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„Werde mit Ja stimmen“

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Der ehemalige Landtagsabgeordnete von Unitalia, Donato Seppi, über seine Bürgermeisterkandidatur in Ruffrè-Mendola – und über die Chancen der italienischen Verfassungsreform.

Tageszeitung: Herr Seppi, wie geht es Ihrer Gesundheit?

 Donato Seppi: Mir geht es ganz normal. Mit der Gesundheit ist nicht zu spaßen. Man muss die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Ich hoffe, dass es mir gesundheitlich noch lange halbwegs gut gehen wird. Älter werden wir alle.

Nach Ihrem Abtritt von der politischen Bühne in Südtirol gehen Sie nun ein neues Abenteuer an: Sie kandidieren in der Nonstaler Gemeinde Ruffrè-Mendola für das Amt des Bürgermeisters. Was hat Sie dazu bewogen?

Ich will meiner Heimatgemeinde weiterhelfen. Dazu ist zu sagen: Ich stamme ursprünglich vom Deutschnonsberg, meine Eltern kommen aus dem Ort. Ich kenne das Gebiet also seit meiner Kindheit. Man ist an mich herangetreten und hat mich gebeten, der Gemeinde meine langjährige politische Erfahrung zur Verfügung zu stellen. Die Gemeindeverwaltung steht nämlich vor großen Herausforderungen. Die Gemeinden des Gebiets sollen sich auf die bevorstehende Zusammenschließung vorbereiten, mit der Kosten gespart werden sollen.

Mit welcher Liste treten Sie an?

Wir treten mit einer gemeinsamen Liste, „Uniti nei valori“, an. Diese Liste setzt sich für die Weiterentwicklung des Gebietes und für eine Stärkung der Beziehungen zur Nachbargemeinde Kaltern ein. Wenn meine Gemeinde nicht direkt an der Grenze zu Südtirol liegen würde, dann wäre ich wahrscheinlich nicht angetreten. 

Kandidieren noch andere Listen?

Nach dem letzten Informationsstand treten wir als einzige Liste an. Trotzdem müssen wir die Wahlen mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angehen. Ohne Herz gewinnt man keine Wahlen.

Was sind die zentralen Punkte Ihres Wahlprogramms?

Wir wollen bessere Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen unserer Gemeinde schaffen, den Tourismus und die Gemeindeentwicklung stärken. Im Vordergrund steht die Stärkung der Beziehungen zu allen Gemeinden des Deutschnonsberg sowie zu den Südtiroler Nachbargemeinden Kaltern und Eppan. Ich strebe die Errichtung eines zweisprachigen Kindergartens an, den auch Südtiroler Kinder besuchen können, um ihre Italienischkenntnisse zu verbessern. Schon jetzt ist es so, dass zahlreiche Kinder aus meiner Gemeinde deutschsprachige Kindergärten in St. Felix/Unsere Liebe Frau im Walde besuchen, um Deutsch zu lernen. Unser zweisprachiger Kindergarten soll auch in den Sommermonaten geöffnet halten. Darüber hinaus wollen wir auch unsere historischen Zentren stärken und die Tourismuswerbung weiter ausbauen. Zum Beispiel befindet sich in unserer Gemeinde der Kaiserliche Salon, der noch aus der Zeit von Kaiser Franz Joseph I. stammt.

Sind Sie noch Chef von Unitalia in Südtirol?

Nein, die Dinge sind heute so, wie sie sind. Unitalia ist nicht mehr im Landtag vertreten.

Stichwort Verfassungsreform: Wie werden Sie abstimmen?

Ich spreche mich klar gegen die politische Heuchelei aus. Die Zeiten, in denen ein Lager nur aus Profilierungsgründen Ja oder Nein sagt, sind vorbei. Ich halte überhaupt nichts von der Regierung Renzi, die nicht demokratisch gewählt wurde. Und die Verfassungsreform ist auch Lichtjahre von meinen Vorstellungen entfernt. Sie ist sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Doch ich sage ganz klar: Ich werde mit Ja stimmen, weil diese Reform besser als nichts ist. Ich bin absolut für die Abschaffung der Provinzen, mit Ausnahme natürlich der Provinzen mit Sonderstatut. Und auch wenn ich die gänzliche Abschaffung des Senats bevorzugt hätte: Die Reform sieht zumindest eine drastische Reduzierung der Anzahl Senatoren vor, wodurch Kosten eingespart und die Bürokratie beschleunigt werden. Aus Südtiroler Sicht ist es auch ein Vorteil, dass im Senat die Landeshauptleute und die Bürgermeister der Landeshauptstädte sitzen. Wer kennt unsere Situation besser und kann unsere Position stärker vertreten, als die Bürgermeister und die Präsidenten? Diese Reform ist eine Chance.

Interview: Matthias Kofler

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