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    Rosa Leitfaden

    Rosa Leitfaden

    Gemeinsam mit Brigitte Foppa fordern die SVP-Frauen einen Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache im Landtag. Für Ulli Mair ist das „linker Unfug“.

    Von Matthias Kofler

    Sechs Frauen haben sich zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Beschlussantrag mit dem Titel „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache“ im Landtag einzureichen. Es sind dies die SVP-Abgeordneten Magdalena Amhof, Waltraud Deeg, Maria Hochgruber Kuenzer, Veronika Stirner Brantsch und Martha Stocker sowie die Grüne Brigitte Foppa.

    „Die Sprache ist ein Spiegelbild unseres Zusammenlebens“, heißt es im Antrag. Die „häufig an männlichen Begriffen orientierte Sprache“ sei „das Ergebnis einer über Jahrhunderte währenden gesellschaftlichen Ungleichbehandlung von Frauen und Männern“. Das heutige Sprachverständnis hinke der Entwicklung der letzten Jahre immer noch hinterher – auch im Südtiroler Landtag. „Obwohl sich in den letzten Jahren viel getan hat, ist es bis dato dennoch nicht gelungen, eine einheitliche geschlechtergerechte Sprache anzuwenden“, kritisieren Magdalena Amhof, Brigitte Foppa und Co.

    In Gesetzen, Beschlussanträgen und Anfragen würden alle Formen und Möglichkeiten verwendet: Doppelbenennung, Schrägstrich, Binnen-I, Klammerform oder die abwechseln- de Benennung von Männern und Frauen. „Manchmal werden Frauen auch nur ,mitgemeint’ oder in eine Fußnote verbannt und nicht explizit sichtbar gemacht“, so die SVP-Frauen und die Grüne.

    Vor diesem Hintergrund fordern die Frauen den Landtag auf, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die einen Leitfaden einer geschlechtergerechten Sprache ausarbeiten soll. In die Arbeiten sollen auch der Beirat für Chancengleichheit, das Amt für Sprachangelegenheiten, das Übersetzungsamt des Landtages sowie die Frauen im Landtag miteinbezogen werden. Als Grundlage des Leitfadens soll der von der ehemaligen Landesrätin Sabina Kasslatter Mur gestaltete Leitfaden der Landesverwaltung dienen.

    Die im Leitfaden enthaltenen Kriterien sollen künftig bei der Endredaktion von Gesetzen, Beschlussanträgen, Begehrensanträgen und aller weiteren Dokumente des Südtiroler Landtages angewandt werden.

    Ulli Mair kann dem Antrag ihrer Kolleginnen nichts abgewinnen. Sie werde „mit Überzeugung dagegen stimmen“, kündigt die Freiheitliche an. „Ich halte nichts von solchem Unfug. Das ist eine Luxusdebatte, die wir uns angesichts der tagtäglichen Schwierigkeiten nicht leisten können. Es wird mit einem solchen Leitfaden nämlich kein einziges Problem gelöst“, meint Ulli Mair.

    Die Freiheitliche giftet gegen Brigitte Foppa und Co.: „Eine Minderheit an linken Frauen, die weder über Selbstbewusstsein noch Selbstwertgefühl verfügt, will per Gesetz über eine Mehrheit entscheiden, die von geschlechtergerechter Sprache nichts hält. Geschlechtergerechte Begriffe werden nur dann verwendet, wenn es den Frauen in den Kram passt. Ich höre nie Dealerinnen, Steuerhinterzieherinnen, Gewalttäterinnen usw. Alles Schlechte ist männlich, das Gute weiblich“, so Ulli Mair.

    Geschlechtergerechte Sprache mache Texte unleserlich, dränge Frauen in die Opfer-Rolle, nutze Frauen, die im Gegensatz zu den Unterzeichnerinnen mit beiden Füßen im Leben stehen, gar nichts. „Das alles ist längst widerlegte linke Ideologie, erleichtert aber offensichtlich jenen Politikerinnen das Gewissen, die Maßnahmen für einheimische Familien auf die lange Bank schieben, die vor dem Frauenbild des Islam längst eingeknickt seien und die schweigen, wenn Frauen Opfer der Konsequenzen der heute stattfindenden Überfremdung werden“, so die Freiheitliche.

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    Kommentare (13)

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    • mairwalter

      Hier stehe ich einmal 100% hinter Ulli Mair!!
      „Das Paradox der Gender-Ideologie besteht darin, dass einerseits – in der Theorie – bestritten wird, dass es starre Geschlechter gibt, andererseits – in der politischen Praxis – alle Bemühungen der Gender-Politik auf Privilegierung von Frauen aufgrund ihres biologischen Geschlechts hinauslaufen: Förderprogramme nur für Frauen, Frauenbevorzugung bei Einstellungen, Frauenquote usw.“ ( Autor unbekannt)

    • zusagen

      Ist es nicht auch möglich eine Quotenregelung in den Foren einzurichten. Oder es findet sich ein „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache“ in den Nutzerbedingungen?
      Einzig sinnvoll ist sicher wenn Frauen einfach von sich aus den Männern mehr „Par“oli bieten würden. Per Gesetzt ist das ja wohl nicht zu regeln

    • um Frauen zu verstehen, muss man ihrer Sprache mächtig sein.
      Diese besteht aus den 3 Buchstaben B-L-A,
      meist in schneller Abfolge mehrmals hintereinander verwendet.

    • wanderer

      Ich bin an und für sich ein „Grüner“. Für mich sind die Grünen im Südt. Landtag genau wegen diesem Genderwahnsinn und anderem interethnischen Geplapper nicht mehr wählbar.
      Wo bleibt der massive Einsatz für eine ökologische Umweltpolitik?
      Wer organisiert Kundgebungen gegen TTIP und CETA?
      Wer hinterfragt endlich die lobbyorientierte Arbeit unseres EU Parlamentariers?
      Wer setzt sich massiv für Biolandwirtschaft ein und kontrolliert die vom Gesetz vorgesehenen lokalen und wenn möglich biologischen Lebensmittel in den Mensen?
      usw. usw.
      Die Grünen ?!?!?!
      Nein, das wichtigste ist die geschlechterspezifische Sprache im Landtag.
      Daß ich nicht lache.

      • george

        @wanderer
        Das müssen die Umweltschutzverbände tun, angefangen vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz. Und dafür werden sie dann von verschiedenen Schreibern hier wiederum kritisiert und schlecht geredet. ‚wanderer‘, von Parteigrünen, wie Foppa dürfen Sie sich nicht erwarten, dass sie nur bei Umweltschutzthemen stehen bleibt. Aber von euch erwarte ich mir, dass ihr endlich die Umweltverbände mehr unterstützt, anstatt sie abzustrafen; denn eine gesunde Umwelt brauchen alle. Genießen wollt ihr sie alle, dafür einsetzen sollen sich andere.

    • mairwalter

      @wanderer
      Alles heiße Themen, aber für die AlterNAIVEN scheinbar soo unwichtig! Foppa und KonsortInnen ( ! ) sehen den Wald voll lauter Bäume nicht. Aber was will man von Menschen schon erwarten, ,denen ihr Geschlecht wichtiger ist, als Themen, mit denen sie immerzu vor den Wahlen hausieren gehen, um beim „Futtertrog“ in der ersten Reihe stehen zu können… 🙂

    • george

      Warum schimpft ihr hier nur über Foppa? Die SVP-Frauen hier sind auch nicht besser und Ulli Mair mit ihrem „mandrischen“ Gehabe schürt die Sache ebenso und kann nur groß „goschen“. Sie alle schüren das Feuer, wo viel wichtigere Themen zu behandeln wären. Wieso schimpft ihr dann nur auf eine Frau, auf eine Partei, auf eine Seite?

    • mairwalter

      @george
      In Einem haben Sie recht! Und zwar, WIR schimpfen über die Grünen vor Allem über Foppa! Im Gegensatz zu den SVP Frauen, die sich die Umwelt TTIP ecc NICHT auf ihre Fahnen geschrieben haben,da sie dem Partei Order gehorchen müssen, versäumen die Grünen immer wieder ihre Hausaufgaben zu machen und WESENTLICHERE Themen anzugehen! Man muss sich ja mit einem banalen und NICHTS bringenden Geschlechterkampf auseinandersetzen! Ich nenne dies: Von den heißen Themen ablenken!! Und geben Sie ja nicht den Verbänden die Schuld! Verbände halten sich an den Anweisungen der Politiker, da ihnen sonst der Geldhahn abgedreht wird….

    • mairwalter

      Was das TTIP angeht: Ist den AlterNAIVEN bewusst, was da auf UNS Allen, Kleinbetriebe. Verbände, aber auch der Bauernschaft auf uns zukommen würde? Warum sprechen sie das Thema selten oder gar nicht an? Geschweige, man macht Aufklärungsarbeit und informiert die Bevölkerung, um was es da wirklich geht? NEIN! Wichtig ist ob man das Wort: ArberterINNEN gebraucht oder nicht. Machen Sie sich doch nicht lächerlich und verteidigen Sie noch diese vom Geschlechterkampf nahezu „besessene“ Bagage!!

    • hubi

      Haben die te…… Abgeordneten nichts anderes zu tun als über den Genderscheiß zu diskutieren? Der Genderscheiß gehört dahin, wo er hin gehört ins Klo versenkt.

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