drei-Länder-Treffen der Tankstellenverbände organisiert.

    Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol hat vor Kurzem am Verbandssitz in Bozen ein Drei-Länder-Treffen der Tankstellenverbände organisiert. Dabei ging es vor allem darum, die Situation und die Rahmenbedingungen in den verschiedenen Ländern zu vergleichen.

    Daran teilgenommen haben der Präsident der freien Tankstellen im hds, Haimo Staffler, der Präsident der Tankstellenpächter im hds, Wolfgang Angerer, Rebecca Kichbaumer, die Obfrau der Tankstellenpächter in der Wirtschaftskammer Tirol, Maurizio Micheli, der Präsident des gesamtstattlichen Verbandes der Tankstellenpächter (Figisc), mit Vizepräsident Gianfranco di Bellonia sowie Jochen Wilhelm, der Geschäftsführer des deutschen Tankstellen-Interessensverbandes.

    Italien hat mit über 22.000 Anlagen noch ein überdimensioniertes Tankstellennetz, während es in Deutschland nur mehr rund 14.500 sind.

    „Das Netz in Italien ist sehr fragmentiert mit zu vielen Anlagen, die nicht effizient arbeiten, mit hohen Logistikkosten und geringem Umsatz. Während eine Anlage in Italien 1,3 Millionen Liter Treibstoff jährlich ausgibt, sind es in Deutschland 2,4 Millionen Liter. Zudem sind viele dieser Tankstellen zu modernisieren“, so die Vertreter der Figisc. Neue gesetzliche Bestimmungen sehen zwar eine Rationalisierung des Netzes vor. Diese würden aber viel zu spät greifen.

    „In Südtirol wurden diesbezüglich die Hausaufgaben bereits gemacht. Während es im Jahr 2000 noch rund 330 Tankstellen gab, sind es heute 160. Gleichzeitig ist jedoch die Zahl der in diesem Bereich Beschäftigten gestiegen, die Tankstellen konnten investieren und die wichtigen Umweltauflagen erfüllen“, so Haimo Staffler.

    „Leider kam es insbesondere in den letzten Jahren auch zu negativen Entwicklungen, die diese positiven Veränderungen teilweise wieder gefährden. Es sind dies die Liberalisierungen, die betriebsinternen Tankstellen und die sogenannten (unbemannten) Ghosttankstellen“, so Wolfgang Angerer.

    Jochen Wilhelm erklärte den deutschen Verhaltenskodex des Tankstellengeschäftes, der 2015 von mehreren Mineralöl- und Tankstellenverbänden unterzeichnet wurde. „Die Entwicklung der Märkte, das Ungleichgewicht zwischen Mineralölwirtschaft und Tankstellenbetreibern, aber vor allem die Erwartungen und Notwendigkeiten eines modernen Staates an ein funktionierendes Tankstellennetz haben diesen Kodex erfordert“, so Wilhelm.

    Mit diesem Kodex soll ein Rahmen für faires und konstruktives Miteinander zwischen den Tankstellengesellschaften und den Tankstellenbetreibern gesetzt werden. Zentrales Anliegen ist es, den Tankstellenbetreibern ein angemessenes, existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen. Wilhelm regte an, dass auch andere EU-Staaten – und somit auch Italien – ähnliche Verhaltenskodexe abschließen sollten.

    Maurizio Micheli bezeichnete diesen Verhaltenskodex als eine wichtige Initiative zum Schutz der eigenen Mitglieder. In Italien hat es zwar schon viele Absprachen mit den verschiedenen Akteuren in diese Richtung gegeben, doch ein konkretes Dokument dieser Art liegt zur Zeit noch nicht vor. Italien sollte sich daher auf den Weg machen und diesem Modell folgen, so Micheli.

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