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    Nix Deutsch

    Nix Deutsch

    Weil beim Sicherheitsdienst im Landesgericht kein Deutsch gesprochen wird, hat die Süd-Tiroler Freiheit einen Offenen Brief an die Gerichtspräsidentin geschickt.

    Myriam Atz Tammerle von der Süd-Tiroler Freiheit hatte unlängst im Eingangsbereich des Landesgerichts einen Sicherheitsbediensteten um eine Auskunft gebeten. Dieser forderte die Landtagsabgeordnete – sie befand sich in einer Wartesituation – in einem schroffen Ton dazu auf, entweder Italienisch zu sprechen oder sich ansonsten hinten anzustellen.

    Atz Tammerle ließ den Vorfall nicht auf sich sitzen und meldete ihn umgehend der Gerichtspräsidentin Dr. Elsa Vesco. In einem Offenen Brief fordert nun die Landtagsabgeordnete von der Gerichtspräsidentin zweisprachige Sicherheitsbedienstete am Landesgericht. Auch wird in dem Offenen Brief ein höflicher Umgang mit den Bürgern durch den Sicherheitsdienst angemahnt.

    Nachstehend der Offene Brief:

    Offener Brief an die Präsidentin des Landesgerichts der Provinz Bozen

    Betreff: Mangelnde Deutschkenntnisse und unhöfliche Umgangsformen des Sicherheitsdienstes im Eingangsbereich des Gerichtsgebäudes – Bitte um Aussprache.

    Sehr geehrte Frau Präsidentin Dr. Elsa Vesco,

    in meiner Funktion als Landtagsabgeordnete wende ich mich in folgender Angelegenheit an Sie:

    Immer wieder beklagen sich Bürger deutscher Muttersprache darüber, dass die Sicherheitsbediensteten im Eingangsbereich des Gerichtsgebäudes kein Deutsch sprechen. Für die Bürger entsteht dadurch meist schnell eine unangenehme Situation. Auch ist es bereits passiert, dass sich die Sicherheitsbediensteten den Bürgern gegenüber äußerst unhöflich verhalten haben.

    Vor wenigen Tagen war ich in meiner Funktion als Landtagsabgeordnete im Gerichtsgebäude und wurde sogar selbst mit der beschriebenen unzumutbaren Situation konfrontiert.

    Ich wandte mich an einen der Sicherheitsbediensteten – er war schon etwas älter und trug einen Bart – und bat ihn in meiner deutschen Muttersprache um eine Auskunft. In italienischer Sprache und sehr unhöflich forderte er mich auf, Italienisch zu sprechen. Ich entgegnete ihm dennoch auf Deutsch und machte ihn darauf aufmerksam, dass ich nur meine deutsche Muttersprache sprechen würde. Der Sicherheitsbedienstete reagierte ungehalten und brüllte, dass ich mich gefälligst hinten anstellen solle, wenn ich kein Italienisch sprechen würde. Auch sein Kollege, der auf den Vorfall aufmerksam geworden war, bat mich, wenngleich in einem höflicheren Ton, doch ebenfalls nur in italienischer Sprache, mich hinten anzustellen.

    Ich finde es nicht akzeptabel, dass die Sicherheitsbediensteten im Landesgericht nicht einmal über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen und zudem unhöfliche und diskriminierende Umgangsformen mit den Bürgern an den Tag legen.

    Im DPR Nr. 574 vom 15.7.1988 ist das Recht der Süd-Tiroler Bevölkerung auf den Gebrauch der deutschen Muttersprache verankert. Es ist für mich unverständlich, dass gerade im Gerichtsgebäude, wo Recht gesprochen wird, den Bürgern deutscher Muttersprache dieses Recht verweigert wird. Ist es nicht ebenso in Ihrem Interesse, dass auch im Eingangsbereich des Gerichtgebäudes den Bürgern zukünftig das Recht auf Gebrauch ihrer Muttersprache gewährt wird?

    Ich möchte Sie dringend um eine Aussprache zu dem genannten Vorfall, der wie gesagt kein Einzelfall ist, bitten. Gerne stehe ich auch unter meiner Telefonnummer zur Verfügung.

    Bozen, den 19. September 2016

    Hochachtungsvoll!

    L.-Abg. Myriam Atz Tammerle

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (11)

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    • einereiner

      Beim Trachtenumzug fürs Oktoberfest hat die Musikkapelle Algund teilgenommen. Auf dem Schild, das sie auf ihrem Wagen angebracht hatten, stand Algund und Merano.
      Wie blöd sind die denn? Meinen die, dass die Bayern zu Meran Merano sagen?

      • andreas

        Das O von Merano ist in einer anderen Farbe und seit Jahren ist dies das Logo von Meran.
        Eine Frechheit, dass dir dies niemand in deiner Höhle mitgeteilt hat. 🙂

        Bei der Kritik am Sicherheitspersonal des Gerichts hat die Tammerle aber recht. Schlimmer als die Amis bei der Einreise, welche auch jeden wie einen potentiellen Terroristen behandeln. Warum sie aber hervorhebt, dass auch sie so behandelt wurde, erschließt sich mir aber beim besten Willen nicht, wobei ich immer noch nicht verstehe, wer die gewählt hat und vor allem warum.
        Wenn es wirklich so ist wie sie sagt, dass sie nur Deutsch spricht, ist dies ein Armutszeugnis für den gesamten Landtag. Jede Putzfrau im öffentlichen Dienst braucht einen Zweisprachigkeitsnachweis und Leute die uns vertreten wollen und diese Regelung der Zweisprachigkeit eingeführt haben, ist es nicht mal peinlich ihre Unzulänglichkeit zuzugeben.

        • einereiner

          @andreas
          und der SVP Senfomat hat auch wieder gesprochen.
          Ist es für dich wirklich unerklärlich, wie jemand anstelle deiner SVP-Helden die ehrliche Frau Tammerle wählen kann?
          Für mich ist es unerklärlich, wie Südtiroler in Deutschland das ö-chen zu Meran verwenden, ich nenne das Faschistenunterstützung.
          So hat halt jeder seine ihm eigenen Probleme.

          • andreas

            Und das von einem Pusterer, welche größtenteils von den italienischen Touristen leben 🙂
            Würden diese Faschisten ausbleiben, nicht ein Hotel würde überleben, aber mal schön gegen Italiener wettern, du bist ein echter Süd-Tiroler….

            • einereiner

              Ja, leider haben wir SVP-ler, die die Unterschichtentouristen des italienischen Fussballsumpfes herholen und damit den Anspruch des Qualitätstourismus ad absurdum führen.
              Die Hotelliere würden alle besser ohne diese italienischen Proleten nur mit Schweizern, Österreichern usw. leben.

    • ft

      Unglaublich, zwei weltbewegende Nachrichten. Die gute Frau muss sich hinten
      anstellen, wie alle. So eine Frechheit. Wo sie doch Landtagsabgeordnete ist.
      Und die Algunder gehören zu Merano. Das schlägt dem Fass den Boden aus.
      Die ganzen Kleinkarierten werden sicher heute nicht schlafen, ob dieser Vorfälle.
      Offensichtlich ist der Untergang des Abendlandes unausweichlich.

    • franz

      andreas
      Es geht hier nicht um die strengen Sicherheitskontrollen, die Frau Tammerle auch nicht kritisiert.
      Es ist schon recht lustig wie Andreas die Tatsachen zu verdrehen versucht.
      Wo steht das Frau Tammerle nur deutsch spricht, Frau Tammerle weist nur auf das Recht der Südtiroler hin.
      “Im DPR Nr. 574 vom 15.7.1988 ist das Recht der Süd-Tiroler Bevölkerung auf den Gebrauch der deutschen Muttersprache verankert“.
      Und daher das Sicherheitspersonal verpflichtet ist deutsch zu sprechen.
      So gesehen hat sie recht.
      Was den Sicherheitsbeamten betrifft , wenn es sich so zugetragen hat ist der Mann entweder stur und ungebildet oder ist der deutschen Sprache nicht mächtig oder Beides. Auf jeden Fall
      auf dem falschen Platz.
      @ft
      Den Fass den Boden schlägt wie immer der User ft mit seinen dummen Bemerkungen aus.
      Zum Glück gibt es nicht so viele schwachbeleuchtete wie den User ft sonst wär der Untergang des Abendlandes unausweichlich.

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