Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Gatterer vs. Zeller

    Gatterer vs. Zeller

    svp sitz gattererSAD-Chef (und Pfalzner SVP-Obmann) Ingomar Gatterer hat Senator Karl Zeller aufgefordert, sich bei Alt-LH Luis Durnwalder zu entschuldigen. Die Hintergründe.

    Hätte er das nur nie gesagt!

    Auf der Ortsobleutekonferenz der SVP in Nals hat Senator Karl Zeller unter anderem angemerkt, dass das vom damaligen Landeshauptmann Luis Durnwalder ausgehandelte Mailänder Abkommen viel schlechter gewesen sei, als die von seinem Nachfolger Arno Kompatscher ausgehandelte Finanzregelung mit Rom.

    Diese Aussage ist dem SAD-Chef Ingomar Gatterer sauer aufgestoßen.

    In seiner Funktion als SVP-Ortsobmann von Pfalzen hat Gatterer einen geharnischten Brief an Karl Zeller verfasst – und diesen aufgefordert, er möge sich gefälligst beim Alt-LH entschuldigen.

    Lesen Sie selbst:

    „Sehr geehrter Herr Senator RA Dr. Zeller,

    Sie haben bei der Ortsobmännerkonferenz in Nals am 24.10.16 zum Thema „Verfassungsreferendum“ angemerkt, dass Altlandeshauptmann Dr. Luis Durnwalder mit dem Mailänder Abkommen eine viel schlechtere Finanzregelung für Südtirol vereinbart hat, als dies Landeshauptmann Kompatscher mit seinem Abkommen gemacht hat.

    Als SVP-Ortsobmann von Pfalzen teile ich Ihnen mit, dass diese Kritik weder thematisch angebracht war (da nicht Tagesordnung der Veranstaltung) noch von Ihrer Seite inhaltlich begründet wurde, wodurch sie für mehrere Vertreter in der Veranstaltung als bewusste Provokation gegenüber Altlandeshauptmann Dr. Luis Durnwalder empfunden und verstanden wurde.

    Ich weise darauf hin, dass Altlandeshauptmann Dr. Durnwalder für Südtirol und die Südtiroler Volkspartei in seinen 30 Jahren politische Tätigkeit enormes geleistet hat. Durnwalder steht wie Magnago für eine einzigartige Erfolgsgeschichte in einer schwierigen Zeit nach dem zweiten Weltkrieg.

    Die vergangenen Wahlsiege der Südtiroler Volkspartei gründen vor allem auch in der engen Verbundenheit des Altlandeshauptmanns mit der Bevölkerung unseres Landes.

    Unsere Partei ist daher Luis Durnwalder zu großem Dank verpflichtet. Dass sich Senator Zeller, der von Gnaden der Ortsobmänner in das parteipolitische Amt und in seine Abgeordnetenfunktion in Rom gehoben wurde und sich damit auch nie einer Volkswahl stellen musste, erlaubt, unseren Altlandeshauptmann in dieser Form öffentlich zu diskreditieren, ist nicht entschuldbar.

    Dies vor allem auch deshalb, da Durnwalder nicht anwesend war und sich auf ihre Anmerkung hin auch nicht verteidigen konnte. Es ist feig zu kritisieren, wenn der Kritisierte nicht gegentreten kann.

    Ob das Abkommen von Landeshauptmann Kompatscher überdies ein Erfolg für Südtirol war wird sich noch zeigen. Kompatscher hat jedenfalls auf mehr als zwei Milliarden Euro Südtiroler Steuergeld in Rom verzichtet, was jetzt im Landeshaushalt fehlt und dringend notwendig wäre.

    Die Argumentation, dass Südtirol dieses Geld nie erhalten hätte, baut auf Spekulation – dies kann zutreffen, ist aber andererseits auch nicht dokumentiert und bewiesen.

    In jedem Fall bindet das Abkommen Kompatscher einen großen Betrag an Südtiroler Steuergeld, welches für die Rückzahlung der italienischen Staatsschulden verwendet werden muss. Vereinbart wurde dabei, dass dieser Betrag an einen Anstieg der Staatsverschuldung gekoppelt ist – steigen demnach Italiens Schulden, muss Südtirol mehr an Rom abgeben. Die erste Erhöhung ist aller Voraussicht nach bereits für das Jahr 2017 zu erwarten.

    Es geht mir in dieser Schrift aber weniger um die Bewertung der beiden Abkommen, sondern darum, dass es sich von einem altgedienten Senator der Südtirol Volkspartei nicht ziemt, eine so verdiente Persönlichkeit wie Dr. Luis Durnwalder öffentlich und in einer so bedeutenden Parteiveranstaltung zu diffamieren. Die SVP-Ortsgruppe Pfalzen erwartet, dass Sie sich in angebrachter Art und Weise bei Dr. Luis Durnwalder entschuldigen.“

    Karl Zeller

    Karl Zeller

    +++ 13:18 Uhr UPDATE +++

    Karl Zeller kann die Aufregung von Ingemar Gatterer nicht nachvollziehen.

    Gegenüber TAGESZEITUNG Online stellt der Senator klar: „Ich habe Luis Durnwalder mit meinen Ausführungen zur Verfassungsreform nicht kritisieren wollen.“

    Gatterer habe aus seiner Rede auf der SVP-Konferenz in Nals „einen Halbsatz herausgenommen und falsch interpretiert“. Es sei ihm darum gegangen, das mutige Finanzabkommen des amtierenden Landeshauptmanns Arno Kompatscher zu loben, so Zeller.

    +++ LESEN SIE MEHR DAZU AM FREITAG IN DER PRINT-AUSGABE +++

    Clip to Evernote

    Kommentare (18)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • ft

      Da werden dem Senator jetzt aber die Knie schlottern.

    • franz

      “Ich weise darauf hin, dass Altlandeshauptmann Dr. Durnwalder für Südtirol und die Südtiroler Volkspartei in seinen 30 Jahren politische Tätigkeit enormes geleistet hat. Durnwalder steht wie Magnago für eine einzigartige Erfolgsgeschichte in einer schwierigen Zeit nach dem zweiten Weltkrieg“
      Da hat Gatter vollkommen recht.
      Im Gegensatz zu LH Kompatscher haben die alten SVP-Politiker für Südtirol großes geleistet.
      Magnago – alt LH Luis Durnwalder hätten nie unsere Freunde (unsere Schutzmacht ) in Wien bezüglich der Brennergrenzkontrollen zum Thema Flüchtlingsproblematik, immer wieder aufs heftigste kritisiert und attackiert um den der linken Regierung in den Arsch zu kriechen, deren Priorität die unkontrollierte Immigration ist, während sie die eigenen Bürger mit horrenden Steuern massakriert.
      Oder die Verfassungsreform von Renzi / PD zu unterstützen die zu einer Art Oligarchie führt, wie ex Verfassungsgerichtspräsident “Gustavo Zagrebelsky und Vorsitzender der 50 Verfassungrechteler die gegen diese Reform sind, “in der Auseinandersetzung mit Renzi auf La7 , meint und den art. 57 der Verfassungsreform in Frage stellt.
      ( La7- https://www.youtube.com/watch?v=ztCCpyBsNCU )
      Magnago würde sich im Gabe umdrehen, müsste er mit ansehen wie die SVP unter LH Kompatscher alles aufs Spiel setzt was seine Vorgänger aufgebaut haben.

    • franz

      Ich frage mich wie kann LH Kompatscher eine Regierung unterstützen welche die Rechte der Bürger bzw. die direkte Demokratie abzuschaffen versucht und eine Art Oligarchie einzuführen will. wie ex Verfassungsgerichtspräsident “Gustavo Zagrebelsky und Vorsitzender der 50 Verfassungrechteler die gegen diese Reform sind, “in der Auseinandersetzung mit Renzi auf La7 , meint und den art. 57 der Verfassungsreform in Frage stellt. meint. ( La7- https://www.youtube.com/watch?v=ztCCpyBsNCU )
      Anstatt direkter Demokratie hin einer Oligarchie bzw. zur historischen Entwicklung des Requisitionssystems.
      http://www.tageszeitung.it/2016/10/27/gemeine-kollegen//

    • meintag

      Bei den nächsten Wahlen wird Gatterer selbst als Landeshauptmann oder für Rom kandidieren. Somit hat er die Chance zu zeigen was er selbst politisch im Stande ist für Südtirol herauszuholen.
      Ach ja die Pressekonferenzen werden dann ins Pustertal verlegt. Anreise mit Bus vorausgesetztund nicht vergessen: Verpflegung muss selbst organisiert werden.

    • andreas

      Ich glaube Gatterer kandidiert bei der nächsten Wahl des Papstes bzw. ein Mann seines Kalibers wird wohl dazu berufen und muss sich nicht diese unwürdige Konklave, welche eigentlich nur zur Belustigung des Pöbels abgehalten wird, antun.

      Wir wären dann ja Papst. 🙂 🙂 🙂

    • perikles

      wo er recht hat hat er recht der Gatterer; neben Silvius Magnago hat Durnwalder (bei allen Fehlern die auch er gemacht hat) wie kein anderer sonst das Schicksal unseres Landes positiv beeinflusst, Da müssen die neuen noch lange arbeiten, um auch nur ansatzweise ähnliches zu erreichen.

      • andreas

        Wenn Durnwalder eine Entschuldigung von Zeller erwartet, soll er sich melden und nicht von diesem Helden öffentlich eine einfordern lassen.
        Durnwalder macht sich so ja lächerlich.

        • kleinlaut

          Allerdings! Diese Arschkriecherei ist schon mehr als peinlich…

          • meintag

            Gatterer hat Auszahlung ein Schloss zum Spezialpreis mit Hilfe von Durnwalder bekommen. Damit ist man dem Paten doch Einiges an Werschätzung wert. Siamo in Italia. Omertà und gut ist.

            • kleinlaut

              Abgesehen, dass die ganzen Gerüchte um Schloss Ehrenburg total jeder Grundlage entbehren ( wenn man nicht genügend informiert ist, wäre besser zu schweigen ) muss man dem Gatterer zugute halten, dass er ein Schmuckstück daraus gemacht hat, was schlussendlich dem ganzen Dorf und Umgebung zugute kommt—

    • dr.sheldoncooper

      ach inge….bisch du a sumser

    • dr.sheldoncooper

      @ kleinlaut erzähl mal wie das in wirklichkeit mit dem schloss gelaufen ist,
      würd mich nämlich brennend interessieren.

      • kleinlaut

        Ach ja? Tut mir leid, dass ich Deine Neugier nicht befriedigen kann (will)! Jedenfalls alles Schall und Rauch was da gemunkelt und erzählt wird. Nimm es mal als eine Form von Mäzenatentum das der Gatterer sich hier leistet hat. Wie er dann schlussendlich zu seinem „Reichtum“ gekommen ist, ist eine andere Geschichte. Hat mit Schloß Ehrenburg aber nicht direkt was zu tun.

      • meintag

        Wie bereits erwähnt die omertà gibts nicht nur Südlich. Aber solange sich Alle in Südtirol daran halten. Mal schauen wenn die Pusterer anders wählen als gewünscht, denn alle Machtverhältnisse haben sich irgebdwann zerschlagen. Einfach Geschichte lesen und interpretieren.

    • dr.sheldoncooper

      du siehst das nicht in der richtigen reihenfolge.
      schloss ehrenburg ist nicht quelle des „reichtums“ sondern das resultat der üblichen südtiroler paktelei.
      wie sonst kann/sollte man als pfalzner dorfbuschauffeur innerhalb kürzester zeit sämtliche buskonzessionen aufkaufen,
      wo es doch immer geheissen hat, in öffentl.personentransport sind nur verluste einzufahren, und dann plötzlich auch noch 4-5 mio auf den tisch legen, um das schloss zu kaufen. da hat der patenonkel sicher ein paar gute insidertips gehabt.
      fragen über fragen..:

      • kleinlaut

        Da hab ich mich wohl nicht richtig ausgedrückt…ich wollte damit nur sagen, dass das Schloss keineswegs zu billig verkauft wurde bzw. aufgrund irgend einer Intervention von wem auch immer an den Gatterr verscherbelt wurde…welches Geld bzw. welche Beiträge dann später mit den aufwendigen Renovierungen usw. geflossen sind entzieht sich meiner Kenntnis…wobei 4-5 Mio. für den Kauf nicht ganz gereicht haben dürften…

    • dr.sheldoncooper

      (an ingomar: vielleicht wirken die drohungen besser, wenn man ein foto ohne lipgloss an die tageszeitung schickt)
      😉

    • morgenstern

      Vorsicht Schleimspur!!

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen