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    Der gesperrte Kapitän

    schiedsrichterin-faustDer Sportrichter hat den Kapitän von Olimpia Meran für drei Jahre gesperrt. Außerdem geißelte er das Verhalten der Spielereltern.

    von Artur Oberhofer

    Mark Antonio De Giuseppe spricht von einem „klaren Signal an die hiesige Fußballwelt“.

    Im Fall der verprügelten Schiedsrichterin ist es so gekommen wie die TAGESZEITUNG prophezeit hatte: Weil die Vereinsverantwortlichen von Olimpia Meran nicht mit demNamen des Schlägers herausgerückt sind, wurde nun der Kapitän der A-Jugendmannschaft von Olimpia Meran für drei Jahre gesperrt – bis 6. Oktober 2019.

    Es ist dies der vorläufige Epilog einer Geschichte, die in der Südtiroler Fußballwelt für großes Aufsehen gesorgt hat.

    Die Vorgeschichte ist bekannt: Beim Match zwischen den A-Jugendmannschaften von Salurn und Olimpia Meran am 28. September dieses Jahres kam es nach dem Schlusspfiff zu tätlichen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf auch die 16-jährige Schiedsrichterin einen Fausthieb abbekam.

    Im Urteil des Sportgerichtes, das der TAGESZEITUNG vorliegt, heißt es, die Schiedsrichterin habe „von hinten einen Faustschlag gegen den linken Oberarm“ abbekommen, der „ihr große Schmerzen verursachte und sie zudem einen Meter nach vorne warf“.

    In der Ersten Hilfe wurde eine Prellung diagnostiziert. Die Schiedsrichterin musste den verletzten Arm tagelang in einer Armbinde tragen.

    Die Unparteiische konnte nicht erkennen, wer den Faustschlag ausgeführt hat, hinter ihr sah sie zwei Spieler von Olimpia Meran – den Spieler mit der Rückennummer 2 und den Spieler mit der 15.

    Da keiner der beiden Spieler bislang Verantwortung übernommen hat, bestrafte der Sportsrichter den Kapitän. Sollte es sich der Verein noch anders überlegen und den Namen des Schlägers herausgeben, dann – so der Sportrichter – würde die Sperre gegen den Kapitän sofort erlöschen.

    Es gibt diesbezüglich einen Präzedenzfall: In der Provinz Trient war ein Schiri im Jahr 1991 tätlich angegriffen worden. Weil der betreffende Verein den Übeltäter schützte, wurde der Spielführer gesperrt. Wenige Tage später rückte der Verein dann mit dem Namen des Schlägers heraus.

    Interessant: Laut Sportrichter seien es die Anhänger beider Mannschaften gewesen – ungefähr 50 Personen –, die durch ihr Verhalten auf der Tribüne dazu beigetragen hätten, dass die Situation auf dem Spielfeld eskaliert ist. Unter den „Fans“ haben sich zahlreiche Spielereltern befunden. Die Eltern hätten sich, immer laut Urteil, „gegenseitig geschubst, beleidigt und die Gemüter geschürt“.

    Einer der Olimpia-Spieler habe sogar einen Angriff durch einen Salurn-Betreuer vorgetäuscht – deswegen wurde auch er für mehrere Spiele gesperrt.

     

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    • Was der Anwalt der verprügelten Schiedsrichterin nun unternehmen will.

     

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    Kommentare (3)

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    • lächerlich… ultrà-eltern bei einem furzfussballspiel in der tiefsten provinz.

    • zusagen

      was muss das für ein Idiot sein dem er nicht zu blöd ist ein Mädchen zu schlagen und dann andere dafür herhalten zu lassen. Und die ihn noch decken sind selbst nicht viel besser

    • goggile

      nix làcherlich. es entspricht der realitàt wie die menschen heutzutage miteinander umgehen. man mòge sich nur auf die Warteschlange bei irgendeiner kassa in irgendein geschàft suedtirol besinnen um zu verstehen dass gedrànge und hasserfuellte gestresste menschen sehr viele sing

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