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    Tierische Provokation

    WAHL 16 Cristian KollmannDie Südtiroler Freiheit hat das Heer mit einem Hund verglichen, der sein Revier markiert. Kommt es zu einem gerichtlichen Nachspiel?

    (tom) Am 4. November wird am Bozner Waltherplatz traditionell der Tag der Streitkräfte begangen, für Cristian Kollmann von der Südtiroler Freiheit ein „Trauertag“, wie er am Freitag mitteilte.

    Warum?

    „Es handelt sich eine typisch ewiggestrige Provokation des Staates, für den nationalistisches Gehabe bis heut auf der politischen Agenda steht“. Die italienischen Streitkräfte seien „in Feierlaune“.

    Alpini, Carabinieri, Finanzpolizei und Militär würden auf dem Bozner Waltherplatz aufmarschieren, um Präsenz zu zeigen.

    Und dann stellt Kollmann einen Vergleich auf, der vermutlich ein gerichtliches Nachspiel haben wird: „Wie ein Hund sein Revier markiert…“

    Die militärischen Vertreter des Staates als Pudel, die am Waltherplatz ihren Urin platzieren?

    Kollmanns Vergleich provozierte die italienische Rechte: „Eine eindeutige Schädigung des Rufs der Streitkräfte“, sagte der frühere Forza-Italia-Koordinator und Bozner Gemeinderat Enrico Lillo. Er kündigt eine Eingabe bei der Staatsanwaltschaft an.

    Dort ist man bereits über die Kollmannsche Provokation informiert. Markus Mayr, interimistischer Leiter der Staatsanwaltschaft, prüft den Fall, eine mögliche Schmähung eines Staatsorgans.

    Kollmann stellt sich derweil eine andere Frage:

    „Wo bleiben die ach so antifaschistischen und antimilitärischen Proteste der so genannten Grünen und Linken? Wenn es um Italien geht, sind sie alle Faschistenversteher“.

    Am Samstag präzisierte Cristian Kollmann in einer Aussendung, er habe sich beim Hundevergleich auf die Inschrift „Siste Signa“ am Siegesdenkmal berufen und nicht auf die italienischen Streitkräfte.

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    Kommentare (8)

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    • lois

      Typisch STF, lamo zi scham!!! Und selche Lait, wos nichts ondos in Kopf hom, as wie ondra zi provozieren und beleidigen, hom totsächlich in onspruch is Lond oddo a Gemeinde zi regieren??? Oanfoch lai lächerlich…!!!

      • goggile

        lois lebst hinter dem Mond? fuer mich ist schlimmer dass Neofaschisten im Bozner Gemeinderat sitzen und Entscheidungen mittreffen. dies ist schlimm. dies ist eine Tatsache dass solche Gruppierungen nicht verboten werden und bei deutschen die nur provozieren wird gekreuzigt. denk mal darueber nach bevor zu den tasten greifst!

    • lois

      @goggile
      Ich bin in meinem Kommentar ausschließlich auf den Inhalt des Artikels eingegangen, in dem es ausschließlich um die STF geht, ganz im Gegensatz zu dir: Die Tatsache, dass Neofaschisten im Bozner Gemeinderat sitzen ist unbestreitbar schlimm und besorgniserregend, doch hat dies nicht unmittelbar etwas mit der STF zu tun. Das eindeutige Fehlverhalten (denn nichts anderes ist das der STF) einer Partei dadurch zu legitimieren, dass andere ebenso bzw. schlimmer sind, ist eine äußerst fragwürdige Argumentation (im Grunde typische Kindergartenlogik)… Dieses ewige Katz-und-Maus-Spiel der Rechten beider (!!) Sprachgruppen – jeder wartet im Grunde nur darauf dem Anderen eins auswischen zu können – ist einfach nur lächerlich und mit ein Grund dafür, dass ihre politischen Erfolge, trotz jahrelangem Bestehen, gegen Null gehen! Lg

    • einereiner

      Bravo STF, wir sollten die Italiener viel mehr auslachen. So lächerlich ist ihr Verhalten zur Verteidigung der Italiani……irgendwas.

    • devilhard

      Natürlich provoziert die STF, als Oppositionspartei wird sie sonst in Südtirol auch nicht gehört, geschweige denn in Italien. DIe Aussage „Revier markieren“ bereits als extreme Beleidigung anzusehen, dem vor Gericht nachgegangen werden muss, finde ich allerdings ziemlich lachhaft. Bzw. traurig, dass es in Italien immer noch Gesetze aus monarchistischen und faschistischen Zeiten gibt, nach denen solche doch noch harmlose Aussagen strafrechtlich verfolgt werden koennen.

      • devilhard

        Aber zum Stein des Anstoßes: Der 4.November galt im faschistischen Italien schnell als dessen wichtigster Feiertag und würde pompös mit Militärparaden etc. gefeiert. Das Nachkriegs-Italien setzte diese Tradition zwar anfangs fort; Studentenbewegungen und eine veränderte politische Landschaft führten in den Siebzigern allerdings zur Abschaffung dieses Feiertagen. Feierlichkeiten verschwanden aus dem öffentlichen Raum, lediglich im rechten Spektrum wurde dieser Tag noch hochgehalten. (Zum Beispiel bis vor wenigen Jahren die Kranzniederlegungen am Siegesdenkmal durch Vertreter neofaschistischer Parteien). Öffentliche Siegesparaden wichen stillen Gedenkfeiern für alle Gefallenen des Weltkrieges, meist an Soldatenfriedhöfen. – Auch heute noch meist von lokalen Traditionsverein durchgeführt. Erst als Berlusconi in den 90ern die Ausgrenzung der Neofaschisten beendete, und den Kreis rund um Fini in seine Regierung holte, fand wieder ein Umdenken statt. Das öffentliche Italien fand – sehr zum Gefallen dieser Exponenten – wieder zurück zu seinen (unrühmlichen) Wurzeln. Seitdem wird auch wieder vermehrt das Militär und der Sieg gefeiert. Dass daran lediglich die STF Kritik übt, während das linke Parteienspektrum davor die Augen verschließt, finde ich etwas beschämend.

    • watschi

      was tut denn die stf schon politisch wichtiges? rein gar nix, nur provozieren und basta. wie casaopound, exakt gleich

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