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    Gepanschter Diesel

    operazione-pietro-carabinieri-e-dogane-durante-un-controllo-ad-un-camion-cisternaDie Staatsanwaltschaft Bozen hat einen Riesen-Steuerschwindel um den Import von Treibstoff mit aufgedeckt. Tanken wir gepanschten Diesel?

    Von Thomas Vikoler

    Ein ziviles Carabinieri-Fahrzeug macht sich am Brenner, vorgewarnt von den deutschen und tschechischen Ermittlern, auf die Fährte von zwei Tanklastwagen. Einer von ihnen steuert eine Tankstelle in Verona an, ein zweiter eine in Mailand.

    Die Fahrt wird vom Carabinieri-Auto aus gefilmt, was der Fahrer des in Verona eintreffenden LKWs allerdings bemerkt. In Mailand ist die Beweissicherung leichter: Der Inhalt des Tanklastwagens, rund 25.000 Liter, wird an einer Tankstelle eingespeist.

    Eine Kontrolle des Lieferscheins zeigt, dass es sich bei der aus Tschechien angelieferte Fracht um Schmiermittel handelt. Was hat Schmiermittel in dieser Menge im Depot einer Tankstelle zu suchen?

    Staatsanwalt Markus Mayr (Mitte)

    Staatsanwalt Markus Mayr (Mitte)

    Die Lösung brachte die genau Analyse des Tank-Inhalts: 70 Prozent Dieseltreibstoff, 30 Prozent Schmiermittel. Also gepanschter Diesel, der, jedenfalls dem Lieferschein nach, als Schmieröl nach Italien eingeführt wurde.

    Ein Riesen-Schwindel, den die Staatsanwaltschaften von Bozen, Rostock und Prag nun im Rahmen der großangelegten Operation „Pietro“ aufgedeckt haben.

    Markus Mayr, der in Bozen mit dem Fall befasste Staatsanwaltschaft, präsentierte am Donnerstag die Ermittlungsergebnisse. Und lieferte dabei Informationen, die Autofahrer, insbesondere Eigentümer von Dieselfahrzeugen, aufschrecken werden:

    „30 Prozent des in Italien verkauften Diesels wird auf diese Weise ins Land geschmuggelt. Wir haben lediglich eine Ader von vielleicht tausend aufgespürt. Es ist die Spitze des Eisbergs“.

    Die Chancen, in Italien durch Schmier- oder Reinigungsmittel verunreinigten Diesel zu tanken, sind also erheblich. Mit entsprechenden Folgen für das Fahrzeug bzw. den Diesel-Filter: Motorschäden und teure Reparaturen.

    DIE HINTERGRÜNDE ZU DIESEM FALL LESEN SIE AM FREITAG IN DER PRINT-AUSGABE.

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    Kommentare (3)

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    • andreas

      Wenn die Tankstelle verunreinigten Diesel verkauft und es deshalb zu einem Motorschaden kommt, würde ich mich mal an die Tankstelle wenden, da diese für ihr Produkt haftet, also was soll’s.
      Ich denke auch, dass die Menge an Schmiermittel so berechnet ist, dass es selten zu Schäden kommt, da der Schwindel ja sonst sofort auffallen würde.
      Ganz deppat sind die Gauner ja anscheinend nicht, wenn sie einen Betrug in diesem Ausmaß organisiert haben.

    • einereiner

      @andreas
      zu deinem Senf fehlt noch das Würstchen…

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