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    Iveco-Panzer in Syrien

    Das Modell für Russland: Iveco LMV M65 – wird unter dem Namen „Luchs“ geführt Quelle: Vitaly V. Kuzmin (http://vitalykuzmin.net/?q=node/458) CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

    Das Modell für Russland: Iveco LMV M65 – wird unter dem Namen „Luchs“ geführt
    Quelle: Vitaly V. Kuzmin (http://vitalykuzmin.net/?q=node/458) CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

    Die Landesregierung konnte dem Grünen Hans Heiss keine Auskunft darüber geben, ob Russland in Syrien Militärfahrzeuge der Bozner Firma „Iveco Defence Vehicles“ einsetzt. Im Internet gibt es jedoch zahlreiche Belege.

    von Heinrich Schwarz

    Für Hans Heiss ist das Thema sehr ernst: „Es wäre sehr bedrückend, wenn Südtirol nicht nur Loacker-Waffeln und Äpfel in den Nahen Osten exportiert, sondern auch indirekt zur Verlängerung des Krieges in Syrien beitrüge“, so der Landtagsabgeordnete der Grünen.

    Was viele nicht wissen: Südtirol exportiert Militärfahrzeuge. Die „Iveco Defence Vehicles AG“ hat ihren Sitz in Bozen. Das Unternehmen produziert unter anderem den Leichtpanzer Iveco LMV (Light Multirole Vehicle).

    In einer Landtagsanfrage schreibt Hans Heiss einleitend unter anderem: „Bis Anfang 2016 wurden rund 2.600 Leichtpanzer an neun europäische Armeen ausgeliefert, darunter an England, Russland, Spanien und Kroatien. Die LMV’s wurden in Afghanistan bei Minenräumungen eingesetzt, in englischen Varianten aber auch zu MG-tauglichen Bombenwerfern umgerüstet. Nach zuverlässigen Quellen sind Iveco LMV auch im Einsatz in Syrien, wo sie russischen Einheiten dienen, um die Truppen von Bashir Al-Assad zu unterstützen.“

    Heiss stellte folgende Fragen an die Landesregierung: „Ist bekannt, wie viele Iveco-Leichtpanzer nach Russland geliefert wurden? Wurden diese Leichtpanzer im Werk Bozen hergestellt? Ist bekannt, ob ein Kontingent dieser Leichtpanzer auch in Syrien zum Einsatz kommt? Wie hoch lag die Iveco-Panzerproduktion im Werk Bozen?“

    Die jeweilige Antwort von Landeshauptmann Arno Kompatscher: „Die Landesregierung verfügt nicht über diese Informationen.“

    „Dass die Landesregierung hier nichts angibt, ist befremdend. Iveco ist vom Land vielfach unterstützt worden und sollte hierzu schon befragt werden bzw. hätte die Verantwortung, Infos rauszurücken“, kommentiert Hans Heiss die ernüchternde Antwort des Landeshauptmannes.

    Eine Internet-Recherche zum Thema Iveco-Leichtpanzer in Syrien liefert gar einige Treffer – darunter Artikel, Fotos und Diskussionsbeiträge.

    So berichtete etwa das Medium „Russia Beyond The Headlines“ Ende Januar 2016 auf seiner Homepage ausführlich über die Fortführung des Kaufs von Iveco-Panzerfahrzeugen vonseiten Russlands, was aufgrund eines frühzeitigen Vertragsabschlusses trotz der EU-Sanktionen gegen Russland möglich sei. Bei „Russia Beyond The Headlines“ handelt es sich um ein international präsentes Medium, das von der russischen Tageszeitung „Rossijskaja Gaseta“ finanziert wird. „Rossijskaja Gaseta“ wiederum ist das offizielle Amtsblatt der russischen Regierung.

    Im Artikel schreibt „Russia Beyond The Headlines“ unter anderem, dass die italienischen LMV’s im Syrien-Konflikt eingesetzt werden. Zahlreiche Fotos würden zeigen, wie russische Soldaten in Syrien neben einem der Fahrzeuge stehen und wie die Iveco-Exporte mit militärischen Konvois auf syrischen Straßen oder als Eskorte für Waffensysteme unterwegs sind. Auch Soldaten der syrischen Armee würden sich gerne vor den Militärfahrzeugen fotografieren lassen.

    Im Artikel heißt es weiters, dass laut dem Jahresbericht jener Firma, die die Fahrzeuge ankauft, im Jahr 2014 insgesamt 81 Montagesätze des Iveco LMV nach Russland importiert wurden. 2015 sollen es 94 Montagesätze gewesen sein, wie auch andere Medien berichten.

    In russisch-militärischen Diskussionsforen wird der Iveco LMV übrigens als hervorragendes Fahrzeug beschrieben. Es habe sich in den verschiedenen Einsatzregionen bewährt und biete gegenüber Fahrzeugen anderer Hersteller Vorteile.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (18)

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    • rota

      …wenns amol für insre Mandr Zeit werscht, nocher wissnse wo sie s notwendige Graffl herzunemm hobm. (Ironie aus)

    • buerger

      Ich verstehe nicht wo der Skandal dabei ist ?

      Wenn man dem bösen Putin Militärgerät liefert wird er es früher oder später auch einsetzen. Oder haben die Gutmenschen gedacht die russischen Lince würden nur einmal im Jahr am 9. Mai beider grossen Parade über den roten Platz fahren ?

      Nato-Länder setzen den Lince seit Jahren im Krieg in Afghanistan ein, scheint niemanden zu stören

    • andreas

      Dass die Iveco Kriegsgeräte herstellt, sollte auch einem Heiss schon länger bekannt sein, wo ist also das Problem, wenn sie bei einem Krieg eingesetzt werden?
      Könnte Heiss ev. ruhiger schlafen, wenn sie von den USA oder den Franzosen verwendet würden?
      Wobei die Russen das einzige Land sind, welches eine Legitimation hat sich in Syrien einzumischen, da sie von Assad angefragt wurden, kein anderes Land dürfte eigentlich dort sind, auch nicht die USA oder die Franzosen, welche sich widerrechtlich in Syrien einmischen.

      • meintag

        Ich habe das Werk vor 30 Jahren beim Militärdienst besucht. Eigentlich war ich dafür eingeteilt Fotos von der Führung durch das Werk zu machen. Bereits damals wurde mir die Fotoausrüstung für die Zeit in der Anlage abgenommen. Ich kann mich an die Teststrecke errinnern sowie an die für die damalige Zeit sehr gut ausgerüstete Technik hinblicklich der Fertigstellung der Panzer, Jeeps oder Anderes.

        • andreas

          Die machen manchmal Testfahrten mit Kettenfahrzeugen und fahren von der Auto Brenner Richtung Flughafen, da vibriert die ganze Straße.
          Die produzieren recht viele verschiedene Fahrzeuge, ich halte mal mehr mit denen zu tun. Die Regeln auf dem Gelände sind recht streng und man wird immer begleitet.

          • meintag

            Damals ging es um ein Fahzeug welches anstelle der Mullis die Gebirgskanone 105/14 in die Berge bringt. Mit auf dem Fahrzeug war Platz für mehrere Soldaten. Leider habe ich nach Beendigung des Mitärdienstes das Ganze nicht mehr weiter verfolgt.

    • george

      @andreas
      Wo befinden Sie sich, wo belibt ihre Einstellung? Assad, der alles in seinem Land kleinmachen lässt, das sich ihm in den Weg stellt, reden sie das Wort. Und deshalb ist Russland allein legitimiert, weil er Putin gefragt hat, ihn in dieser „Mordpolitik“ zu unterstützen? Und jene, die versuchen die allgemeinen Menschenrechte zu unterstützen, sollen draußen bleiben. So weit zielen Sie hin? Eine solche menschenfeindliche Haltung ist ja grauenhaft.

      • „Und jene, die versuchen die allgemeinen Menschenrechte zu unterstützen“

        Damit meinen Sie Türkei, Saudi Arabien, Katar? lol

      • andreas

        @george
        So einfach, wie es sich Leute wie Bush und du machen und nur zwischen gut und böse unterscheiden, ist die Sache dann doch nicht.
        Es ist wohl sinnvoller, wenn du weiter darüber diskutierst ob ein Baum in Brixen gefällt werden soll oder nicht.

        • george

          @andreas
          Der Vereinfacher sind Sie und drehen einem auch noch das Wort (die Schrift) im Munde um. Habe ich etwa die USA oder sonst noch ein Land genannt bezüglich Menschenrechte, dass Sie mich mit Busch vergleichen wollen. Sie sind ja manchmal noch schlimmer mit der Schwarz-Weißfärberei als manch anderer hier. Und was reden Sie von Brixen und Bäume schützen (bin gar kein Brixner), wenn Sie nicht einmal den Menschenschutz (Menschenrechte) als vordringliche Notwendigkeit anerkennen wollen.

          • andreas

            Du unterstellst mir eine menschenfeindlich Haltung wegen genau was eigentlich?
            Nur weil ich das kindische Verhalten von Heiss nicht gut heiße?
            Seit Jahrzehnten werden bei der Iveco Kriegsfahrzeuge gebaut und weltweit verkauft. Dachte er die werden für Seniorenausflüge im Altersheim oder für Kaffefahrten verwendet?
            Das Land wird wohl kaum der Iveco die Kunden vorschreiben können, da die Iveco auch von staatlichem Interesse Ist, was will er eigentlich erreichen?

            Soll er doch mal bei der Iveco fragen wohin sie liefern, wenn ihm dies so wichtig ist und dann kann er es ja immer noch politisch ausschlachten und sich als Guten und die anderen als Böse hinstellen.

            • george

              Weichen Sie jetzt doch nicht den eigentlichen Aussagen aus, die Sie weiter oben getan haben und schwenken auf allgemeine Bereiche um. Ein Politiker frägt nun einmal diejenigen, welche an der Regierung sitzen und den Überblick über die Vorgänge im Lande haben sollten. Und diese haben dann die Informationen (bei Iveco oder wo immer) einzuholen, falls sie selber darüber völlig im Unklaren sind. Das ist doch nichts Verwerfliches und auch nicht zu kritisieren, von wo immer die Anfragen auch kommen mögen. Was soll denn hier immer dieses Heruminterpretieren und der Versuch gleich schon bestimmte Leute deshalb immer wieder ins schlechte Licht zu rücken?

    • Würde man die gepanzerten Fahrzeuge den „gemäßigten“ Rebellen zukommen lassen, würde man vom Herr Heiss keine Silbe hören.
      Bedenklich die Blüten die der grüne Populismus trägt.

      TAKBIR !

      .

    • ahaa

      Es macht Sinn so etwas öffentlich zu fragen.Die Menschen müssen verstehen das sie mitwirken das Elend zu unterstützen.Auf einer Seite werden Hilfsgelder investiert und auf der anderen Seite die Kriegstreiber unterstützt.Alles auf Kosten der Steuerzahler die natürlich dadurch auch immer mehr verschuldet werden.Wenn z.b. in Deutschland die Riesterrente steigt ,wurden wahrscheinlich mehr Streubomben verkauft!Einfach mal nachdenken und fragen.

    • hubi

      Jetzt wissen wir wie der Heiss tickt. Als tausende Christen in Syrien ermordet wurden, hat er beflissen geschwiegen. Jetzt wenn er meint die Russen die den IS bekämpfen hätten italienisches Kriegsgerät da wird er nervös.

    • george

      hubi, darf ein Politiker die Regierung auch über solche Sachverhalte befragen oder nicht? Nachdem diese ja meistens besser informiert sein müssten, ist das doch legitim und schon gar beim Verkauf und der Ausfuhr von Kriegsgerät? H. Heiss hat in ssolchen Dingen nie geschwiegen, nur hubi scheint nicht informiert und mit Vorurteilen belastet zu sein, sonst würden Sie doch nicht solche Zuordnungen machen. Oder gehört das etwa zu ihrem Metier um andere, die nicht ihre Meinung teilen, zu diskreditieren?

    • werner

      Redaktion vorsicht.
      Ein Luchs ist ein deutscher Radpanzer, der unter anderem an der Türkei verkauft wurde. Er ist für ABC Abwehr konzipiert. Also ein schweres Gerät.
      Die Lince hingegen ist das abgebildete italienische Hummer.

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