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    MahlZeit

    foto1Die Träger der Südtiroler MahlZeit-Kampagne haben anlässlich des Welternährungstages zu ihrer Abschlussveranstaltung geladen.

    Pünktlich zum Welternährungstag 2016 der Vereinten Nationen und zeitgleich mit der UN-Weltkonferenz „Habitat III“ in Quito/Ecuador haben die Träger der Südtiroler „MahlZeit-Kampagne“ am vergangenen Freitag in Meran zu ihrer Abschlussveranstaltung geladen.

    Zwei Jahre lang hatte sich eine Vielzahl Südtiroler Organisationen in enger Zusammenarbeit mit den Fachschulen für Hauswirtschaft, den Südtiroler Weltläden und finanziert vom Amt für Kabinettsangelegenheiten/ Entwicklungszusammenarbeit intensiv mit der Frage nach der Ernährung der Zukunft auseinandergesetzt.

    Die Bilanz aus diesem Engagement beinhaltet eine Reihe von Projektideen und Vorschlägen, die bereits im Vorjahr in einem Manifest zu Papier gebracht worden war. Von Anfang an war den Träger*innen auch die Vernetzung aller Beteiligten ein großes Anliegen. Das breite Interesse der Gäste bei der Abschlussveranstaltung zeigte, dass dieses nun von Erfolg gekrönt war.

    VertreterInnen aus der der öffentlichen Verwaltung (Amt für Kabinettsangelegenheit/Entwicklungszusammenarbeit, Schule, Weiterbildung, Gesundheit, Umwelt, Wohnbau, Forschung, Landwirtschaft und Urbanistik), von interkulturellen Gärten und Einkaufsgruppen, aber auch Bauern, Bäuerinnen und Gärtner, sowie Geschäftsführer von Großverteilern und Handelsbetrieben und Genossenschaftsverbänden waren der Einladung in die FOS Meran gefolgt.

    Dass der Abschluss der Mahlzeit-Kampagne nur ein vorläufiger ist, zeigte die engagierte Diskussion, in deren Verlauf von allen Seiten der Wille nach Folgeinitiativen bekräftigt wurde. Ein wichtiges Werkzeug könnten dabei so genannte „Ernährungsräte“ spielen, die sowohl auf Landesebene, aber auch in Städten und Dörfern eingerichtet werden sollen.

    Solche Ernährungsräte entstehen derzeit weltweit.

    food-daySie fördern den Dialog und die Vernetzung auf lokaler Ebene und erarbeiten Rahmenbedingungen für eine möglichst lokal, gesund und fair produzierte Nahrung. Bauern und Bäuerinnen wünschten sich mehr Strukturen und Einrichtungen, welche der Vermarktung von Produkten wie u.a. Biogemüse, förderlich sind. Beispiele aus dem Trentino wie z.B. das Konsortium der „Val di Gresta“ zur Vermarktung von Bio Obst und Gemüse oder ein Landesgesetz der Trientner Nachbarn, das den Einsatz von lokalen Produkten in den Schulmensen fördert, wurden von den Teilnehmern als Vorzeigeinitiativen zitiert.

    Für die Hungerbekämpfung ist eine ökologische und regional diversifizierte Landwirtschaft neben politischen, strukturellen und ökonomischen Veränderungen ein wichtiger Schlüssel. Vor allem mit Blick auf den Klimawandel heizt Ökolandbau die Klimakrise nicht weiter ein wie es energieintensive Praktiken mit ihrem hohen Pestizid- und Kunstdüngereinsatz tun.

    Auch sind ökologische Systeme, die auf Vielfalt setzen, weniger anfällig für Wetterextreme. Viele Bauern im globalen Süden riskieren heute aufgrund der katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels, die vor allem von den Industrienationen verursacht werden, ihre Existenzgrundlage zu verlieren. Ein dringendes Umdenken ist daher notwendig.

    Die bereits bestehende Einbindung in internationale Netzwerke bekräftigte bei der Meraner Veranstaltung eine kurze Video-Botschaft von Esperanza Martinez aus Quito/Ecuador. Die Trägerin des Alexander-Langer-Preises schickte diese anlässlich der fast zeitgleichen Eröffnung der UNO-Habitat III-Weltkonferenz nach Meran. Ernährungssicherheit, so Martinez, sei ein globales Thema, das weit über die Landesgrenzen hinausreicht.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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