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    1700 Jahre von Tours

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    Zum Jubiläum 1700 Jahre Martin von Tours fand am Sonntag im Dom von Brixen ein feierlicher Gottesdienst mit Bischof Ivo Muser statt. Vor allem Vertreter aus jenen Pfarreien, in denen eine Kirche oder Kapelle dem heiligen Martin geweiht ist, sowie jene, die Martin oder Martina heißen, waren zur Eucharistiefeier eingeladen.

    Bischof Ivo Muser hat bei diesem Wallfahrtsgottesdienst zur Heiligen Pforte über die Bedeutung des christlichen Gebetes gesprochen und betont, dass Beten zunächst „Reden mit Gott“ bedeutet. „Beten heißt, das eigene Leben in Verbindung mit Jesus Christus zu bringen und es aus dieser Beziehung mit dem Auferstandenen her zu gestalten“, so der Bischof.

    Gleichzeitig bedeutet christliches Beten auch „Hören auf Gott“, meint die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, den Spuren Gottes im eigenen Leben nachzuspüren und zu erkennen, meint das Hören auf das Wort der Schrift. Dann bedeutet Gebet aber auch „Gott Gott sein lassen“.

    „Hand aufs Herz, wie oft haben wir schon so gebetet: Gott, wenn du mir das gibst, dann verspreche ich dir dies und jenes. Diese Art zu beten ist verständlich und menschlich“, sagte der Bischof in seiner Predigt und fügte an: „Aber christlich beten bedeutet auch der Versuchung zu widerstehen, Gott zu einer Marionette unserer Pläne, unserer Vorstellungen, unserer Lieblingsgedanken zu machen. Erst dann können wir mit Christus beten: Vater, nicht mein Wille geschehe, sondern der deine.“

    Mit dem Blick auf den heiligen Martin, hob Bischof Muser hervor, dass es keine Patentrezepte gibt, wie christliche Nachfolge auszusehen hat – denn Nachfolge wird im Leben einer Mutter anders ausschauen als im Leben eines jungen Mannes. „Entscheidend ist: Nachfolge ist konkret, Nachfolge ist keine Theorie; Nachfolge ist nicht etwas für einige ausgewählte Gelegenheiten unseres Lebens“, so der Bischof, der darauf aufmerksam machte, dass das einzige Evangelium, das die Menschen heute noch lesen, das Leben der Christen selbst ist.

    So lud er ein, Begriffe wie Dankbarkeit, Versöhnung, Teilen, Barmherzigkeit nicht leere Begriffe sein zu lassen, sondern diese Verhaltensweisen im Alltag, in der je eigenen Berufung mit ganz konkretem Inhalt zu füllen, um damit jenes Zeugnis zu geben, das – wie das Leben des heiligen Martin – Kreise zieht und zur Nachahmung anspornt. Nach der Eucharistiefeier fand auf dem Domplatz von Brixen ein gemeinsamer Umtrunk statt, bei dem jene Speisen miteinander geteilt wurden, die die Wallfahrer selbst mitgebracht hatten.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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