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    Eingabe gegen Fahrverbot

    Die Handelskammer Bozen hat bei der Europäischen Kommission eine Eingabe gegen das sektorale Transitfahrverbot für Lkws auf der Inntalautobahn eingereicht.  

    Am 1. November 2016 soll das sektorale Transitfahrverbot für Lkws über 7,5 Tonnen auf der Inntalautobahn A12 in Kraft treten. Dann dürfen Lkws, die mit bestimmten Gütern beladen sind, wie zum Beispiel Abfälle, Steine, Fliesen oder Stahl, nicht mehr auf der Straße fahren. Sie müssen auf die Schiene verlagert werden, um die Abgase auf der Autobahn zu reduzieren. Es gibt jedoch großzügige Ausnahmezonen, damit der Nordtiroler Regional- und Lokalverkehr nicht betroffen ist.

    Laut Handelskammer Bozen hat das zur Folge, dass alle anderen Transportbetriebe gegenüber den Tiroler Unternehmen diskriminiert werden.

    Der freie Warenverkehr habe wesentlich zum Wohlstand in der EU beigetragen und zut Wirtschaftsentwicklung in der Union. „Das sektorale Fahrverbot ist keine Lösung für das Verkehrsproblem im Alpenraum, sondern eine wettbewerbsverzerrende Maßnahme, die der Wirtschaft und damit den Konsumenten schaden wird“, sagt Handelskammerpräsident Michl Ebner. „Unsere Eingabe war notwendig, um die Interessen der Südtiroler Wirtschaft zu schützen und hat gute Chancen auf Erfolg.“

    Dies ist nach 2003 und 2008 der dritte Versuch das Fahrverbot einzuführen. Bereits 2011 wurde das sektorale Fahrverbot vom Europäischen Gerichtshof aufgehoben mit der Begründung, dass es zu einer Beeinträchtigung des Warenverkehrs zwischen dem nördlichen Europa und Norditalien führt und somit gleichzusetzen ist mit einer Einschränkung des freien Warenverkehrs.

    Das sektorale Fahrverbot soll die Schadstoffbelastung auf der Inntalautobahn reduzieren. Jedoch stehe in einem Gutachten der Europäischen Kommission vom März 2016, dass es weitaus wirksamere Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität gebe, die weniger restriktiv sind. „Dieser Ansicht ist auch die Handelskammer Bozen“, so Generalsekretär Alfred Aberer. „Nicht die transportierten Güter sind für die Schadstoffe verantwortlich, sondern die Lkws selbst. Eine Flottenerneuerung wäre um einiges sinnvoller als ein Fahrverbot.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (12)

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    • thefirestarter

      Sag ich ja,
      wer Südtiroler seine Freunde/Partner nennt,
      der braucht keine Feinde mehr.

      • einereiner

        Peinlich peinlich unsere Handelskammer. Warum macht sie keine Eingabe gegen die hohen Steuern in Italien, wieso keine gegen die langsame Gerichtsbarkeit, gegen die Arbeitssicherheitsschikanen?
        Los von Rom und die Handelskammer kann dorthin umziehen.

    • saustall_kritiker

      Ach die von der Handelskammer, schon wieder…. sind mit allem, was sie machen, auf dem Holzweg… schade.
      Zuerst redeten sie von Erreichbarkeit, dass jedes letzte Huhn lachen musste. Aber im konkreten Fall kriegen sie nichts, aber schon gar nichts auf die Reihe.
      Beispiel vorgestern Montag. Wegen des deutschen Staatsfeiertags sind eine ganze Menge deutscher Gäste in Bozen, einige wollten auch länger bleiben (wegen der diese Woche bekannten Feste) und suchten das Tourismusbüro (ich habe die Szene selber beobachtet, sonst würde ich es nicht glauben). Da hat man in der touristischen Hochsaison, nicht etwa im November, das zentral gelegene Tourismusbüro am Waltherplatz in Bozen geschlossen und gänzlich in die Peripherie am Verdiplatz verlegt, wo eigentlich kein Tourist hinfindet, ohne Hinweise und nichts. Ich habe mich als deutscher Tourist getarnt in die Touristenmenge begeben. Es war gegen 13 Uhr. Wir haben in einem Gastbetrieb gefragt, die sagten, ja ganz unten in der Südtiroler Straße und schüttelten ob der massiven Dummheit nur den Kopf. Ich ging mit einer Gruppe runter Richtung Verdiplatz. Kurz vorher ein improvisiert aufgestelltes Schild… Aber grübel, grübel und studier…. wo ist das bloß…. hier der Eingang der Handelskammer, kein Hinweis, dann rechts die Öffnungszeiten. Oh erst ab 14 Uhr keuchten einige schon müde und äußerst genervte Touristen und sagten: „Gut, wenn uns die hier in Bozen schon nicht wollen, wir fahren weiter… ins Überetsch… dort ist die Dummheit nicht so hochkonzentriert….“. Ich glaubte das von 14 Uhr aber nicht, denn ich wusste, das Büro war immer über Mittag offen…. ging an die Tür, und oh wunder, sie öffnete sich… und dahinter VERSTECKT das Tourismusbüro. Ich ging an den Schalter und fragte, was der Unsinn soll, das Tourismusbüro Bozens in der touristischen Pampa zu verstecken, dass es ja niemand findet…. Und die zeigten mit dem Finger hoch in die oberen Etagen… ja hieß es, leider sei das eine Entscheidung….. der Handelskammer…..
      Was soll dann das ganze Gesülz von der Erreichbarkeit, wenn sie nicht mal die banalsten Entscheidungen in der Praxis in diese Richtung treffen können, sage ich da… und somit haben die meinen Respekt schon lange verloren….. am besten nicht mal ignorieren, wie man in Wien sagt.

    • sigmundkripp

      Als Zwangsmitglied der Handelskammer bin ich einmal mehr dafür, die Führungsspitze dieser Kammer auszutauschen und ein Personal einzusetzen, das sich um die Menschen im Land kümmert, und nicht um die Gewinnmaximiereung gerade jender, denen die Umwelt vollkommen schnurz ist!
      Diese Forderung ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich auch in Südtirol eine Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene wünschen und auch gegen alle Bestrebungen, den Brenner-Umwegverkehr zu reduzieren!
      Herr Ebner, schämen Sie sich, so untirolisch zu handeln!

      • andreas

        Die bauernschlauen Tiroler bevorzugen also ihre Unternehmen und die HK will das so nicht akzeptieren und sie unterstellen Ebner „untirolisch“ zu handeln, was immer das bedeuten soll?
        Die Idee an sich, nicht verderbliche Waren auf die Schiene zu bringen, ist sehr gut, doch wenn, sollten alle sich an dieselben Spielregeln halten.

        Was sie sich wünschen ist im Grunde irrelevat, doch den zu kritisieren, der die Ungerechtigkeit aufzeigt und nicht den, der sie geschaffen hat, ist etwas befremdlich.

        • saustall_kritiker

          Auch wenn die Kritisierten in konkreten Fällen, wie ich aufgezeigt habe, so gut wie nichts auf die Reihe kriegen? Nein, ich gebe Herrn Kripp völlig Recht!!!!! Und hebe den Nordtiroler Politikern, die unseren auch dank Transitforum weit voraus sind, BEIDE DAUMEN!!!!!
          Wo unsere Handelskammer-Oberen zudem gerade dort nichts auf die Reihe kriegen, wo sie immer so „geschmettert“ haben, von Erreichbarkeit und so (erinnern wir uns doch!) und im konkreten geschilderten Fall in Sachen Erreichbarkeit durch ihre völlige Ineffizienz gerade das Gegenteil erreicht haben.
          Nein, die derzeitige Handelskammer setzt sich nur für die Großen und Großkopfeten ein, denn welcher kleine LKW-Unternehmer kann sich immer neue LKWs mit der angeblich wunderbaren neuen und sauberen Technik leisten?
          Wenn ich Tourist wäre, würde ich ab sofort keine Kurtaxe mehr zahlen und alle anderen Touristen dazu auffordern … wozu auch, bei solchem Service!
          Wenn ich kleiner LKW-Unternehmer wäre, würde ich ab sofort keinen einzigen Cent mehr an diese derzeitige Handelskammer abgeben….. wozu auch, wenn sie sich nur für die Großen und Großkopfeten einsetzt….

          • andreas

            Die Tiroler Unternehmen werden bevorzugt, was nicht hinnehmbar ist und zu Recht kritisiert wird. Was möchtest du denn da erklärt haben?

            Ob du dann eine Abneigung gegen die HK hast oder nicht, tut eigentlich nichts zur Sache.

            Und jemanden „untirolisches“ Handeln vorwerfen macht die ganze Kritik von vornherein lächerlich, wenn er es wenigstens unter Anführungszeichen gesetzt hätte.

    • drago

      Die EU ist leider nie über ihre ursprüngliche Form der EWG (Wirtschaftsgemeinschaft) hinaus gekommen. Ihr einziges Credo ist: Freier Verkehr (vor allem Warenverkehr); das einzige Rezept: Wirtschaftswachstum. Dass kein System auf Dauer auf Wachstum aufgebaut sein kann, lernt man schon in der Physik. Auch der Club of Rome hat auf diesen Unsinn hingewiesen. Aber EU und lokal die Handelskammer verfolgen leider immer noch diesen Irrweg. Eine Wirtschaft, die auf Dauer überlebensfähig ist und auf lokale und regionale Kreisläufe setzt, ist natürlich für einige, vor allem größere Unternehmen, vorteilhaft, aber nicht für die Gemeinschaft, nicht einmal für alle Wirtschaftstreibende. Nur ein Detail: große Frachtunternehmen können leichter neue, abgasärmere LKW anschaffen, der kleine Frächter ist in dieser Hinsicht auch benachteiligt. Aber was soll’s; das Wirtschaftswachstum und die EU werden die Welt schon noch retten; die Welt weiß nur nicht, was gut für sie ist.

      • drago

        Sorry, Fehler: Statt „Eine Wirtschaft, die auf Dauer überlebensfähig ist und auf lokale und regionale Kreisläufe setzt, ist natürlich für einige, vor allem größere Unternehmen, vorteilhaft, aber nicht für die Gemeinschaft, nicht einmal für alle Wirtschaftstreibende.“ sollte es heißen „Eine Wirtschaft, die auf Dauer überlebensfähig ist und auf lokale und regionale Kreisläufe setzt, ist natürlich für einige, vor allem größere Unternehmen, nicht so vorteilhaft, aber für die Gemeinschaft und für viele andere Wirtschaftstreibende.“
        Man sollte das Geschriebene immer noch einmal durchlesen bevor man es postet (zumindest ich sollte das tun).

    • sigmundkripp

      Den Ausdruck „untirolisch“ habe ich ganz bewusst gesetzt, weil der HK-Präsident sich sonst immer so wahnsinnig „tirolisch“ gibt, als hätte nur er wirtschaftliche + private Beziehnungen nach Nordtirol u. sonst keiner. Auch die von ihm dominierte Zeitung tut sich immer besonders mit Artikeln zur sog. „Einheit Tirols“ hervor! Wenn er nun aktiv gegen die Interessen sowohl der nordtiroler Bevölkerung wie auch gegen jene der südtiroler Bevölkerung das sektorale Fahrverbot angreift, um noch mehr Schrott + Mist auf LKWs durchfahren zu lassen, handelt er aktiv gegen die TirolerInnen. Und damit eben „untirolisch“. Der wunderbare dargestellte Tirolismus dieser Herren ist nichts als eine gut verpackte Farce!

    • saustall_kritiker

      Ja, Herr Kripp ich sehe das genauso. Damen und Herren wie dem geht es nur um ihr eigenes Geld und ihre eigenen Gewinne. Das war beim Flugplatz ja auch so, den er nur deshalb so vehement verteidigte, weil er sich damit Gewinne für sein hauseigenes Reisebüro durch Verkauf von Pauschalreisen erwartete, mit Preisen, die zumindest bisher immer deutlich höher (teilweise doppelt so teuer) als ab München waren. Nur gut, dass die Bevölkerung das durchblickt hat und erdrutschartig nein zu diesem Flugplatz für einige ganz wenige sagte. Auch bei der Geschichte der Brennercom war ihm die Bevölkerung schnurzegal, sonst hätte er nicht das Land als Aktionär rausgeworfen. Und jetzt, wäre eine Volksabstimmung in Sachen sektorales Fahrverbot, er würde sie wieder verlieren… daher sind ja Leute wie er so gegen die direkte Demokratie und die Demokratisierung der Medien durch das Internet, wo doch seine Zeitung immer mehr nur mehr eine sehr untergeordnete Rolle spielt, zumal sie immer mehr allenfalls noch in der Bar gelesen wird.

    • andreas

      Herr Kripp, sie sollten fair und objektiv bleiben, auch wenn ihnen das Fahrverbot ein wichtiges Anliegen ist, was ich durchaus nachvollziehen kann.
      So wie es jetzt ist, sind Tiroler Unternehmen bevorzugt, was nicht in Ordnung ist.
      Daraus abzuleiten, dass er gegen die Bevölkerung Nord- und Südtirols ist, ist wohl etwas weit hergeholt und zeigt eigentlich nur, dass sie keine Argumente haben.

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