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    Doch kein Mord?

    bisignano blut sandplatzDas Strafverfahren zum Tod des Terentners Reinhold Volgger am 5. September wird eingestellt. Die Autopsie ergab: Kein Beweis für eine gewaltsame Einwirkung durch den tatverdächtigten Moldawier.

    Von Thomas Vikoler

    Eine 3,5 Zentimeter breite Wunde auf der linken Stirnseite, ein 2,5 Zentimeter breites Hämatom auf der rechten Seite des Hinterkopfs, Blut in der Nase. Aber kein Hinweis auf einen Faustschlag. Unzweifelhaft ist hingegen die Ursache für den Tod des 42-jährigen Reinhold Volgger am 5. September dieses Jahres: Eine Gehirnblutung im hinteren Bereich des Kopfes.

    Das sind die definitiven Ergebnisse der vom Bozner Pathologen Guido Mazzoleni im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens (also mit Anwesenheit eines Gutachters der Verteidigung) durchgeführten Autopsie. Ein Bericht zu einem Fall, der von Staatsanwalt Axel Bisignano zum Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge (streng genommen ein Mord) geführt wird.

    Unter Tatverdacht steht ein Mann aus Moldawien, der an jenem 5. September in einen Streit mit Volgger geraten war. Ort des Geschehens: Ein Gasthaus in Terenten.

    Bisher bestand der Verdacht, der Bauarbeiter aus Moldawien habe den 42-Jährigen mit dem Faustschlag, den er später gegenüber den Ermittlern zugab, derart schwere Verletzungen zugefügt, dass Volgger später daran starb.

    Volgger war tags darauf tot in seinem, vor dem Gasthaus geparkten Auto aufgefunden worden.

    Aufgrund des Obduktionsberichts kommt Staatsanwalt Bisignano zum Schluss, dass keine Voraussetzungen für eine Anklage bestehen. Gutachter Mazzoleni nennt zwei mögliche Hypothesen, wie es zur Hirnblutung gekommen sein könnte: Einmal die Berührung von Volggers Hinterkopf mit einem „schweren“ Gegenstand, die sich aber nicht beweisen lasse. Zum zweiten ein Sturz rückwärts mit einem heftigen Aufprall am Boden.

    Ob Volgger selbst bzw. allein gestürzt ist oder von jemandem geschubst wurde, lasse sich aufgrund der bisher gesammelten Erkenntnisse nicht sagen, heißt es in der Staatsanwaltschaft. Im Autopsiebericht nennt Pathologe Mazzoleni eine mögliche Ursache: Der hohe Alkoholgehalt im Blut des Mannes aus Terenten, der seine koordinativen Fähigkeiten stark eingeschränkt habe.

    In Kürze wird Staatsanwalt Bisignano also die Einstellung des Verfahrens gegen den moldawischen Bauarbeiter beantragen. Kein Mord, sondern ein Unfall unter unglücklichen Umständen. Der Kellner des Gasthauses in Terenten hatte ausgesagt, er habe Volgger sturzbetrunken zu seinem Auto begleitet. Von einem Sturz sagte er nichts.

    Schlägerei: Im Gasthaus flogen zwar die Fäuste, es gab aber keine Körperverletzung mit Todesfolge.

     

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