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    „Keine normale Provinz“

    Der „Staatsbesuch" von Jean Claude Juncker in Bozen (Foto: Thomas Vikoler)

    Der „Staatsbesuch“ von Jean Claude Juncker in Bozen (Foto: Thomas Vikoler)

    BürgerUnion und Süd-Tiroler Freiheit halten die Polemik um den Schützen-Empfang für Jean-Claude Juncker für albern und überflüssig.

    Andreas Pöder ist zornig: „Abgesehen davon, dass ich den jüngsten Besuch des EU-Kommissionspräsidenten Jean Claude Juncker als Foto-Kulisse für Landeshauptmann Arno Kompatscher ohne besonderen Mehrwert für Südtirol betrachte, muss man in der Polemik um den landesüblichen Empfang durch eine Formation der Schützen die Kritik zurückweisen“, so der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion.

    Für Pöder ist diese Form des landesüblichen Empfangs eine lokale Tradition, die durchaus ihre Berechtigung hat und auch so bleiben soll.

    „Wer sich jetzt darüber beklagt, dass die Italiener sich hier faktisch ausgeschlossen fühlen, der soll auch klar benennen, welche italienische Tradition in Südtirol man beim Besuch eines offiziellen Gastes und insbesondere des EU-Kommissionspräsidenten herzeigen sollte“, so Pöder.

    Die italienischen „Traditionen“ in Südtirol hätten überwiegend etwas mit faschistischen Relikten oder dem Festhalten an faschistischen Überbleibseln und nationalistischem Imponiergehabe zu tun. „Insofern sind die ,Traditionen‘ der Italiener in Südtirol nicht herzeigbar und zudem zutiefst uneuropäisch. Die Italiener in Südtirol haben es versäumt, sich selbst lokale herzeigbare und angemessene Traditionen zu schaffen. Daran tragen sowohl die meisten italienischen Parteien von links bis rechts als auch manche Medien erhebliche Mitschuld, zumal sie seit Jahren die ´Italianitá` in Südtirol und die fragwürdigsten Symbole verteidigen.“, meint Pöder.

    Auch die Süd-Tiroler Freiheit hat inzwischen reagiert.

    Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, bezeichnet die Polemik, welche anlässlich des landesüblichen Empfangs für Jean Claude Juncker entbrannt ist, als Ausdruck einer fehlenden Integrationsbereitschaft vieler (nicht aller) Italiener in Süd-Tirol. Die Tatsache, dass der Empfang nicht nach „italienischem Protokoll“ und im Beisein von „italienischen Würdenträgern“ erfolgt ist, sondern nach Tiroler Tradition mit einem landesüblichen Empfang durch die Schützen, sei eine Selbstverständlichkeit, für die sich Süd-Tirol nicht zu rechtfertigen braucht.

    Knoll am Montag in einer Aussendung:

    „Das italienische Regierungskommissariat und die italienische Quästur sind staatliche Überwachungsorgane, die völlig überflüssig sind und daher zurecht nicht zu derart offiziellen Anlässen eingeladen werden.

    Sven Knoll

    Sven Knoll

    Italienische Rechtsparteien, die Tageszeitung Alto Adige und der Partito Democratico zeigen mit ihrer nationalistischen Polemik einmal mehr, dass sie nicht bereit sind die Geschichte, Identität und Kultur des südlichen Tirols anzuerkennen und stattdessen in einer Parallelgesellschaft leben, in der so getan wird, als ob Südtirol eine normale italienische Provinz sei.

    Diese Haltung spiegelt sich auch im Umgang mit den faschistischen Ortsnamen, den faschistischen Relikten und der Missachtung der deutschen Sprache in Süd-Tirol wider. So kann und wird ein friedliches Zusammenleben nicht funktionieren.

    Genauso wie von den Ausländern die heute nach Südtirol kommen eine Integrationsbereitschaft abverlangt wird, muss diese Integrationsbereitschaft auch von den Italienern verlangt werden, die nach Süd-Tirol gekommen sind. Nicht Südtirol hat sich Italien anzupassen, sondern umgekehrt!“

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