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    Der Brimi-Unfall

    2016-09-16-PHOTO-00000027Im Milchhof Brixen läuft ein Großeinsatz der Feuerwehren. Der Grund: Ein Chemieunfall.

    Chemieunfall am Freitag in der Brimi.

    In einem Keller im Brixner Milchhof ist ersten Angaben zufolge gegen 13.30 Uhr Gas-Chlor ausgetreten.

    Dieses Gas-Chlor ist mit einer anderen Substanz in Verbindung gelangt, so dass sich eine ätzende Substanz bildete.

    Im Einsatz stehen mehrere Feuerwehren des Eisacktales. Neun Personen wurden zur Beobachtung in das Krankenhaus gebracht.

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    +++ UPDATE +++

    Chemieeinsatz bei der Brimi in Brixen: Säuredämpfe waren aus der Produktionsanlage ausgetreten. Der Milchhof und der Betrieb ACS Data Systems AG wurden evakuiert. Die Umgebung wurde abgesperrt.

    von Erna Egger

    Großeinsatz bei der Brimi in Brixen: Säuredämpfe waren aus der Produktionsanlage der Brimi ausgetreten. „Dabei handelte es sich um Dämpfe der Phosphor- und Salpetersäure: Das sind normal in der Industrie gebräuchliche Säuren, die für die Reinigung der Anlagen, die für die Herstellung von Lebensmitteln benutzt werden, genutzt werden“, schildert Christian Auer, Brandinspektor bei der Berufsfeuerwahr Bozen.

    Werden die Säuredämpfe eingeatmet, kommt es zu einer Verätzung der Lunge. „In diesem Fall hätte man sich aber direkt im Raum befinden müssen, wo der Austritt stattfand. Das war aber nicht der Fall, keine Person befand sich zu diesem Zeitpunkt im Raum. Außerhalb des Raumes bestand nie eine Gefahr,“ beruhigt Auer.

    Die Dämpfe haben sich über die ganze Anlage und den Betrieb ausgebreitet. Die Betriebsleitung verständigte die Einsatzkräfte.

    2016-09-16-PHOTO-00000028Um 13.29 wurden die Feuerwehren Brixen, Klausen, Milland, Vahrn, Sterzing und der Bezirksfeuerwehrverband Brixen-Eisacktal sowie die Berufsfeuerwehr alarmiert.

    Die rund 100 Wehrmänner evakuierten das Gebäude des Milchhofes, in dem sich rund 80 Mitarbeiter befanden, und den angrenzenden Betrieb ACS Data Systems AG, richteten vor dem Gelände einen 50 Meter breiten Schutzstreifen ein und sperrten die Umgebung samt Staatsstraße sicherheitshalber ab.

    Die umliegenden Betriebe wurden aufgefordert, die Klimaanlage auszuschalten und die Fenster zu schließen.

    Der Verkehr auf der Staatsstraße blieb vollständig bis 18.00 Uhr gesperrt, er wurde auf andere Straßen umgeleitet. Neun Personen, die sich in unmittelbarer Nähe der betroffenen Räumlichkeiten befanden, wurden auf Anordnung der Gefahrgutzentrale Verona zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. „Diese wurden aber schon wieder entlassen“, sagte Auer gestern Nachmittag. Alle weiteren Mitarbeiter wurden vor Ort ambulant kontrolliert.

    „Anfangs war es sehr schwierig, festzustellen, wo die Dämpfe herkommen“, so Auer.

    Atemschutzträger drangen in die Kellerräumlichkeiten vor. Die Wehrmänner lüfteten das Untergeschoß und drückten die austretenden Dämpfe mit einem Wasserschild nieder. Wasser löst nämlich Dämpfe auf.

    Auch die Landesumweltagentur war vor Ort. „Gemeinsam versuchen wir, das Säuregemisch zu stabilisieren und abzutransportieren“, so Auer gestern.

    Um 18.00 Uhr wurden die vielzähligen Einsatzfahrzeuge auf die Hinterseite des Betriebes verlagert, die Staatsstraße konnte wieder geöffnet werden.

    Warum diese Gase austreten konnten, muss erst noch ermittelt werden.

    Gegen 19.00 Uhr wurde rund die Hälfte der Feuerwehren abgezogen, die zweite Hälfte stand bei Redaktionsschluss noch im Einsatz.

    Der Betriebsteil, der die Säuren enthält, bleibt vorläufig geschlossen. „Wie lange diese Vorkehrung aufrechterhalten wird, ist zu sehen. Sobald die Situation unter Kontrolle ist, kann der Betrieb wieder öffnen“, so Auer.

    Auch das Weiße Kreuz und die Carabinieri standen im Einsatz

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    Kommentare (5)

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    • wollpertinger

      Die Erklärung, wonach die aggressiven Säuren zum Reinigen verwendet werden, ist äußerst dürftig. Wenn die Brimi in Südtirol noch etwas verkaufen will, sollte sie eine umfassende Erklärung des Vorfalles abgeben. Für den italienischen Markt ist es gleich, dort wird man von diesem Zwischenfall kaum etwas erfahren.

    • richard

      Es ist üblich, dass in der Lebensmittel- Branche Chemie für die Hygiene verwendet wird. Dies ist mittlerweile wohl jedem Konsumenten klar.
      Doch was Milch bzw. Milchprodukte nebenbei bewirken, dem ist wohl nicht so.

      Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass Kuhmilch bei vielen Krankheiten beteiligt bzw. die Ursache dafür ist.
      Milch schadet den Knochen, da körpereigenes Calcium beim Prozess zur Umwandlung von Milchcalcium abgebaut wird. Dieser Prozess fördert Osteoporose (Knochenbrüche und Abnützung der Gelenke sind die Folgen).
      Der Milchkonsum, besonders der verarbeiteten Milch, fördert viele Krankheiten.
      Der im Milchzucker enthaltene Einfachzucker Galaktose gilt als entzündungsfördernd.
      Solche Prozesse in Kombination mit oxidativem Stress sind der Anfang nahezu jeder Krankheit, ganz gleich ob es sich um Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, Arthritis, Nebenhöhlenentzündungen, Parkinson, Entzündungen im Darm, Alzheimer, Krebs usw. handelt.
      Behandelte Milch verursacht zudem Fieber, Erkältungen, Mittelohrentzündungen und Asthma. Milch fördert zudem Akne, ihr wird aber besonders ein erhöhtes Risiko für Brust-, Prostata- und Eierstockkrebs zugeordnet.
      Dann ein Prosit auf die Milch und deren Nebenprodukten aus der Chemiefabrik!
      Quellen finden Sie z.B. Im Online Portal: Zentrum für Gesundheit

    • vogel

      Wieso die ganze Strasse so lange gesperrt wurde ist mir ein Rätsel, denn es standen dort nur miteinander scherzende Feuerwehrleute herum.

    • meintag

      Nun „Königswasser“ ist halt mal agressiv und das einfachem draufspritzen mit Wasser der Feuerwehr erscheint mir wie Feuer mit Hitze zu bekämpfen. Und wie immer wird die Bevölkerung im Unklaren gelassen. So wie Schafe das Messer nicht sehen mit welchem sie getötet werden.

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