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    Oskar schlägt zurück

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    Oskar Peterlini, dem ein unkorrekter Umgang mit dem Professoren-Titel vorgeworfen wird, dreht den Spieß um: Auch andere sollten auf ihren falschen „Doktor“ verzichten.

    Von Matthias Kofler

    Die TAGESZEITUNG berichtete gestern von einer Rüge, die der Präsident der Freien Uni Bozen, Konrad Bergmeister, gegen Ex-Senator Oskar Peterlini ausgesprochen hatte: In einem Vieraugengespräch hatte Bergmeister den SVP-Senator darum ersicht, sich nicht öffentlich mit dem Titel „Professor“ zu schmücken. Denn der Titel stehe ihm nicht zu. Er sei vielmehr ein Lehrbeauftragter.

    Peterlini kann den Vorwurf nicht nachvollziehen: Er habe den Titel „Contract-Professor“, also Vertragsprofessor, verwendet, wie er in der Ausschreibung seiner Lehrstelle für Autonomie- und Regionalrecht vorgesehen gewesen sei. „Ich hatte die Stelle gewonnen und deshalb diesen Titel verwendet“, erklärt der ehemalige Senator aus dem Unterland. „Also wüsste ich nicht, welchen falschen Titel ich mir zugeschrieben hätte.“

    Durchaus einverstanden ist Peterlini mit der Kritik Bergmeisters, dass man in Südtirol fahrlässig mit der Verwendung von akademischen Graden und Titeln umgehe. Deshalb sei es richtig, in Südtirol eine Anlehnung an die deutschen Bezeichnungen für alle akademischen Grade, statt der Übersetzungen aus dem Italienischen, anzudenken. „Mir, der ich das echte Forschungsdoktorat habe, ist es zwar gleich und recht, wenn alle Magister sich in Südtirol den Doktortitel als Übersetzung aus dem Italienischen zuschreiben“, sagt Peterlini. „Warum sollen sich auch die Italiener Dottori nennen und die Südtiroler nicht? Aber jene, die hintertückisch mit Steinen werfen, sollten nicht vergessen, dass Sie selbst im Glashaus sitzen.“

    Er selbst will wolle, was seinen Lehrauftrag an der Uni betrifft, „mit gutem Beispiel vorangehen und auf den in der Ausschreibung vorgesehenen Titel verzichten“ – dies aber in der Erwartung, „dass alle jene, die mich bezichtigen, dem guten Beispiel folgen und auf ihr falsches Doktorat verzichten“.

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    Kommentare (15)

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    • criticus

      Was würdet ihr Dokterlen ohne den Handwerkern, die sich im Gegensatz zu euch täglich fortbilden müssen, eigentlich in dieser Welt ausrichten?
      Mich wundert, dass ein Herr Bergmeister, der ja sooo viel Ämter über hat, sich überhaupt die Zeit nimmt, oder nehmen kann, andere wegen so was zu kritisieren? Oder bekommt man dafür noch mehr Ämter?

    • rota

      nobody is perfect, aber hier wieder der Beweis dass überall und immer wieder nur “ Holbe “ die größte Klappe haben

    • watschi

      habe oft mitbekommen, dass diese „dottori“ im alltäglichen leben nichts auf die reihe bringen, in ihrem beruf machen sie gross auf intellektuell, aber sind dann nicht imstande einfache aufgaben zu erledigen, ja, sie wissen oft nicht einmal wieviel 1 l Milch kostet und wo sie sich im supermarkt befindet.

      • nosferato

        Watschi was kostet ein Liter Milch? Ich wusste auch nicht dass man so was im Supermarkt überhaupt kriegt. Ich muß echt blöd sein 🙂 Ich habe geglaubt, das kommt von der Kuh in meinen Stall und dass das gratis ist.

    • drago

      Interessant, was da an Kommentaren zusammenkommt. Im Grunde geht es darum, dass ein mißliebiger Kritiker der Verfassungsreform schlecht gemacht wird, aufgrund eines Verhaltens, das mit den Gründen der Kritik an der Reform rein gar nichts zu tun hat. Nebenbei, bezüglich des „schlecht Machens“ hat Peterlini das seinige schon bei der Rentensache selbst getan. Die Kommentare haben aber weder etwas mit den eigentlichen Gründen des „Streites“ zwischen Bergmeister und Peterlini zu tun, noch mit den vordergründigen Argumenten, sondern sind anscheinend vom Neid auf die sog. „falschen“ Doktoren geprägt: bringen ohne Handwerker nichts zustande, größte Klappe, bringen nichts auf die Reihe usw.. Den „richtigen“ (Forschungs)doktoren, die ich kenne, ist diese sog. „Anmaßung“ der „dottori“ vollkommen egal. Sollte es wirklich zu einer Regelung durch das Land kommen, so ist absehbar, dass sich die „falschen“ Doktoren einfach für Führung der italienische Bezeichnung entscheiden werden (wie es die „periti industriali“ schon vor langer Zeit getan haben, als ihr Wunschtitel „Fach.-Ing.) in Italien für nicht zulässig erklärt worden war) und das Ganze endet dann wie das Hornberger Schießen. Aber anscheinend interessiert die meisten Kommentatoren nicht die Sache, sondern sie nutzen die Möglichkeit über andere herzuziehen. Auch eine Beschäftigung und, wie es scheint, eine sehr beliebte.

    • prof

      Wenn Herr Peterlini jetzt mit gutem Beispiel vorangeht und auf seinen vorgesehenden Titel verzichtet ist mir egal,er kann auch seine großzügige erworbene Politikerrente kassieren ist mir auch egal,aber was mich stöhrt ist,daß er in den Teller hineinspuckt aus dem er Jahrelang gefressen hat und jetzt Rente kassiert.

    • drago

      Eine kritische Meinung zu vertreten, auch wenn sie gegen die Meinung von einigen (hochrangigen) Parteiexponenten geht, hat nichts mit „in den Teller spucken, aus dem man jahrelang gefressen hat“ zu tun. Ohne Peterlini verteidigen zu wollen, so hat er auch als er noch Senator war, zwischendurch eine der Parteilinie nicht entsprechende Haltung vertreten. Was die SVP in Sachen Verfassungsreform tut, ist in einer Linie mit ihrem Verhalten seit der Übernahme durch Kompatscher und Co. Eine öffentliche Diskussion der Parteimitglieder wird nicht zugelassen; die Diskussion soll nur hinter verschlossenen Türen stattfinden. Das Ergebnis der Diskussion steht bereits fest, da es sich die Partei nicht leisten kann, den Landeshauptmann und die Vertreter in Rom im Regen stehen zu lassen (= sich gegen die Reform auszusprechen). Unabhängig wie man zur Reform steht, aber die SVP scheint aus dem Debakel beim Flughafen nichts gelernt zu haben.

      • andreas

        Es ist eigentlich üblich, dass Altpolitiker sich zurückhalten und nicht auf FB gegen aktuelle Politiker wettern, andere haben halt mehr Stil.
        Nebenbei ist es auch bei Kindern üblich zu sagen, dass der Kevin das auch macht, wenn sie bei etwas erwischt werden…

    • robert

      Bitte, drago, mehr von Ihren Kommentaren. Endlich ein Kommentar mit Niveau, Wissen und nicht so rollig wie die anderen.

    • prof

      @sogeatsnet
      Wenn dich das h bei stöhrt stört, kann ich es ja weglassen,ob Peterlini etwas von seiner Rüge an die SVP, Titel und Super- Rente weglässt bezweifle ich.

    • guyfawkes

      „Er habe den Titel „Contract-Professor“, also Vertragsprofessor, verwendet, wie er in der Ausschreibung seiner Lehrstelle für Autonomie- und Regionalrecht vorgesehen gewesen sei.“
      Wie so oft glaubt Herr Dr. Peterlini er kann alle für blöd verkaufen: er kann doch nicht ernsthaft glauben, dass man einen Titel über eine Ausschreibung erlangt.

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