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    Vom Sattel gefallen

     

    wechselberger knastKarl Wechselberger steht vor dem beruflichen und sportlichen Ruin: Der Italienische Pferdesportverband hat den ehemaligen Profi-Springreiter und FISE-Reitlehrer nun aus dem Verband ausgeschlossen.

    von Artur Oberhofer

    Der für Karl Wechselberger niederschmetternde Passus steht auf Seite 5 des Urteils Nr. 36/16:

    „… al Signor Karl Wechselberger (si applica) la sanzione della radiazione.“

    Das Sportgericht des Italienischen Pferdesportverbandes (FISE) verhängte am 5. Oktober dieses Jahres gegen den ehemaligen Profi-Springreiter und Reitlehrer mit FISE-Berechtigung aus Sterzing die Höchststrafe: „Radiazione.“

    Sprich: Karl Wechselberger wurde aus dem Verband hinausgeschmissen. Der Wipptaler darf künftighin nicht mehr als Reitlehrer mit Verbandslizenz tätig sein. Und seine Karriere als Springreiter ist damit wohl ebenso beendet.

    Der Fall Karl Wechselberger ist die Geschichte eines Unverbesserlichen.

    Nachdem bzw. obwohl er bereits in der Vergangenheit wegen seiner sexuellen Kontakte zu minderjährigen Reitschülerinnen mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, hatte Karl Wechselberger – nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Bozen – von Juni 2014 bis Jänner 2015 eine sexuelle Beziehung zu einer 14-jährigen Reitschülerin.

    Das Urteil des Sportgerichts im Fall Wechselberger

    Das Urteil des Sportgerichts im Fall Wechselberger

    Laut Urteil des Pferdesportverbandes soll Karl Wechselberger das ihm drei Mal pro Woche zu Reitunterrichtszwecken anvertraute Mädchen mehrfach zum Geschlechtsverkehr gedrängt haben, und zwar in seiner eigenen Wohnung und in einem Hotelzimmer im Reitzentrum von Manerbio, wo das Mädchen bei Turnieren gewohnt hatte.

    Da die Causa strafrechtlich noch nicht abgeschlossen ist – das Gericht hat ein gerichtspsychiatrisches Gutachten des Opfers angefordert –, hatte Karl Wechselbergers Anwältin im Verfahren vor dem Sportgericht einen Aufschub beantragt.

    Diesen Antrag verwarfen die drei Richter des FISE-Tribunals.

    Die Richter Daniele Piva, Fabio Iudica und Paolo Clarizia kamen zu dem Schluss, dass die – im Haftbefehl enthaltenen – Anschuldigungen gegen den FISE-Reitlehrer und Springreiter Karl Wechselberger faktisch bewiesen seien und vom Beschuldigten auch nicht in Abrede gestellt würden.

    Im Urteil, das der TAGESZEITUNG vorliegt, heißt es:

    „Aus den Akten geht hervor, dass Karl Wechselberger effektiv sexuelle Kontakte zu seiner minderjährigen (Reit-)Schülerin hatte (…).

    Dieses an sich bereits schwerwiegende Verhalten erscheint diesem Gericht noch verwerflicher, weil der Beschuldigte außerdem seine Rolle als Verbands-Reitlehrer ausgenutzt hat (…). Außerdem steht sein Verhalten in krassem Widerspruch zu den elementaren Prinzipien der Korrektheit, der Redlichkeit und der Loyalität, an die sich Eingeschriebene des Verbandes zu halten haben. Auch ist das Verhalten verbandsschädigend.“

    Karl Wechselberger war offenbar bewusst, dass er ein Problem hat.

    In ihrem Urteil erwähnen die Sportrichter Abhörprotokolle, aus denen hervorgeht, dass Karl Wechselberger mehrmals erklärt habe, er wolle sich einer Therapie unterziehen.

     

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