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    „Perverse Situation“

    „Perverse Situation“

    Andreas Pöder kritisiert die Familienpolitik des Landes: Ein Kitakind sei dem Land viermal mehr wert als ein Kind, das in der Familie betreut werde.

    „Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuen werden von dieser Landesregierung schwer benachteiligt: Ein Kind, das fremdbetreut wird, ist der Landesregierung mindestens viermal so viel wert wie ein Kind dessen Eltern sich dazu entschlossen haben, das Kind zu Hause zu betreuen. Das ist ein veritabler familienpolitischer Skandal, zum schämen“, so der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder und die Landessprecherin Josefa Brugger (beide BürgerUnion).

    Wird ein Kleinkind in der Familie betreut, zahlen Land und Region monatlich im Durchschnitt 286 Euro Landeskindergeld und Familiengeld je Kind an die Familie.

    „Wird ein Kleinkind fremdbetreut, also in einer Kita oder im Kinderhort, dann zahlt die öffentliche Hand rund 1.300 Euro im Monat je Kind, wenn das Kind ganzjährig betreut wird. Diese Zahl ergibt sich aus dem mindesten Beitrag der öffentlichen Hand für den Kitaplatz, 1.080 Euro/Monat und dem durchschnittlichen Landeskindergeld und Familiengeld von 286 Euro, also die direkte Familien- und Kindergeldzahlung an die Familie. Diese direkte Kinder- und Familiengeldzahlung gibt es auch dann, wenn das Kind in der Kita, im Kinderhort oder bei der Tagesmutter betreut wird“, rechnen Pöder und Brugger vor.

    „Das Perverse an der Situation ist, dass die öffentliche Hand für Kinder in Kitas und Kinderhorten die aus einkommensschwachen Familien stammen nicht nur den Großteil der Kosten, bis zu 23.000 Euro im Jahr für den Kitaplatz eines Kindes übernimmt sondern in diesem Fall auch noch die höchsten Kindergelder auszahlt. So kann im Extremfall eine Familie mit einem Kitakind bei geringstem Einkommen und hoher Kinderzahl auch schon mal bis zu 2.000 Euro im Monat an öffentlicher indirekter und direkter Förderung erhalten“, so die BürgerUnion.

    Während es bei einer Familie, welches das Kind zu Hause betreut im allerbesten Fall und auch nur wenn das geringste Einkommen und mindestens 6 Kinder in der Familie sind 600 bis 800 Euro im Monat zusammen kommen. Der Regelfall ist, dass die öffentliche Hand für ein Kitakind der Familie direkt und indirekt 1.300 Euro im Monat beisteuert und für ein Kind, das zu Hause betreut wird rund 286 Euro im Monat (offizielle Zahl des Landes Stand 2015).

    „Man stelle sich vor, eine Familie würde direkt diese Summe von 1.300 Euro monatlich für ihr zu Hause betreutes Kind erhalten? Die meisten, die ihren Job aufgeben um sich der Kinderbetreuung zu widmen wären auch schon mit der Hälfte oder zwei Drittel dieser Summe zufrieden und damit könnte man dann auch die Rentenbeiträge zahlen“, so Pöder.

    „Es ist wirklich skandalös, wie Familien, die durch die Betreuung der Kinder in der Familie die Gesellschaft entlasten und sicherlich die beste Betreuungs- und Erziehungsform für ihre Kinder wählen von dieser Landesregierung diskriminiert werden.“

    Pöder kündigt eine Gesetzesinitiative an, um die direkte finanzielle Unterstützung für die Familien gerechter zu gestalten und die Unterstützung jener Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuen, aufzustocken.

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    Kommentare (2)

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    • hubi

      Wenn der Pöder recht hat, hat er recht.

    • wanderer

      Bin gespannt wie die Landtagsabgeordneten auf diese Gesetzesinitiative reagieren. Bis jetzt hat sich für die seit Jahrzehnten versprochene Hilfe für kinderreiche Familien nichts gerührt. Unsere Kinder sind inzwischen ohne große Hilfe aus dem „Dreck“ und fleißige Steuerzahler für die Allgemeinheit geworden. Die Opfer für die Erziehung haben wir (gerne) alleine gebracht.

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