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    Teure Abschüsse

    Ära Durnwalder_Jagd_01 (2)Die Staatsanwaltschaft am Rechnungshof fordert wegen später annullierter Abschussdekrete von Alt-LH Luis Durnwalder und Ex-Amtsdirektor Heinrich Erhard 1,5 Millionen Euro Schadenersatz.

    Von Thomas Vikoler

    Murmeltiere, Kormorane, Füchse und andere Tierarten. Ihnen allen galten – zwischen Juli 2010 und Ende 2013 – Abschussdekrete der Landesverwaltung. Unterzeichnet vom damaligen Landwirtschaftslandesrat und Landeshauptmann Luis Durnwalder und dem inzwischen pensionierten Direktor des Amts für Jagd und Fischerei, Heinrich Erhard.

    Zwei Verwalter, die sich deswegen nun mit einer saftigen Schadenersatzforderung der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof konfrontiert sehen. Diese hat eigens einen Gutachter beauftragt (Osvaldo Negra vom Naturmuseum Muse in Trient), der zu unterschiedlichen Schadensbemessungen kommt: Bezogen auf die Anzahl der abgeschossenen Tiere schätzt Negra den Schaden auf rund 1,5 Millionen Euro, in einer anderen Rechnung kommt er auf 200.000.

    Auf jedem Fall gehen Gutachter und Staatsanwaltschaft davon aus, dass Durnwalder und Erhard durch ihre Abschussdekrete, die mit steter Regelmäßigkeit vom Verwaltungsgericht ausgesetzt und aufgehoben wurden, der Fauna einen Schaden zugefügt haben. Und somit indirekt den öffentlichen Kassen.

    Bekanntlich waren die Dekrete vom Verwaltungsgericht wegen Begründungsmängeln aufgehoben worden – die Abschüsse erfolgten in den wenigen Tagen vor den Aussetzungsverfügungen. Auch für die Verteidigungsspesen (16.000 Euro insgesamt) macht die Staatsanwaltschaft Durnwalder und Erhard verantwortlich.

    Die Verteidigung (Gerhard Brandstätter, Ilaria Mantovani und Leonardo Di Brina für Durnwalder, Domenico Laratta für Erhard) hat sich bereits ihre Strategie für die Verhandlung am Rechnungshof am 27. Oktober festgelegt. Sie hält die Vorhaltungen der Staatsanwaltschaft für „völlig absurd“, wie es einer der Anwälte ausdrückt. Die Abschüsse seien deshalb angeordnet worden, um kranke Tiere zu „entnehmen“ bzw. Überpopulationen zu korrigieren.

    „Die Abschüsse wurden nicht zum Spaß von Jägern getätigt, sondern von eigens beauftragten Personen“, argumentiert Erhard-Verteidiger Laratta, „deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass der Gutachter den Schaden nach dem Wert von hypothetischen Trophäen bemisst. Es gab keinen Schaden“. Die Abschüsse seien zudem vom Verwaltungsgericht nicht inhaltlich für rechtswidrig erklärt worden, sondern wegen mangelnder Prüfung und Begründung.

    Für den 27. Oktober kündigt sich jedenfalls wieder eine umkämpfte Verhandlung an,

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    Kommentare (10)

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    • goggile

      hier wird gezieltes Stalking gegen unseren geschàtzten Altlandeshauptmann betrieben. solange staatsanwàlte, richter, Staatsanwaltschaft, Rechnungshof und wie sie alle heisen, auf kosten der òffentlichkeit ungestraft teure gutachten, Prozesse usw. fuehren duerfen und das stalkinggesetz nur fuer den kleinen mann anwendbar ist und sich manchmal die frage stellt ob der Staat der Staat ist oder eben diese Organe die schon ausgeehend von der eu Gerichtsbarkeit alzuviele „staatliche“gesetze umwandeln, anfechten und nach richterlaune interpretieren und chiku und der altlandeshauptmann bis zum gehtnichtmehr abgestraft werden, ware Verbrecher, schlàger, bedroher usw. frei herummlaufen und hier nichts gemacht wird zum schutz der òffentlichkeit kann ich nur sagen wir leben in einer scheindemokratie. schuld sind die Politiker die dies tatenlos hinnehmen und am meisten schuld die wàhler die solche leute gewàhlt haben dass es nun so ist wie es ist und aus angst ein verwalter nicht mehr frei verwalten kann dank ueberreglementierungen.

    • carlotta

      Dai dai… wieviel Geld wird hier für „Antidurni“ Projektr ausgegeben? Non mi risulta, dass seit 2013 die Murmelen ausgestorben sind?! Ich finde es wirklich unnötig, wieder an Zinnober zu veranstalten.. ich glaube eher , da hat jemand Angst , dass Durni nochmal in die aktive Politik zurückkommt und den Jungen das Fürchten lehrt!

    • watschi

      was hier oder im allgemeinen gegen durnwalder an kräften, zeit und gelder verschwendet werden ist bald wirklich ungeheuerlich. Währenddessen steigt in südtirol die kriminalität, weil gefährliche schwerverbrecher nie zur verantwortung gezogen werden und sich mit den täglichen anzeigen inzwischen den hintern abputzen.

    • ahaa

      Statt die Haft abzusitzen sitzt er dauernd vor Gericht.Verurteilt wir er nicht werden.Aber trotzdem finde ich.Es ist gut so.Vielleicht sogar für ihn wenn er dann reingewaschen ist.Dann können sie ihn noch heilig sprechen. 😉

    • markp.

      Jetzt wird es aber schon lächerlich. Also ich bin weder ein Freund von Durnwalder – ganz im Gegenteil – , auch kann ich mit Jägern nichts anfangen… aber das ist dann schon zu assurd. Wegen den Fonds mögen Sie ihn bis aufs äußerte ausziehen, weil er es in meinen Augen verdient hat, aber einen nachweisbaren Schaden für Fauna… also bitte.

    • kleinlaut

      Im Grunde genommen wird es ihm nicht so unrecht sein immer wieder in den Medien präsent zu sein…in welcher Form auch immer. Das Schlimmste für ihn wäre ein Dasein fristen zu müssen ohne öffentliche Beachtung zu finden.

    • franz

      @ahaa – Welche Haft sollte Durnwalder absitzen ?
      Meines Wissens wurde Durnwalder noch nie rechtskräftig verurteilt.
      Abgesehen davon, ist es ja grotesk mit diesen Prozessen mit entsprechenden Prozesskosten Steuergelder zu verbrennen.
      Wenn vom Gutachter (Osvaldo Negra vom Naturmuseum Muse in Trient ) nicht einmal ein konkreter Schaden festgestellt werden kann. ( 200.000- 1.5 Millionen ) ?
      Man sollte lieber einmal prüfen wie die jetzige Landesregierung bzw. einige Bürgermeister Steuergelder verschwenden. wie. z B mit den Wohlfahrtssozihilfesystem mit den Jihadisten mit gratis Wohnungen in Südtirol unterstützt wurden oder immer noch werden. Was auch von “Oberstaatsanwalt Rispoli“ angeprangert wurde. “corriere-dellalto-adige 27.12.2015 & 29.12.2015“
      http://www.pressreader.com/italy/corriere-dellalto-adige
      Und die Landesregierung die Unterkunft ca.( 1700 zum Großteil ( 95 % ) illegale Flüchtlinge Clandestini – mit 35 € / Tag und Mann ) finanziert.
      Ganz nach System Regierung Renzi unterstützt von SVP/PD anstatt sichere Strafen für Kriminelle Immigranten zu erlassen, will die Gemeinde Bozen mit Bürgermeister Charamaschi -PD jetzt Überwachungskameras installieren ( Kosten 400.000 € ) Nichts gegen Überwachungskameras , das Problem ist, dass dies nicht das Problem bezüglich Kriminalität löst, was nütz jemand verhaften wenn er am nächsten Tag gemäß Gesetzen wie das “svuota carceri “ & DL – Depenalizzazione wieder frei gelassen wir.

    • dr.sheldoncooper

      der durni – achtung wortspiel – schiesst ein letzter zeit einen bock nach dem anderen.

    • dr.sheldoncooper

      hab auch 2 tipp-böcke geschossen. schuld sind meine wurstfinger, die bald dicker sind als die von maria.

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